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LeseraufrufDie schönsten Urlaubspleiten der Leser aus Rhein-Berg

7 min
Zu sehen ist ein junger Mann, der in ein Meer springt.

Reinfälle könne auch im Urlaub passieren. Leser und Mitglieder der Redaktion Rhein-Berg erzählen von ihren schönsten Urlaubspleiten. (Symbolbild)

Leserinnen und Leser sowie Redaktionsmitglieder erzählen von (fast) misslungenen Urlaubserlebnissen – Aufruf zu eigenen Anekdoten.

Ach Urlaub, die entspannendste Zeit im Jahr...sollte man meinen. Doch die Organisation, das Packen und unerwartete Gegebenheiten am Zielort können die Nerven auch auf die Probe stellen.

Leserinnen und Leser sowie unsere Redakteure erzählen von   Urlaubserlebnissen, die sie wohl nicht in eine Postkarte schreiben würden.

Wenn die Dreckwäsche auf dem Kofferband landet

Markus Pytlik aus Bergisch Gladbach berichtet davon, warum er freiwillig den Frankfurter Flughafen nur mit halbem Gepäck verließ:

Bei meinem Trekking-Urlauben ist nicht viel Platz im Rucksack, daher kam ich einmal bei der Rückreise auf die Idee, die Mitbringsel in das Hauptfach zu stecken und einen Teil der Dreckwäsche in die Iso-Matte einzurollen. Die zurrte ich fest an den Rucksack und war ganz stolz, auf diese Weise etwas mehr Platz im Hauptfach zu bekommen.

Plötzlich liegt eine weiße Socke zwischen fremden Gepäck

In Frankfurt am Flughafen wartete ich dann am Gepäckband auf den Rucksack. Wie immer war er natürlich nicht am Anfang dabei, als die ersten Koffer über das Band ankamen.

Eine blaue Isomatte hängt an einem grauen Rucksack.

Skurriles von einer als Wäschemuff genutzten Isomatte berichtet Leser Markus Pytlik. (Symbolbild)

Dann aber passierte etwas Ungewöhnliches: Da lag eine weiße Socke auf dem Band zwischen zwei fremden Koffern, so dass sie nicht jeder sofort sehen konnte. Ich schaltete nicht und ließ sie an mir vorbeirollen. Aber es ging weiter: Nacheinander fanden sich weitere Socken, Unterhosen und dreckige T-Shirts auf dem Band, schön verteilt auf dem gesamten Kofferband und immer wieder in kleinen Häufchen.

Bis heute weiß niemand, was aus der Wäsche geworden ist

Da wurde mir klar, dass die Idee mit der Iso-Matte wohl doch nicht so gut gewesen sein konnte: Die Wäsche war während des Ausladens aus den Seitenlöchern der Matte langsam und Stück für Stück herausgefallen und lag jetzt überall zwischen dem fremden Gepäck. Als mir klar wurde, dass das meine Dreckwäsche war, die da gemächlich an mir vorbeifuhr, habe ich „unauffällig“ weggeschaut und die Wäschestücke an mir vorbeiziehen lassen. Auf keinen Fall wollte ich jetzt alles einsammeln und dann mit einem Berg Unterhosen unter dem Arm den Flughafen verlassen.

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Als dann mein Rucksack kam, nahm ich ihn vom Band und sah vorwurfsvoll auf die einzelnen Socken daneben; dann ab zum Ausgang. Wo die Wäsche im Anschluss hingekommen ist, wollte ich gar nicht wissen … (Markus Pytlik)


Manchmal sind es nicht die Sehenswürdigkeiten, die von einer Reise in Erinnerung bleiben. Manchmal sind es ein Swimmingpool ohne Wasser, ein Tennisplatz ohne Linien und eine Horde verliebter Straßenhunde vor dem Schlafzimmerfenster.

So erging es Wolfram Kauertz aus Bergisch Gladbach-Katterbach bei einem Urlaub in Ägypten. Nach einer nach seinen Worten „hochinteressanten Rundreise“ durch das Land wollte er sich mit seiner Frau noch eine Woche Badeurlaub in einer Ferienanlage in Hurghada gönnen. Doch bereits bei der Ankunft wurde klar: Hier galt offenbar das Motto „Erwartungen sind dazu da, enttäuscht zu werden“.

