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Kleinere GruppenKitas werden aufgemacht – Herausforderung für Leitungsteams

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Kinderbetreuung mit Mundschutz: So ähnlich wird es wohl am Montag in vielen Kitas aussehen.

Rhein-Berg – Für viele Familien ist sie eine Entlastung, für die Erzieher im Rheinisch-Bergischen Kreis ist die Wiedereröffnung der Kindertagesstätten am kommenden Montag eine Herausforderung. Wochenlang waren die Kitas aufgrund der Corona-Krise geschlossen, nun soll der Betrieb für alle Kinder schrittweise wieder aufgenommen werden, unter besonderen Vorsichts- und Hygienemaßnahmen.

„Von der Notbetreuung zurück in die Totalauslastung. Das ist für uns unter Corona-Bedingungen mit viel Organisation verbunden“, erzählt Andreas Hack, Fachdienstleiter der Kindertagesstätten und Offenen Ganztagsschulen der Caritas für den Rheinisch-Bergischen Kreis. So wie vorher werde es nicht werden. Nicht alle Mitarbeiter könnten eingesetzt werden. Einige hätten beispielsweise schulpflichtige Kinder, die derzeit noch zuhause betreut werden müssten. „Viele unserer Mitarbeiter gehören außerdem selbst zur Risikogruppe. Der Hausarzt kann das medizinische Risiko im Einzelfall zwar bescheinigen, aber ein komplettes Beschäftigungsverbot gibt es nicht. Letztendlich liegt die Verantwortung bei uns und wir müssen das individuelle Risiko selbst einschätzen. Ich muss sagen, da fühlt man sich schon ein bisschen alleine gelassen“, so Hack.

Sicherheitsabstand unmöglich

Einige Mitarbeiter würden sich mit Mundschutz versuchen zu schützen. Den Sicherheitsabstand von 1,50 Meter einzuhalten, sei in Kindertagesstätten nicht möglich. Um das Ansteckungsrisiko zu minimieren und die Anzahl der Kontaktpersonen im Falle eines positiven Corona-Falls möglichst gering zu halten, sollen die Kita-Gruppen verkleinert werden. „Für die Aufteilung in kleine Gruppen sind wir räumlich eigentlich gar nicht ausgelegt“, berichtet Hack.

Für jede Gruppe werde ein separater Eingang eingerichtet, zudem werden die Betreuungszeiten um zehn Stunden reduziert, um genügend Zeit für die tägliche Desinfektion zu haben. Dafür nehmen sich die Erzieher der Johanniter-Kindertagesstätten besonders viel Zeit. Bereits während der Notbetreuung habe man die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Hygieneregeln umgesetzt. Deshalb habe man für den bevorstehenden „eingeschränkten Regelbetrieb“ keine gravierenden Maßnahmen mehr umsetzen müssen, heißt es vom Johanniter-Regionalverband.

Kleinere Gruppen und viel Platz

Die einzelnen Gruppen sollen aber auch hier nicht miteinander in Kontakt kommen. „Das geht zum Beispiel in unserem Johanniter-Familienzentrum Schützeneich auf dessen 5000 Quadratmeter großem Außengelände sehr gut, auf dem sich jeweils eine Gruppe in einer Spielfläche aufhalten kann“, berichtet Kita-Fachbereichsleiterin Birgit Kleese. Andreas Hack gibt jedoch zu bedenken: „Die Kinder sind eine ganz andere pädagogische Gruppenpraxis gewöhnt. Das ist auch für uns eine Herausforderung: Grenzen zu setzen, die eigentlich gar nicht im Kontext unserer pädagogischen Sichtweisen stehen.“

Der Blick auf die Kinder stehe auch in der Kindertagesstätte Bollerwagen in Refrath, die aus einer Elterninitiative heraus gegründet wurde, an erster Stelle, berichtet Erzieherin Madeleine Rißmann. „Vor allem unsere Vorschulkinder möchten wir als Gruppe nicht trennen, denn sie sollen einen guten Abschluss in der Kita haben“, sagt Rißmann, die selbst eine Tochter im Schulalter hat, die lediglich einen Tag pro Woche die Schule besuchen kann.

Fachkräftemangel stärker spürbar

Da auch in der Kindertagesstätte Bollerwagen zehn Stunden Betreuungszeit pro Kind wegfallen, habe man eine persönliche Abfrage bei den Eltern gemacht, um die Betreuungszeiten für jedes Kind zu ermitteln. Statt der üblichen drei Gruppen wird es auch in Refrath ab Montag eine vierte Gruppe geben. „Platz haben wir eigentlich nicht. Wir haben die Bereiche jetzt optisch abgesperrt mit Schränken und Flatterband. Hier ist jetzt alles rot markiert“, erzählt Rißmann.

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Trotz Mitarbeitern, die der Risikogruppe angehören, sei das Kita-Team in Refrath komplett im Einsatz. „Die Arbeit ist uns allen wichtig und wir machen unseren Job einfach mit Herzblut, deswegen nehmen wir das Risiko in Kauf“, so Rißmann. Und in einem Punkt sind sich Andreas Hack und Madeleine Rißmann einig: Der Fachkräftemangel, der bereits vor Corona dagewesen sei, werde aktuell ganz besonders spürbar.