Abo

Vermietung Gladbacher Verwaltung fragt beim Imbiss nach

3 min
Das Foton zeigt den Imbiss in Refrath

Der Imbiss in Refrath.

Bald soll der sanierte Imbiss in Refrath an der Steinbreche öffnen.

Der Stadt Bergisch Gladbach gehört so einiges. Verwaltungsgebäude, Schulen, Feuerwehren, Bürgerhäuser, Museen und Wohnunterkünfte, um mal die bekanntesten Sachen zu nennen. Im Portfolio gibt es aber auch manches Exotische.

Zum Beispiel einen Kiosk an der Stadtbahn oder den Imbiss in Refrath am Freizeitgelände Steinbreche. Das hat oft historische Gründe, und nicht immer lässt sich nachvollziehen, warum dies so ist. Schauen wir mal zur Steinbreche.

Wochenmarkt beliebt

Ebendort hat sich in den vergangenen Monaten vieles getan. „Kommt bald“ steht in englischer Sprache auf einem großen Banner, das Werbung für eine größere Imbisskette macht, insbesondere für Döner. Nach einem Brand vor einigen Jahren musste der vorherige Imbiss, bis dahin unter dem griechischen Namen „Mythos“ bekannt, schließen.

Viele im Stadtteil bedauerten dies. Als Anlaufstelle für die Ausflügler am Kahnweiher oder auch die Besucher des Freitags-Wochenmarktes war der „Mythos“ sehr bekannt. Langwierig verliefen die Gespräche zwischen Stadt, der Pachtnehmerin und den Versicherungen. Eine Einigung gelang aber doch, die Sanierung der Schäden startete in den vergangenen Wochen.

Sanierte Küche

Im Küchenbereich hatte es den größten Schaden gegeben, das Allermeiste musste erneuert werden. Nimmt man die Mitteilung beim Wort, könnte es in den kommenden Wochen zu einem Neustart kommen. Bei der Stadt hat man die Ankündigung ebenfalls bemerkt. Ganz glücklich scheinen die Akteure in der Verwaltung aber nicht zu sein.

Die Stadt habe einen neuen Vertrag mit der bisherigen Pachtnehmerin abgeschlossen, berichtet auf Nachfrage Patrick Ortmanns aus der Pressestelle der Stadt. Was es mit dem nicht zu übersehenden Hinweis auf einen auf Döner spezialisierten Imbiss auf sich habe, wisse man nicht. Jedenfalls sei man über diese Entwicklung überrascht, setzt der Sprecher der Pressestelle hinzu. Im Wortlaut heißt es: „Hier müssen wir erst selbst klären, was der Stand der Dinge ist. Die Stadt hat einen Pachtvertrag mit der alten Pächterin abgeschlossen.“

Überraschte Stadt

Und weiter: „Auch wir wurden von den Bildern der Döner-Imbiss Plakate überrascht und prüfen nun, was es damit auf sich hat. Unseres Wissens gibt es keinen Vertragspartnerwechsel der Stadt.“ Falls demnach jemand anderes den Imbiss betreiben würde, wäre dies wohl nicht dem Vertragswerk entsprechend. Auch die Sanitäranlagen hatten bei dem Feuer Schaden genommen.

Der Sprecher verweist für die Sanierung auf den neuen Vertragstext: „Die Einrichtung der Toiletten ist vertraglich festgelegt.“ Zuletzt gab es die Information, dass der neue Imbiss zwar Toiletten habe, diese aber nicht öffentlich sein würden. Wann der Imbiss und die Toiletten geöffnet werden, könne die Stadt aktuell leider nicht konkret sagen, betont der Sprecher. Auf Verzehrangebot und Preise habe die Stadt auch keinen Einfluss. Döner oder Currywurst, das kann offenbar der Betreiber selbst entscheiden.

Selbstgemachter Blechkuchen

Als nach einer vorherigen Sanierung der „Mythos“-Imbiss um das Jahr 2010 wieder öffnete, gab es für die Gäste neben täglich wechselnden Mittagsgerichten und Schnitzelvariationen auch Kaffeespezialitäten und selbstgemachten Blechkuchen. Bis zu 30 Gäste hatten im Inneren der Grillbude Platz, draußen gab es eine Restauration für bis zu 80 Personen.

Als Ausflugsziel gibt es die Steinbreche, seitdem die ehemaligen Steinbrüche zu einem kleinen See geflutet wurden. Ruderboote gab es tatsächlich auch einmal, und selbst aus Köln kamen die Besucher nach Refrath. Idyllisch muss die Anlage einmal gewesen, und auch heute unternehmen viele Spaziergänger einen Rundgang um den See.

Die Imbissbetreiber freuten sich stets über die beste Lage im Stadtteil. Die Steine aus dem Steinbruch nutzte der damalige Kurfürst zum Bau seines neuen Schlosses in Bensberg. Eine Nachfrage beim neuen Betreiber des Imbisses blieb zunächst unbeantwortet.