Schwimmen im Swimmingpool? Ohne Wasser kaum möglich

Der Swimmingpool war zwar vorhanden, allerdings fehlte eine entscheidende Zutat: Wasser. Der Tennisplatz verfügte immerhin über ein Netz – wenn auch ein etwas durchhängendes. Auf Linienmarkierungen hatte man dagegen vollständig verzichtet. Wer einen Ball ins Aus schlug, musste das offenbar mit seinem Gewissen ausmachen.

Ein junger Mann sitzt an einem Pool ohne Wasser.

Wolfram Kauertz aus Katterbach erlebte in Ägypten einen Urlaub voller Überraschungen.

Auch die Klimaanlage überraschte die Urlauber. Sie bestand im Wesentlichen aus einer deckenähnlichen Öffnung, die weniger für Kühlung als vielmehr für eine intensive Begegnung mit der heimischen Mückenwelt sorgte. Zwar stand am Eingang des Bungalows ein Mückenspray bereit, doch die örtlichen Plagegeister schienen gegen dessen Wirkung längst immun geworden zu sein.

Ein bereits abgeleckter Löffel wartet am Abendbuffet

Wenn die Urlauber nach stundenlanger Mückenjagd schließlich doch eingeschlafen waren, übernahmen die Hunde vor der Tür die Nachtschicht. Ausgerechnet vor dem Bungalow der Katterbacher lieferten sich ausgehungerte Strandköter lautstarke Rivalenkämpfe um die Gunst einer Hündin. An erholsamen Schlaf war kaum zu denken.

Doch damit nicht genug. Auch das Abendbuffet entwickelte sich zur Herausforderung. Die Auswahl der Speisen sei durchaus ansprechend gewesen, erinnert sich Kauertz. Weniger appetitlich fand er jedoch die Angewohnheit einiger Gäste, bereits vor der offiziellen Eröffnung des Buffets die Servierlöffel aus den Schüsseln zu nehmen, die Speisen zu probieren und die benutzten Bestecke anschließend wieder zurückzulegen.

Selbst der Rückflug mit einer Gangway ist chaotisch

Die Heimreise setzte dem Ganzen schließlich die Krone auf. Am Flughafen wurden die Gepäckstücke der Reisenden äußerst gründlich kontrolliert. Allerdings, so berichtet Kauertz, habe sich die Gründlichkeit mancher Kontrolleure deutlich verringert, sobald ein Geldschein den Besitzer wechselte.

Auch nachdem alle Passagiere längst im Flugzeug saßen, ging es zunächst nicht los. Die Gangway blieb stehen. Nach Beobachtung des Urlaubers warteten die zuständigen Mitarbeiter offenbar ebenfalls auf eine finanzielle Motivation. Erst mit erheblicher Verspätung hob die Maschine schließlich ab.

Einen weiteren Urlaub in Ägypten schließt Kauertz aus

Die Folgen bekamen die Reisenden später zu spüren: Wegen des Nachtflugverbots konnte der Heimatflughafen nicht mehr angeflogen werden. Stattdessen landete die Maschine in Hannover. Es folgte eine ungeplante Hotelübernachtung, bevor es erst am nächsten Tag weiter Richtung Köln ging.

Das Fazit von Wolfram Kauertz fällt entsprechend eindeutig aus: „Nach diesen Erfahrungen konnten wir uns nicht mehr für einen weiteren Ägypten-Urlaub entschließen.“ (Redaktionell bearbeitet von Guido Wagner)


Von ihren schönsten Urlaubspleiten erzählen Mitglieder der Redaktion Rhein-Berg in den folgenden Zeilen:

Die Mülltonnenverschwörung

Mein letzter Urlaubstag in Blankenberge begann vielversprechend: Koffer gepackt, Ferienwohnung aufgeräumt, genug Zeit, um den Zug nach Köln zu erwischen. Nur der Müll musste noch weg. Eine Aufgabe, die zwei Minuten dauert. Dachte ich. Doch die Mülltonnen vor Ort ließen sich nur über eine Website entsperren und öffnen, gegen eine kleine Gebühr. Klingt modern, hatte aber einen Haken. Bezahlen ging nur mit Kreditkarte. Und ich? Hatte meine in Köln gelassen.

