Zwei Männer aus Siegen und Mülheim an der Ruhr müssen sich vor dem Landgericht wegen Betrugs verantworten. Festgenommen wurden sie in Wiehl.
Prozess in KölnAuch in Oberberg gingen Senioren falschen Bankmitarbeitern auf den Leim

Vor dem Kölner Landgericht wird zurzeit zwei Männern der Prozess gemacht, die auch in Oberberg Menschen betrogen haben sollen. Festgenommen worden sind die beiden Verdächtigen in Wiehl.
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Erneut sind Ende des vergangenen Jahres ältere Menschen Opfer von Trickbetrügern am Telefon geworden. Doch diesmal handelte es sich nicht um verbreitete Betrugsmaschen wie Enkeltrick, Schockanruf oder falscher Polizist am Telefon, sondern um Anrufe einer angeblichen Bankenaufsichtsbehörde, die „verdächtige Geldbewegungen“ auf den Konten der späteren Opfer festgestellt haben wollte.
Um die Vorfälle untersuchen zu können, wurden die Opfer von einer sich als Mitarbeiterin der Bankenaufsicht ausgebenden „Lena Meisner“ aufgefordert, ihre Pin-Nummer zu nennen und die EC-Karte für eine vorgegaukelte Laboruntersuchung zu übergeben.
Seit Dienstag nun stehen zwei Männer (35 und 40) aus Siegen und Mülheim an der Ruhr wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs vor dem Kölner Landgericht. Sie sollen als Geldabholer fungiert haben, wobei sich der 35-Jährige gegenüber den Opfern als Bankmitarbeiter „Bruno Costa“ ausgab und die EC-Karten zur angeblichen Laboruntersuchung abholte. Derweil habe der 40-Jährige in zwei Fällen im Auto gewartet und die Tat abgesichert, so die Vorwürfe der Kölner Staatsanwaltschaft.
In Wissen an der Sieg hat einer der beiden Angeklagten mutmaßlich das erste Mal zugeschlagen
Erstes Opfer des 35-Jährigen war am 3. November 2025 eine 85 Jahre alte Frau im rheinland-pfälzischen Wissen. Die Seniorin wurde von besagter Lena Meisner als „Mitarbeiterin der Bankenüberwachung“ angerufen, weil es angeblich vom Konto der Geschädigten eine „verdächtige Abbuchung von 3500 Euro“ gegeben habe, weshalb nun „die EC-Karte untersucht werden müsse“.
Der 35-Jährige holte daraufhin die EC-Karte bei der Dame ab und mit der ebenfalls von der Anruferin in Erfahrung gebrachten Pin-Nummer, habe dieser dann an einem Bankautomaten zweimal 1000 Euro abgehoben.
Nach gleichem Modus Operandi wurde dann am 6. November ein 89-Jähriger in Morsbach ebenfalls um seine EC-Karte und Pin-Nummer gebracht. Nachdem der 35-Jährige die Karte für die angebliche Untersuchung entgegengenommen hatte, soll er an einem Bankautomaten 1500 Euro abgehoben sowie zwei Packungen Zigaretten gezogen haben. Anschließend soll er einen Teil der Beute sowie die EC-Karte an seinen Hintermann übergeben haben. Der 40-Jährige soll sich in diesem Fall im Auto befunden und die Tat abgesichert haben.
In Wiehl stand dann plötzlich die Polizei vor der Tür
Am 19. November wurde dann ein 85-Jähriger in Overath Opfer der Betrüger und gab sowohl EC-Karte als auch seine Pin heraus. Erneut hob der 35-Jährige 1500 Euro an einem Automaten ab, ehe er die Karte einem Hintermann übergab. In der Folge wurde mehr Geld abgehoben.
Am 25. November wurden die beiden Angeklagten dann aber nach einem „internen Polizeihinweis zu dem laufenden betrügerischen Anruf“ bei einem 85-Jährigen in Wiehl an Ort und Stelle festgenommen. Beim Verlassen der Wohnung des 85 Jahre alten Opfers traf der 35-Jährige auf zwei Polizeibeamte, die vor der Wohnungstür standen. Beide Männer wurden festgenommen.
Der 35-Jährige räumte vor Gericht alle Vorwürfe ein. „Ich habe die Taten begangen“, sagte der 35-Jährige. Die Hinterleute der Taten wähnte der Mann in der Türkei. Und weiter: „Ich habe mich da auf was eingelassen, was ich nicht hätte tun sollen — und jetzt sitz ich hier.“ Der 40-Jährige machte hingegen zunächst keine Angaben.
Der Prozess wird fortgesetzt.
