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InsolvenzStadt braucht ein neues Bauunternehmen

3 min
Eine verwaiste Baustelle.

Die Sanierung der Straße und der Brücke über die L321 muss im kommenden Jahr neu ausgeschrieben werden. 

Die Straßensanierung in Wiehl-Dreibholz liegt still, nachdem das Lindlarer Firma Schiffarth Insolvenz anmelden musste. Wie geht es nun weiter?

Für die Anwohnerinnen und Anwohner der Dreibholzer Straße wird es eine Geduldsprobe: Die Erneuerung der Straße zwischen Bielstein und Oberbantenberg wird sich deutlich verzögern. Das beauftragte Tiefbauunternehmen ist pleite. Diese Hiobsbotschaft erhielten die Dreibholzener nun per Mitteilung von der Stadt Wiehl.

Eigentlich sollte alles im Frühjahr 2026 erledigt sein. Doch die mit den Arbeiten beauftragte Lindlarer Firma Schiffarth befindet sich seit vergangener Woche im Insolvenzverfahren. Damit sei die Firma bis auf weiteres nicht mehr in der Lage, die begonnene Maßnahme fortzuführen, schreibt die Stadt. Daraufhin habe man den Bauvertrag gekündigt. „Ein Zwischenziel wird es nun sein, die Verkehrssicherung mit einem anderen Fachunternehmen wieder herzustellen und vor dem Winter eine durchgehende Asphaltdecke einzubauen“, informiert die Stadt.

Stadt Wiehl muss Restarbeiten neu ausschreiben

Dazu müssten die noch offenen Bauleistungen allerdings erst neu   ausgeschrieben werden. Dazu zähle auch die provisorische Asphaltierung der derzeit geschotterten Teilflächen zwischen der Brücke über die L321 bis zur Einmündung „Zum alten Weiher“.

Im kommenden Jahr will die Stadt Wiehl dann die übrigen Maßnahmen als neues Gesamtpaket ausschreiben. Es geht unter anderem um die Deckensanierung im unteren Bereich der Straße ab der Landstraßenbrücke bis zur Eisenbahnbrücke sowie die Sanierung der Brücke selbst. „Unser Ziel ist es, die entstandene Verzögerung so gering wie möglich zu halten“, versichert die Stadt und bitte um Verständnis.

Vor einem Jahr haben die Arbeiten begonnen. De Straße wurde dafür abschnittsweise voll gesperrt. Insgesamt geht es um einen guten Kilometer Strecke, beginnend an der Brücke hinter der Erzquell-Brauerei, von dort bis hinter den Ortseingang von Oberbantenberg. Im Zuge des Straßenvollausbaus wurden auch neue Wasser- und Kanalleitungen verlegt. Einige Grundstücke bekommen einen neuen Hausanschluss für Frischwasser. Darüber hinaus erhält die Straße eine neue Beleuchtung. Vorgesehen sind zudem Einengungen zur Verkehrsberuhigung. Damit einhergehend gilt auf der Dreibholzer Straße später Tempo 30.

Die Kosten des Ausbaus müssen nicht die Eigentümerinnen und Eigentümern tragen,   das Land Nordrhein-Westfalen übernimmt den Anliegeranteil zu 100 Prozent. Was es nicht geben wird, ist ein durchgehender Bürgersteig. „Zum Schutz der verkehrsschwächsten Teilnehmer und zur Mobilitätsattraktivität“, hießt es damals es in der Beschlussvorlage für den Bauausschuss des Wiehler Stadtrats, wäre dieser „wünschenswert und konsequent“. Jedoch: Mit dem Bau eines Gehwegs wären auf die Anwohner erhebliche Beitragskosten zugekommen, zudem hätten sie Grundstücksfläche abtreten müssen – und das haben sie verweigert. Am Ende lenkte die Stadt Wiehl ein.


Firma Schiffarth ist pleite

Die Josef Schiffarth GmbH hat bereits zum 1. August den Geschäftsbetrieb eingestellt und nach Auskunft der Kölner Involvenzverwalterin Caroline Stevens keine Aussicht auf eine Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit. Rund 25 Mitarbeiter wurden entlassen, alle Baustellen aufgegeben. Die Schiffarth GmbH wurde in den 1960er Jahren gegründet, hatte ihren Sitz im Lindlarer Industriegebiet Klause und war über Jahrzehnte ein etabliertes Unternehmen, das sich auf Straßen- und Tiefbau sowie Erdarbeiten spezialisiert hatte und in der Gemeinde Lindlar und darüber hinaus zahlreiche Tiefbauprojekte abgewickelt hat. Nachdem das Unternehmen über drei Generationen von der Familie geleitet wurde, ist es 2023 verkauft worden. Nach mehreren Wechseln in der Geschäftsführung ist nun Schluss.