Vom Verschönerungsverein zum Förderer des Ortsbilds: Der Verein hat Morsbach geprägt – gefeiert wird am Samstag im Gertrudisheim.
HeimatvereinDer Morsbacher Motor – Eine Kurzgeschichte des Heimatvereins

Aushängeschild des Heimatvereins ist die Theatergruppe „Vürhang op“.
Copyright: Buchen
Der Heimatverein Morsbach ist so alt wie bedeutsam. In den 130 Jahren seines Bestehens hat er den Ort geprägt. Seine Vorsitzenden spielten dementsprechend stets eine wichtige Rolle im Gemeindeleben. Hervorzuheben ist Heinrich Halberstadt, der den Verein in den 1920er und 1930er Jahren leitete. Er war unter anderem maßgeblich am Bau des Kriegerdenkmals, der Badeanstalt und des Aussichtsturms beteiligt. Kein Wunder, dass der Verein ihm 1994 ein Denkmal gesetzt hat.
Festabend im Gertrudisheim
Am Samstag, 24. Oktober, 19 Uhr, lädt der Heimatverein zum „Großen Müeschbejer Oowend“ ins Gertrudisheim ein. Höhepunkt des Abends voller Musik und Tanz wird die mittlerweile 13. Verleihung des „Müeschbejer Määdchen“ oder „Müeschbejer Jong“ sein. Der Eintritt ist frei.
Gegründet wurde der Verein am 15. Oktober 1896 als „Verschönerungsverein Morsbach“. Er bezweckte damals, „durch Heranziehung von Sommerfrischlern, Touristen und erholungsbedürftigen Fremden den Verkehr in Morsbach und seiner Umgebung zu heben und auf diese Weise der hiesigen Gemeinde eine neue Erwerbsquelle zu eröffnen“. Die Statuten bestimmten: „Der Verein besteht aus Ehrenmitgliedern, Wohltätern und aktiven Mitgliedern. Aktives Mitglied kann jede männliche Person werden, die das zwanzigste Lebensjahr überschritten hat und sich im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte befindet.“
Höhen und Tiefen nach der Gründung
Danach folgten Höhen und Tiefen. Mehrmals fanden Versammlungen zur Wiederbelebung oder Neugründung statt, wobei auch der Vereinsname wechselte. 1946 nahm der „Gemeinnützige Verein“ seine Tätigkeit auf. Er setzte sich „die Hebung des Fremdenverkehrs, die Verbesserung des Landschafts- und Ortsbildes sowie die Förderung der Heimatkultur“ zum Ziel.

Heinrich Halberstadt.
Copyright: Buchen
Als um 1970 in Morsbach kein Festsaal mehr zur Verfügung stand, empfahl der „Heimatverein“, wie er sich seit Anfang der 1950er Jahre nannte, einen Saalbauverein zu gründen. Mit vereinten Kräften und großer Eigenleistung entstand dann 1971/72 das „Haus im Kurpark“. Unter Mitwirkung des Heimatvereins erfolgten der Ausbau des ersten Kurgartens, die Begrünung des Orts und die Instandsetzung von mehr als 200 Ruhebänken.
Einsatz gegen politischen Widerstand
Dass der Heimatverein auch gegen politischen Widerstand etwas erreichen konnte und man kaum um ihn herumkam, zeigte sich Ende 1982, als es um den Erhalt des ehemaligen Hotels „Zum Prinzen Heinrich von Preußen“ ging, das heute im Eigentum einer Bank ist. Der Einsatz für das alte Freibad an der Waldbröler Straße war allerdings erfolglos.
Seit 1980 beteiligte sich der Verein finanziell an Projekten wie der Aufstellung historischer Straßenlaternen in der Kirchstraße, an der Heimatchronikreihe sowie am Denkmal für Heinrich Halberstadt. Der „Rähn-Willem-Brunnen“ auf dem Rathausplatz wurde vom Verein vorgeschlagen und mitfinanziert, ebenso der Koboldbrunnen in der Kirchstraße mit dem „Manneken Pis“. Im Kurpark hat er Geld beigetragen für Basketball- und Minigolfanlage, Spiel- und Fitnessgeräte sowie den neuen Pumptrack.
Jüngst arbeitete der Heimatverein in der Lenkungsgruppe des Integrierten Handlungskonzepts zur Erneuerung mehrerer Ortsteile mit. Der Bahnhof erhielt auf Kosten des Heimatvereins wieder eine Uhr und neue „Morsbach“-Schilder. Der Heimatverein hat zwei Stolpersteine im Gedenken an die jüdische Familie Levy gestiftet, in der Jähhardt einen Skywalk errichtet sowie drei Waldsofas, einen Fotorahmen und ein Sonnensegel im Kurpark aufstellen lassen.
Wo man auch hinschaut: Ohne ihren Heimatverein sähe die Gemeinde Morsbach viel ärmer aus.
