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„Unsichtbares Fundament“Weit mehr als Oberbergs Katasteramt

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Zum Angebot das Amtes 62 gehören auch Schrägluftbilder des Oberbergischen, hier eine Ansicht des Kreishauses in Gummersbach. 

Das Amt 62 des Oberbergischen Kreises sieht sich als digitaler Dienstleister.

Das Amt 62 des Oberbergischen Kreises, also das Amt für Geoinformation und Liegenschaftskataster, ist weitaus mehr als eine Mannschaft, die mit Theodoliten durchs Gelände zieht, um Grundstücke und deren Grenzen zu vermessen. Das Amt sei vielmehr ein digitaler Dienstleister, der allein im Bereich seines Geoinformationsportals bei den dort hinterlegten Luftbildern an die 2000 Nutzer erreicht, wie Amtsleiter Sven Heitz jetzt im Kreisbauausschuss berichtet hat.

Heitz ist seit 33 Jahren beim Oberbergischen Kreis, hart dort zunächst eine Ausbildung zum Vermessungstechniker gemacht und sich dann immer weiter qualifiziert und ein Masterstudium absolviert. Er kennt das Amt also seit Jahrzehnten. Es sei das „unsichtbare Fundament“ einer jeden Bauentscheidung. „Wir liefern die Basis für jede raumbezogene Entscheidung “, sagte Heitz im Bauausschuss, also in dem Gremium, das genau dafür zuständig ist. Sein Amt sorge dafür, dass es im Oberbergischen Kreis Planungs- und Rechtssicherheit gebe. Zudem trage man mit dazu bei, dass Eigentum geschützt werde.

Zuständig für rund 300.000 Flurstücke

Zum Amt 62 gehören 64 Beschäftigte in Voll- und Teilzeit, darunter 14 Beamte. Das Liegenschaftskataster, für das der Oberbergische Kreis zuständig ist, umfasst 918 Quadratkilometer. Die Höhe über normal Null geht von 99 Metern in Engelskirchen-Loope bis 518 Metern auf der Homert. Diese Areal ist unterteilt in in rund 300.000 Flurstücke, was schon eine ganze Menge ist. Blickt man Richtung Rheinschiene, so ergeben die Flurstücke von Köln (249.616) und die der Stadt Leverkusen (57.340) zusammen annähernd die 302.890 Flurstücke im Oberbergischen Kreis. Zur Aufgabe des Amtes gehört auch, dieses Liegenschaftskataster fortwährend zu erneuern. Die ältesten Daten gehen zurück bis ins Jahr 1820, wie Heitz dem Ausschuss erläuterte.

Einer großen Nachfrage erfreut sich die Rio-Plattform auf der Seite des Kreises. „RIO“ steht für Raum Informationssystem des Oberbergischen Kreises. Dort sind Geoinformationen für die Öffentlichkeit bereitgestellt. Dazu gehören auch Themen wie Freizeit und Tourismus. Heitz berichtet, dass Rio jeden Monat 8000 Nutzer und 50 unterschiedliche Oberflächen im Netz habe. Zu diesem Angebot gehören auch historische Karten und natürlich aktuelle Ansichten. Diese sind so aufgebaut, dass man sich sogar ein Schrägluftbild eines vorab gewählten Ausschnitts anzeigen lassen kann. Die Möglichkeiten, die der Kreis mit diesen Karten bietet, gehen sogar so weit, dass man Flächen mit einigen wenigen Klicks selbst ausmessen kann und vom System die Größe berechnen lassen kann.

Zudem bietet Rio die Möglichkeit, sich anzeigen zu lassen, ob Grundstücke, beziehungsweise Häuser sich für die Installation von PV-Anlagen eignen. Neben weiteren Angeboten macht Rio auch Aussagen zu Bodenrichtwerten. Diese Angaben sind nur Bestandteil der Produkte, die der sogenannte Gutachterausschuss beim Oberbergischen Kreis zur Verfügung stellt. Ein Teil der Arbeit der Geschäftsstelle besteht darin, pro Jahr 3000 Grundstückskaufverträge auszuwerten und basierend darauf den Grundstücksmarktbericht zu erstellen und besagte Bodenrichtwerte zu benennen. Zudem gibt der Gutachterausschuss regelmäßig einen Mietspiegel heraus und kann für Verkehrswertgutachten beauftragt werden. In der Summe ist das Amt 62 also mit deutlich mehr befasst, als mit Theodoliten durchs Feld zu ziehen.