JahresdienstbesprechungAngespannte Personallage bei der Feuerwehr in Engelskirchen

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Jahresdienstbesprechung der Feuerwehr Engelskirchen: Die Geehrten stehen in einer Reihe beisammen.

Bei der Jahresdienstbesprechung wurden zahlreiche Kameraden geehrt.

Insgesamt rückten die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Engelskirchen im vergangenen Jahr 2023 zu 248 Einsätzen aus.

„Schon der Januar 2023 war ein einsatzintensiver Monat. Er startete bereits in der Neujahrsnacht um 1.46 Uhr“, sagte Thomas Krimmel, Leiter der Engelskirchener Feuerwehr, bei der Jahresdienstbesprechung im Schulzentrum Walbach. Als positiv hob er hervor, dass die Silvesternacht in Engelskirchen nicht „von massiver Gewalt und Hassangriffen auf Einsatzkräfte geprägt“ war, wie „in anderen Teilen der Republik“. Detailliert schilderte er weitere herausragende Einsatzgeschehen im Jahresverlauf, insgesamt waren es 248. Das war der zweithöchste Wert der vergangenen acht Jahre, der nur vom Jahr 2021 mit der Hochwasserkatastrophe übertroffen wurde.

Kurios sei ein Einsatz im Juni gewesen, mit dem Stichwort „Brennt Kerze auf einem Grab“. Das sei nun wirklich nicht ungewöhnlich, sagte Krimmel schmunzelnd. Tatsächlich war aber das gesamte Laternengehäuse in Flammen aufgegangen und konnte mit einem Kleinlöschgerät abgelöscht werden.

Viele Nachwuchskräfte bei der Jugendfeuerwehr in Engelskirchen

Kritisch sah Krimmel die Mitgliederentwicklung. Zwar sei die Zahl der Aktiven von 184 auf 185 angestiegen, doch würden sich in den kommenden Jahren rund zehn davon altersbedingt aus dem Einsatzdienst verabschieden.

Der Wehrführer lobte die erfolgreiche interkommunale Kooperation der Engelskirchener Einheit Osberghausen mit Brunohl aus Gummersbach, die im November vergangenen Jahres zur Erhöhung der Tagesverfügbarkeit geschlossen wurde und sich bereits im Dezember bewährt hatte. Hinsichtlich der angespannten Personallage regte er an, über hauptamtliche Kräfte nachzudenken, um die Ausrüstung und den Fuhrpark mit insgesamt 19 Fahrzeugen zu betreuen.

Erfreulich dagegen sei die Entwicklung in der Jugendfeuerwehr, die mit fast 60 Mitgliedern einen Höchststand der letzten Jahre erreicht hat, ebenso in der Kinderfeuerwehr „Aggertaler Löschengel“ mit 20 Mitgliedern, für die es außerdem eine Warteliste gibt.

Antrittsbesuch des neuen Kreisbrandmeisters Julian Seeger

Bürgermeister Gero Karthaus erinnerte sich an den Blackout vor rund drei Wochen, den er im Planungsausschuss erlebt hatte. In dieser Situation habe sich das neu entwickelte Katastrophenmanagement bewährt: „Wir haben gemerkt, dass wir die Satellitentelefone nicht umsonst angeschafft haben.“ Die Abhängigkeit von Strom habe sich besonders bei Personen gezeigt, die beatmet werden, oder bei Kühen, die gemolken werden müssen: „Ich bin sehr froh, dass unsere Feuerwehr solche Situationen im Griff hat.“

Seinen Antrittsbesuch in Engelskirchen machte der frisch gebackene Kreisbrandmeister Julian Seeger: „Ich rede heute das erste Mal auf einer Jahresdienstbesprechung.“ Er legte den Fokus auf den Katastrophenschutz: „Der Klimawandel droht nicht nur zu kommen, er ist schon da.“

Seeger betonte die Notwendigkeit, der Bevölkerung die Fähigkeit zur Selbsthilfe zu vermitteln und rief die Kameraden auf: „Macht dafür Werbung, dass sich die Menschen entsprechend ausrüsten, etwa mit einem Kurbelradio und einem Lebensmittelvorrat.“ Der Kreisbrandmeister schilderte, dass der Kreis derzeit ein Waldbrand-Tanklöschfahrzeug beschaffe, um die Kommunen zu unterstützen.


Ehrungen

50 Jahre: Barthel Müller (Feuerwehrehrenzeichen in Gold mit Goldkranz).

Für langjährige Mitgliedschaft:

70 Jahre: Josef Büscher, Hans Schneider.

50 Jahre: Rüdiger Friedrich, Thomas Kaster, Werner Miebach, Barthel Müller, Horst Müller.

40 Jahre: Stefan Kirschnick.

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