Thomas Hellbusch (55) ist seit Herbst letzten Jahres Bürgermeister der Gemeinde Nümbrecht. Im Interview spricht er über verschiedene Vorhaben, die 2026 erledigt werden sollen.
InterviewNümbrecht soll schnell raus aus der Haushaltssicherung

Thomas Hellbusch (55) wurde im September direkt als neuer Nümbrechter Bürgermeister gewählt.
Copyright: Michael Kupper
Herr Hellbusch, welches große Thema muss in Nümbrecht bis Ende 2026 abgeschlossen sein?
Thomas Hellbusch: Das einzige wirklich große Thema, das idealerweise Ende des Jahres abgeschlossen sein sollte, ist natürlich unsere Haushaltskonsolidierung, damit wir das Ende der Haushaltssicherung beschließen können. Das schwebt über allem. Die Einbringung des Haushalts ist im Februar, die Beschlussfassung im April. Dann sind wir natürlich immer noch in der Haushaltssicherung und müssen den Haushalt von der Kommunalaufsicht genehmigen lassen. Bis zur Genehmigung sind wir in der vorläufigen Haushaltsführung.
Aber da möchten Sie raus, oder?
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Ja, das möchte ich mit diesem Jahr beenden. Wir bringen in diesem Jahr im Herbst den Haushalt für 2027 ein und wollen ihn im Dezember beschließen. Das ist meine Planung, so dass wir dann direkt 2027 mit einem genehmigten und möglicherweise auch nicht mehr in der Haushaltssicherung befindlichen Haushalt in die Arbeit einsteigen können, und dass wir auch aus den Beschränkungen der vorläufigen Haushaltsführung raus sind. Da waren wir in den letzten Jahren immer drin, und mein Ziel ist es, dass wir das komplett ad acta legen und in die normalen Haushaltsführung einsteigen können, wie sich der Gesetzgeber das gedacht hat.
Und da spielt jetzt die Altschulden-Entlastung eine Rolle?
Die spielt eine ganz große Rolle, weil die uns den Hebel gibt, die Überschuldung abzubauen und zu beenden und damit auch die Möglichkeit eröffnet, die Haushaltssicherung freiwillig zu verlassen.
Was wird sonst Gesprächsthema sein? Die vermutlich recht umfassende Kurpark-Sanierung?
Die wird nicht nur Gesprächsthema, sondern auch Baumaßnahme werden. Wir sind in den vorbereitenden Planungen, um in diesem Jahr mit der Kurpark-Sanierung anzufangen. Parallel läuft noch die Beantragung von Efre-Fördergeldern, so dass wir die Planung vielleicht noch aufbohren können. Das ist noch nicht genehmigt, aber wir sind guter Hoffnung, dass wir die kriegen. Und in den Startlöchern steht auch das Projekt Feuerwache Marienberghausen. Da führen wir jetzt letzte Gespräche mit potenziellen Grundstücksgebern.
Werden sich Politik und Verwaltung viel mit dem geplanten Bau der Windenergieanlagen befassen müssen? Wie weit wird das Projekt Ende des Jahres sein? Was ist da möglich?
Wir haben ja von der Bundesnetzagentur den Zuschlag in der Ausschreibung „Windenergie an Land“ bekommen, also die permanente Förderung unserer Einnahmen von über 6 Cent insgesamt, in der Summe sind es glaube ich 8,4 Cent, die wir da pro Kilowattstunde einnehmen. Damit ist die Finanzierung also deutlich sicherer. Wir haben jetzt mit diesem Förderzuschlag ein Zeitfenster von maximal 36 Monaten nach Fördererteilung, um in Betrieb zu gehen. Das heißt, es werden jetzt demnächst seitens der Gemeindewerke die Anlagen bestellt werden müssen. Und dann müssen wir natürlich zügig mit den zugehörigen Baumaßnahmen beginnen.
Wie steht es in Nümbrecht um das Medizinische Versorgungszentrum? 2025 war es noch eins der am breitesten diskutierten Themen.
Die MVZ Nümbrecht GmbH gibt es noch, aber der Geschäftsbetrieb ruht. Wir haben einen potenziellen Investor, der sich mal umhören möchte, was es für Optionen gibt. Ob sich das im Bereich MVZ widerspiegelt, wissen wir noch nicht. Man kann zum jetzigen Zeitpunkt sagen: Das MVZ ist leider nicht umsetzbar. Das zieht sich ja auch durch die anderen Kommunen, die alle versuchen, irgendwas Vergleichbares aufzubauen. Wir haben einfach das Grundproblem: Es gibt viel zu wenig Ärzte.
Welche Ziele verfolgt die Verwaltung in Sachen Wohnungsbau?
Der Zuspruch nach Baugebieten ist nicht mehr ganz so euphorisch wie er vor Jahren mal war. Wir wollen erst mal das Baugebiet Auf der Art in Bierenbachtal komplett vermarkten, da kann man noch Grundstücke bekommen. Und wenn dieses Baugebiet vollkommen verkauft ist, dann haben wir auch erst mal kein weiteres Entwicklungspotenzial. Dann werden wir darüber nachdenken, ob wir die BEG (die Bau- und Entwicklungsgesellschaft der Gemeinde, d. Red.) dann möglicherweise mehr in den Bestand hineinbringen. Und dann mal gucken, ob wir da was entwickeln können. Mein Ziel ist es grundsätzlich, bezahlbaren Wohnraum anbieten zu können. Das werden dann eher singuläre Sachen sein, weil wir große Gebiete nicht mehr beschreiben können.

