Redaktionsmitglieder erzählen von (fast) misslungenen Urlaubserlebnissen – Leseraufruf zu eigenen Anekdoten
LeseraufrufDie schönsten Urlaubspleiten der Redaktion

Reinfälle könne auch im Urlaub passieren. Die Mitglieder der Redaktion Rhein-Berg erzählen von ihren schönsten Urlaubspleiten. (Symbolbild)
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Ach Urlaub, die entspannendste Zeit im Jahr...sollte man meinen. Doch die Organisation, das Packen und unerwartete Gegebenheiten am Zielort können die Nerven auch auf die Probe stellen. Unsere Redakteure erzählen von Urlaubserlebnissen, die sie wohl nicht in eine Postkarte schreiben würden und rufen zum Mitmachen auf.

Oliver Wahl am Abend vor dem Kampf gegen Windböen und digitale Mülltonnen.
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Die Mülltonnenverschwörung
Mein letzter Urlaubstag in Blankenberge begann vielversprechend: Koffer gepackt, Ferienwohnung aufgeräumt, genug Zeit, um den Zug nach Köln zu erwischen. Nur der Müll musste noch weg. Eine Aufgabe, die zwei Minuten dauert. Dachte ich. Doch die Mülltonnen vor Ort ließen sich nur über eine Website entsperren und öffnen, gegen eine kleine Gebühr. Klingt modern, hatte aber einen Haken. Bezahlen ging nur mit Kreditkarte. Und ich? Hatte meine in Köln gelassen. Also marschierte ich bei Wind und Regen zur Tonne am Hafen, die Müllsäcke fest umklammert, um einen hilfsbereiten Menschen mit Kreditkarte zu finden. Den ich auch fand. Doch die Technik hatte andere Pläne: „Es ist ein Fehler aufgetreten“, sagte das Display der Tonne. Kein Problem, meinte er, auf der anderen Hafenseite gebe es eine zweite Tonne mit Münzeinwurf. Nach einem weiteren Kampf gegen Windböen erreichte ich mein Ziel. Doch auch dort wurde ich mit einem „Es ist ein Fehler aufgetreten“ begrüßt. So trug ich die Säcke unverrichteter Dinge wieder zurück. Die Mülltonnen siegten. Und meinen Zug? Erwischte ich gerade so. (Oliver Wahl)

Die waghalsige Kochaktion auf einem Boot von Janina Rossignol.
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Eine wackelige Angelegenheit
Auf einem Boot werden viele Handgriffe zum Wagnis, wie ich bei einem Segelbootstrip feststellen musste. Aus einem Glas wurde schnell ein Scherbenhaufen, wenn eine Welle das Boot erwischte. Nach einigen Tagen kehrte aber Routine ein. Beim Anker legen in einer Bucht sagten wir dem Skipper, dass wir schwimmen gehen, um dann zu kochen. Der winkte ab. „Genießt den Halt. Ihr könnt auch während der Fahrt kochen.“ Also gut. Was wir nicht bedachten: Der Herd war eingehängt. Mit jeder Welle schaukelte er vor und zurück. Auf dem Menü stand Spaghetti Carbonara. Mit einem Topf voller kochendem Wasser und einer Geschwindigkeit von fast 30 Knoten (circa 55 km/h) wurde aus der Zubereitung ein Vier-Mann-Job mit Verletzungsgefahr. Einer rührt, einer hebt den Topf, einer wirft die Zutaten hinein und einer muss das Spektakel filmen. Da wir uns entschlossen, etwas Wasser abzuschütten, kamen wir unverletzt davon. Mit dickem Grinsen verkündete der Skipper: „Nun seid ihr Matrosen!“ (Janina Rossignol)

Campingurlaub in Kindertagen: Guido Wagner (r.u.) erinnert sich an einen besonderen Platz im Erdbebengebiet und einen Kuchen so gar nicht für Kinder.
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Gastgeschenk im Kuchen
Gerne fuhren wir in Kindertagen mit der siebenköpfigen Familie nach Süditalien, wo Papa nach einem großen Erdbeben mit Jugendlichen in Workcamps beim Wiederaufbau eines Dorfes geholfen hatte. Wir kamen dann mit dem Familienhauszelt regelmäßig zwischen den Erdbeerfeldern eines Bauern unter und durften bei der Ernte an den Sträuchern gebliebene Erdbeeren noch pflücken – ein echtes Paradies. Als Dank für den Erdbeerbauern hatten meine Eltern unserem Gastgeber eine Flasche seines Lieblingsanisschnapses mitgebracht. Die Bäuerin revanchierte sich umgehend mit einem Erdbeerkuchen. Was für eine herrliche Runde am Nachmittag – bis Mama die deutliche Anis-Note im Kuchen auffiel. Nun galt es, die Leckereien auf den Kindertellern – möglichst unbemerkt von den Gastgebern – gegen Kekse auszutauschen. Irgendwie ist es ihr gelungen, sie und Papa hatten für den Rest des Urlaubs Anis-Erdbeer-Kuchen satt und wir aßen die roten Früchte ohnehin viel lieber direkt vom Feld. (Guido Wagner)

Claus Boelen-Theile unterwegs in Malaga in Spanien.
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Wir sind vom Lande
Wir wollten schon die Polizei rufen. So weit war es gekommen. Ein nettes Hotel in Malaga wollten wir ansteuern, so hatten wir es jedenfalls gedacht. Und dann das: kein Hotel an der Adresse, nur eine verschlossene Haustüre. Wir waren betrogen worden, und in Malaga einen Ersatz zu finden? Unmöglich. Ach, was war das? Neben der verschlossenen Türe gab es ein unscheinbares Kästchen mit Zifferncode. Hatte das was mit uns zu tun? Nochmal auf die Buchungsseite geschaut. Da stand irgendwas von Internet und Mail, oder? Wir aus dem Bergischen Land hatten noch nie was davon gehört. Am Ende kamen wir mit E-Mail und Geheimcode glücklich ins Quartier. Und gefallen hat es uns auch, die Stadt sowieso. Also keine Polizei. (Claus Boelen-Theile)
