Abo

Kirchenkreis An der AggerKirsti Greier wird Oberbergs neue Skriba

3 min
Das Foto zeigt (von links) Superintendent Michael Braun, Kirsti Greier, Marc Platten und Andreas Spierling.

Superintendent Michael Braun (v.l.), Kirsti Greier, Marc Platten und Andreas Spierling.

Gedanken zu einer tiefgreifenden Umstrukturierung der Kirchenkreis-Verwaltung.   

Beim evangelischen Kirchenkreis An der Agger richtet sich der Blick wieder nach vorne. Nach der „Spar-Synode“ im vergangenen Jahr prägten nun zukunftsweisende Themen die Kreissynode, zu der sich die Synodalen der 21 zugehörigen Kirchengemeinden am Freitag im evangelischen Gemeindehaus in Engelskirchen, also buchstäblich an der Agger, versammelten.

Die Synode wählten Kirsti Greier, Pfarrerin in der Gemeinde Marienberghausen, zur neuen Skriba. Sie übernimmt damit das Amt der zweiten Stellvertreterin von Superintendent Michael Braun. Das Amt wolle sie ähnlich wie eine Hebamme ausfüllen, skizzierte sie in ihrer Vorstellung, was sie vorhat; denn so habe sie auch ihre bisherige Aufgabe als   zweite stellvertretende Skriba verstanden: etwas ins Leben bringen, manchmal die Hand halten, aber auch mal was aushalten. Sie bringe „viel Freude an Gott und den Menschen in ihrer Vielfalt mit“.

Habe fertig.
Der noch amtierende Skriba Andreas Spierling bei seiner letzten Synoden-Rede

Als ihr Nachfolger im Amt des zweiten stellvertretenden Skriba wählte die Synode Pfarrer Marc Platten aus der Gemeinde Wiedenest-Derschlag. Sowohl Greier als auch Platten waren die einigen Bewerber.

Kirsti Greier folgt als Skriba auf Pfarrer Andreas Spierling aus der Gemeinde Lieberhausen-Bergneustadt, der in zwei Wochen in den Ruhestand geht. Er ist seit 2014 Skriba und gehört dem Kreissynodalvorstand (KSV) seit 1992 an. Er verabschiedete sich von der Synode mit launigen Worten und ein oder zwei Tränen. „Habe fertig“, zitierte er zum Schluss den Ex-Trainer des FC Bayern, Giovanni Trapattoni.

„Hast fertig? Das glaube ich dir nicht“, entgegnete Superintendent Michael Braun. „Du bist den Glaubensweg immer weiter gegangen.“ Gott werde Spierling sicherlich neue Aufgaben geben, sagte Braun und dankte für dreieinhalb Jahrzehnte Arbeit im KSV. Die Kreissynode spendete dem scheidenden Skriba langanhaltenden Beifall.

Nächster Halt: Verwaltungsverband?

Auch eine mögliche Verwaltungsreform stand auf der Tagesordnung. Auf der Suche nach Antworten auf sinkende Mitgliederzahlen, rückläufige Einnahmen, zunehmende rechtliche Anforderungen und Digitalisierung schlug Thomas Hildner, Verwaltungsleiter des Evangelischen Kirchenkreises An der Agger, vor, entsprechende strategische Überlegungen vorzunehmen.

Konkretes Ziel könnte es sein, die Kirchenkreis-Verwaltung mit anderen Verwaltungen zusammenzulegen. Anfang dieses Jahres seien die drei Kirchenkreise Bonn, Bad Godesberg-Voreifel und An Sieg und Rhein verschmolzen zum Evangelischen Verwaltungsverband Rheinland-Mitte. Dort werde es künftig nur noch eine Verwaltungsleitung geben. Mit Blick darauf, dass Hildner spätestens zum 1. Dezember 2029 in den Ruhestand geht, möchte er über einen Beitritt des Kirchenkreises An der Agger zu diesem Verwaltungsverband zumindest nachdenken.

Die Synode gab ihre Zustimmung, allerdings erst, nachdem sie den Wortlaut des Antrags abgeschwächt hatte. Der lautete letztlich eher defensiv, dass die Synode einverstanden ist, dass Thomas Hildner auf der nächsten Kreissynode „verschiedene Optionen bzw. Kooperationen“ vorstellt. „Befürwortend zur Kenntnis nehmen“ wollte die Versammlung diese strategischen Überlegungen erst mal ausdrücklich nicht.

Infos zum Kirchentag 2027 in DüsseldorfIn Düsseldorf findet der nächste evangelische Kirchentag unter dem Motto „Du bist kostbar“ statt, und zwar vom 5. bis 9. Mai des kommenden Jahres. Und den sollen zu einem großen Teil die Teilnehmer selbst gestalten. Dazu ermunterte Martin Kran vom Landeskirchlichen Team für den Kirchentag jetzt die evangelischen Christen Oberbergs auf der Kreissynode.

Der Kirchentag lebt von den Leuten, die ihn mitgestalten.
Martin Kran vom Landeskirchlichen Team für den Kirchentag

Jeder könne und solle sich mit eigenen Programm-Ideen bewerben. Thematisch scheint es wenig Grenzen zu geben. „Bäume umarmen und dabei Gott erfahren“, nannte Kran als Beispiel – die Idee könne man komisch finden, gestand er, das gelte aber eben nicht für alle. „Der Kirchentag lebt von den Leuten, die ihn mitgestalten“, betonte Kran. Drei Monate sei noch Zeit für diese Bewerbungen.

Gesucht würden zudem Helferinnen und Helfer für viele unterschiedliche Aufgaben, aber auch ganze Kirchengemeinden, Bläser- und Sängerchöre können sich bewerben. Näheres Infos dazu online.