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Gesamtschule Paffrath Stein und Buchen stellen sich kritischen Fragen der Schüler

Mit Floskeln lassen sich die Schüler der IGP nicht abspeisen. Viele Fragen beziehen sich auf das Thema Digitalisierung.

Mit Floskeln lassen sich die Schüler der IGP nicht abspeisen. Viele Fragen beziehen sich auf das Thema Digitalisierung.

Bergisch Gladbach – Die beiden aussichtsreichsten Anwärter auf den Chefsessel im Rathaus besuchen die Integrierte Gesamtschule Paffrath und stellen sich der Diskussion mit den Schülern der Oberstufe. Die Jugendlichen fühlen den Bürgermeisterkandidaten Frank Stein und Christian Buchen gehörig auf den Zahn. Und mit Tadel hält sich die junge Generation auch nicht zurück.

Die Frage des Schülers aus der Stufe 13 kommt direkt: „Warum sollen wir Ihnen unser Vertrauen geben, dass Sie die Digitalisierung der Schulen in die Hand nehmen, wenn wir in unserer Schule noch nicht einmal ordentliche Toiletten haben?“ Gute Frage, denn in den Schulgebäuden in der Stadt fehlt nicht nur eine zeitgemäße Technologie, sondern sie sind dazu noch durch die Bank sanierungsbedürftig. Stein, Kandidat von SPD, Grünen und FDP und derzeitiger Kämmerer von Gladbach mit SPD-Parteibuch, und Buchen, der für die CDU antritt, sind sich einig: Da müsse ganz dringend etwas passieren.

Aussage von Frank Stein sorgt für Raunen

Aber die Wege, die sie einschlagen wollen, sind unterschiedlich. Stein hat vor, eine städtische Schulbaugesellschaft zu gründen, um Sanierung und Digitalisierung in einem planen zu können. Buchen dagegen will digitale Leistungen über einen Dienstleister einkaufen, das gehe dann schneller. Die beiden Moderatoren Kilian Wagner und Luke Rüsing lassen nicht locker: „Wann haben wir Schüler und die Lehrer endlich alle digitale Endgeräte?“ Stein überrascht mit seiner Antwort, ein ungläubiges Raunen geht durch die Stuhlreihen im Forum der IGP. „Bis zu den Herbstferien ist das zu schaffen. Das Geld dafür ist da. Die Aufträge dafür müssen noch ausgeschrieben werden“, sagt Stein.

Die Stadtverwaltung bekommt bekommt auch ihr Fett weg. „Ist die Sanierung der Schulen einfach verpennt worden?“, will Kilian Wagner von Buchen wissen. „Nein, der Sanierungsstau ist zurückzuführen auf ein jahrzehntelanges finanzielles Problem“, erklärt Buchen. Jetzt habe die Politik beschlossen, zuerst die 20 Grundschulen zu sanieren. Dann kämen die weiterführenden Schulen dran. „Wann ist die IGP dran?“, bohrt Luke Rüsing nach. „Einen Zeitplan gibt es noch nicht“, sagt Buchen.

Bergisch Gladbach: Wie sieht es mit Radwegen aus?

Dass bei der Fridays-for-Future-Generation das Thema Umweltschutz ganz oben auf der Liste steht, überrascht nicht. Den Jugendlichen sind neue Radwege wichtig. Buchen hält ein Gesamtkonzept für nötig. Hier und da einzelne Projekte umzusetzen, bringe nichts: „Wir brauchen für die ganze Stadt ein Radwege-Netz.“ Auf den Hauptverkehrsachsen fühlten sich laut Buchen die Radfahrer unsicher.

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Stein dagegen will das seit Jahren existierende, aber bisher nicht umgesetzte Mobilitätskonzept als Grundlage für die Verbesserung der Infrastruktur nehmen. Als Bürgermeister wolle er ein Sofortprogramm auflegen, die Erneuerung der Radwege zur Chefsache machen. „Es gibt viel, was schnell erledigt werden kann.“ Als Beispiel nennt er die untere Hauptstraße in der Innenstadt, die leicht zugunsten von Radfahrern umgestaltet werden könne.

Außerdem wünschen sich die Schüler eine schnellere öffentliche Anbindung. „Können Sie sich vorstellen, wie in Monheim den öffentlichen Nahverkehr kostenlos zu machen?“, fragt Kilian Wagner. In diesem Punkt harmonieren die beiden Kontrahenten. Beide halten zumindest günstigere Kurzstrecken-Tickets für möglich. Beide setzen sich für ein zweites S-Bahn-Gleis ein. Beide betrachten Klimaschutz als wichtige Aufgabe der Stadt. Fast könnte man den Anschein gewinnen , die beiden würden als Duo auftreten. Es ist jetzt an den Jugendlichen, eine Entscheidung zu treffen.