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BerufsbildungWiehler Schüler und Azubis arbeiten Hand in Hand

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Zwei Jugendlich bemalen eine Wand.

Viel Arbeit am Eingang der Wiehler Sekundarschule: Dort streichen Rozela und Bogdan (beide 14) das Segmentfenster. 

Einige Achtklässler gaben in dieser Woche der Eingangshalle der  Sekundarschule in Wiehl-Bielstein ein völlig neues Aussehen. Zusammen mit Absolventen, die heute Lehrlinge sind.

Noch bis vor kurzem hat ein bunter Drache eine Wand im Eingangsbereich der Wiehler Sekundarschule für technisch orientierte Bildung (TOB) geschmückt. Die Eingangshalle wurde von den Schülern daher auch Drachenraum genannt. Allerdings hatte die Wand im Laufe der Jahre gelitten, auch entsprach sie nicht mehr den Wünschen der Schülerinnen und Schüler, schilderte Schulleiterin Anja Kottmann. „Die ganze Sache hat sich aus der Gestaltung des Flures nebenan entwickelt“, sagt sie und zeigt die Ornamente und Wandmalereien, etwa eine Meereswoge mit einer aufgehenden Sonne darüber, die bei einem Projekt im vergangenen Jahr entstanden. Bei einem Wettbewerb hatten die jungen Leute daraufhin Ideen für eine harmonierende Gestaltung des angrenzenden Eingangsbereichs vorgestellt.

Dieser wird nun zweifarbig gehalten und mit Fotos aus dem Schulleben bestückt. Malermeister Eric Stranzenbach, Chef des gleichnamigen Malerfachbetriebs in Wiehl, berichtet, dass beim Start der Aktion am Mittwoch zunächst die Fenster und Fußleisten abgeklebt und dann die Flächen mit Weiß als Grundfarbton gestrichen wurden. Bei einer Wand seien zusätzlich Spachtelarbeiten und das Aufbringen eines Glattvlieses erforderlich gewesen. Daneben wurde auch der beigefarbene Heizkörper geschliffen, grundiert und ebenfalls in weiß lackiert.

Wiehler Schülerin will erstmal Abi machen

An der Aktion beteiligen sich neben drei Azubis des Unternehmens, von denen zwei früher die TOB besucht haben, fünf Schüler aus der achten Klasse sowie die 14-jährige Julie Enkler aus der Jahrgangsstufe darüber. Diese absolviert derzeit ein Berufspraktikum bei Stranzenbach: „Mir gefällt Malen, weil ich sehr kreativ bin.“ Ein Bürojob ist ihr zu langweilig: „Ich brauche etwas, mit dem ich mich bewegen und ausleben kann.“ Sie kann sich gut vorstellen, eine Ausbildung bei dem Malerbetrieb zu beginnen: „Vorher mache ich aber mein Abi.“ Barbara Ceska, Projektbetreuerin bei Stranzenbach, betont die gute Kooperation mit der Schule: „Wir haben bereits mehrfach am Azubi-Speeddating teilgenommen.“

Eric Stranzenbach ist es wichtig zu zeigen, dass Handwerk in allen Teilen des Alltagslebens präsent ist. Der Malerberuf sei seine Leidenschaft und spiele eine besondere Rolle: „Danach sieht die Welt viel schöner aus.“ Wertvoll seien das Mitspracherecht der Schüler und ihre Beteiligung an der Ausführung: „Dabei merken sie, wie viel Arbeit dahintersteckt und lernen sie wertzuschätzen – das ist die beste Vorbeugung vor Vandalismus.“

Diese Meinung teilt Schulleiterin Kottmann: „Das ist pädagogisch wertvoll, denn Schule ist nicht nur Mathe und Physik.“ Sie lobt die Integration der Schüler ins Team des Unternehmens: „Das ist beispielhaftes Hand-in-Hand-Arbeiten.“ Auch Tim Vogel, Fachbereichsleiter bei der Stadt Wiehl, ist begeistert: „Das ist gelebte, technisch orientierte Bildung.“ Daher unterstützt die Stadt diese Aktion durch Bereitstellung sämtlicher Materialien. Und nach dem Ende der Arbeiten erstrahlt der Eingangsbereich nun bereits in neuem Glanz.