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170 EinsätzeFür die Nümbrechter Kinderwehr gibt es sogar eine Warteliste

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Im Nümbrechter Parkhotel kam die Freiwillige Feuerwehr der Schlossgemeinde am Freitagabend zu ihrer Jahresdienstbesprechung zusammen.

Im Nümbrechter Parkhotel kam die Freiwillige Feuerwehr der Schlossgemeinde am Freitagabend zu ihrer Jahresdienstbesprechung zusammen.

In Nümbrecht freut sich die Freiwillige Feuerwehr über Zuwachs

„170 Einsätze, mehr als 35.000 Stunden geleistetes Ehrenamt. Wir sind eine Feuerwehr, die wächst, in die investiert wird und die sich weiterentwickelt“, sagte Michael Schlößer am Freitagabend zur Jahresdienstbesprechung im Nümbrechter Parkhotel. Er freue sich, dass die Anzahl der 187 Aktiven mit 33 Frauen gegenüber 2024 um drei gestiegen ist. Bei einer Personalstärke von 336 Kräften insgesamt habe es sogar einen Zuwachs von 29 gegeben – nicht zuletzt wegen der Kinderfeuerwehr, die im vergangenen Sommer auf 30 aufgestockt wurde: „Dennoch haben wir eine Warteliste von mehr als 40 Interessierten.“ Bei den Einsätzen sei das Jahr 2025 in etwa genauso wie das Vorjahr verlaufen. Von den 38 Bränden seien lediglich zwei größeren Ausmaßes gewesen.

Herauszuheben seien der vermeintliche Fund von Quecksilber am Parkhotel, das sich später als Amalgam herausstellte, und die Flucht eines Transporters vor der Polizei, die im Wohnzimmer einer Seniorin in Langenbach endete. Das Gebäude musste danach vom THW abgestützt werden. Lob für Einheit aus HömelProblematisch sah Schlößer die 31 Fehlalarmierungen, davon zwei Drittel durch Brandmeldeanlagen. Aufgrund einer neuen Gebührenordnung hofft er auf eine intensivere Wartung: „Ab dem zweiten Fehlalarm muss der Anlagenbetreiber den Einsatz bezahlen.“

Zum Jubiläum ins neue Gerätehaus

Als vorteilhaft beschrieb der Wehrführer, dass erstmals ein Sprechfunklehrgang mit mehr als 20 Teilnehmenden auf Gemeindeebene stattgefunden hat: „Dadurch konnten wir die gesamte Warteliste auflösen.“ Lobend erwähnte er das Engagement der Hömeler Einheit bei der Renovierung des Gerätehauses: „Durch diese Eigenleistungen konnte der kommunale Haushalt sicher um einen fünfstelligen Betrag entlastet werden.“ Highlights waren auch der Umzug der Einheit Nümbrecht ins neue Gerätehaus und die Feier ihres 150-jährigen Jubiläums.

Bei seinem Ausblick auf das aktuelle Jahr schilderte Michael Schlößer, dass alle Einsatzkräfte mit neuen, besseren Helmen ausgestattet werden. Zudem gibt es – dank der Unterstützung durch die Gemeindewerke Nümbrecht – Luzie-TV in den Gerätehäusern. Spannend werde es bei den Fahrzeugen: Neben drei neuen Löschgruppenfahrzeugen LF 10, die im Herbst kommen, sind die Umbauarbeiten eines Unimog zum Waldbrandtanklöschfahrzeug sowie eines Milchsammelwagens zum Großtanklöschfahrzeug beendet. Letztere werden im Mai vorgestellt: „Die Gesamtinvestition in diese Fahrzeuge beträgt rund zwei Millionen Euro.“ Das sei ein klares Signal, wie die Gemeinde zu ihrer Feuerwehr steht. Großes Lob fand er für seinen Stellvertreter Sascha Polke, der nahezu alle Fahrzeugprojekte der vergangenen Jahre eigenverantwortlich koordiniert hat.

Bürgermeister war 30 Jahre lang Streifenpolizist

„Ich kenne Eure Arbeit nicht nur aus Erzählungen und Zeitungsartikeln, ich habe sie selbst erlebt“, sagte Thomas Hellbusch bei seiner ersten Jahresdienstbesprechung als Bürgermeister. Er schilderte, dass er 30 Jahre seines Berufslebens im Streifendienst bei der Polizei verbracht hat und meist habe er erlebt, dass er nur als Zweiter an der Einsatzstelle war: „Glaubt mir – als Polizist ist man nicht gern der Zweite am Einsatzort.“ Doch habe sich ein gutes Gefühl darübergelegt: „Wir wussten, die Menschen sind in guten Händen.“ Zutiefst habe ihn die Professionalität der Einsatzkräfte beeindruckt, gepaart mit tiefem und echtem Mitgefühl. Hellbusch würdigte diesen ehrenamtlichen Einsatz als unsichtbares Sicherheitsnetz für Bürgerinnen und Bürger: „Das ist kein Hobby, das ist eine Berufung – und oft ein zweiter Job.“

Er freue sich, dass Nümbrecht eine so engagierte Wehr habe: „Als Bürgermeister kann ich sagen und Euch versprechen: Diese Gemeinde steht hinter Euch allen.“ Das Versprechen seiner Vorgänger habe Bestand: „An Sicherheit wird nicht gespart. Vor den Beförderungen und Ehrungen betonte Vize-Kreisbrandmeister Mathias Schneider, dass „der Blick nach vorn“ in der Gefahrenabwehr eine besondere Bedeutung habe: Krisen würden komplexer und stellten die Feuerwehr vor neue Herausforderungen. „Ausbildung und Qualifikation sind die Eckpfeiler, aber ebenso wichtig ist die Nachwuchsarbeit.“


Die Geehrten

Für ihren langjährigen, aktiven Dienst erhielten das Feuerwehrehrenzeichen des Landes NRW: Andreas Brücher, Hartmut Wirth (50 Jahre, Gold mit Goldkranz); Kurt Jürges, Markus Kloppenburg, Mario Mattowitz, Holger Rahn, Jörg Reintsema, Thomas Richter, Ragnar Strang (35 Jahre, Gold); Vanessa Ernst, Christoph Gosse, Christian Lang, Daniel Mattowitz, Denis Monjean, Nina Weber (25 Jahre, Silber). Für langjährige ihre Mitgliedschaft wurden am Freitagabend in Nümbrecht zudem mit der Ehrennadel des Verbandes Deutscher Feuerwehren ausgezeichnet: Manfred Geilenberg (70 Jahre); Wolfgang Klos (60 Jahre); Andreas Brücher, Martin Dirks, Hartmut Wirth (50 Jahre); Jörn Grümer, Thomas Theis (40 Jahre); Luca Hahn, Luca Kohlberg, Sven Paulmann und Leon Wennekamp (zehn Jahre).