Ein junger Mann steht draußen, im Hintergrund geht die Sonne unter

Oliver Wahl am Abend vor dem Kampf gegen Windböen und digitale Mülltonnen.

Also marschierte ich bei Wind und Regen zur Tonne am Hafen, die Müllsäcke fest umklammert, um einen hilfsbereiten Menschen mit Kreditkarte zu finden. Den ich auch fand. Doch die Technik hatte andere Pläne: „Es ist ein Fehler aufgetreten“, sagte das Display der Tonne. Kein Problem, meinte er, auf der anderen Hafenseite gebe es eine zweite Tonne mit Münzeinwurf. Nach einem weiteren Kampf gegen Windböen erreichte ich mein Ziel. Doch auch dort wurde ich mit einem „Es ist ein Fehler aufgetreten“ begrüßt. So trug ich die Säcke unverrichteter Dinge wieder zurück. Die Mülltonnen siegten. Und meinen Zug? Erwischte ich gerade so. (Oliver Wahl)

Eine wackelige Angelegenheit

Auf einem Boot werden viele Handgriffe zum Wagnis, wie ich bei einem Segelbootstrip feststellen musste. Aus einem Glas wurde schnell ein Scherbenhaufen, wenn eine Welle das Boot erwischte. Nach einigen Tagen kehrte aber Routine ein. Beim Anker legen in einer Bucht sagten wir dem Skipper, dass wir schwimmen gehen, um dann zu kochen. Der winkte ab. „Genießt den Halt. Ihr könnt auch während der Fahrt kochen.“ Also gut. Was wir nicht bedachten: Der Herd war eingehängt. Mit jeder Welle schaukelte er vor und zurück.

Zu sehen ist ein Herd in einem Boot.

Die waghalsige Kochaktion auf einem Boot von Janina Rossignol.

Auf dem Menü stand Spaghetti Carbonara. Mit einem Topf voller kochendem Wasser und einer Geschwindigkeit von fast 30 Knoten (circa 55 km/h) wurde aus der Zubereitung ein Vier-Mann-Job mit Verletzungsgefahr. Einer rührt, einer hebt den Topf, einer wirft die Zutaten hinein und einer muss das Spektakel filmen. Da wir uns entschlossen, etwas Wasser abzuschütten, kamen wir unverletzt davon. Mit dickem Grinsen verkündete der Skipper: „Nun seid ihr Matrosen!“ (Janina Rossignol)

Gastgeschenk im Kuchen

Gerne fuhren wir in Kindertagen mit der siebenköpfigen Familie nach Süditalien, wo Papa nach einem großen Erdbeben mit Jugendlichen in Workcamps beim Wiederaufbau eines Dorfes geholfen hatte. Wir kamen dann mit dem Familienhauszelt regelmäßig zwischen den Erdbeerfeldern eines Bauern unter und durften bei der Ernte an den Sträuchern gebliebene Erdbeeren noch pflücken – ein echtes Paradies. Als Dank für den Erdbeerbauern hatten meine Eltern unserem Gastgeber eine Flasche seines Lieblingsanisschnapses mitgebracht.

Zu sehen sind Leute, die am Tisch sitzen und essen. Vor allem Kinder.

Campingurlaub in Kindertagen: Guido Wagner (r.u.) erinnert sich an einen besonderen Platz im Erdbebengebiet und einen Kuchen so gar nicht für Kinder.

Die Bäuerin revanchierte sich umgehend mit einem Erdbeerkuchen. Was für eine herrliche Runde am Nachmittag – bis Mama die deutliche Anis-Note im Kuchen auffiel. Nun galt es, die Leckereien auf den Kindertellern – möglichst unbemerkt von den Gastgebern – gegen Kekse auszutauschen. Irgendwie ist es ihr gelungen, sie und Papa hatten für den Rest des Urlaubs Anis-Erdbeer-Kuchen satt und wir aßen die roten Früchte ohnehin viel lieber direkt vom Feld. (Guido Wagner)

Wir sind vom Lande

Wir wollten schon die Polizei rufen. So weit war es gekommen. Ein nettes Hotel in Malaga wollten wir ansteuern, so hatten wir es jedenfalls gedacht. Und dann das: kein Hotel an der Adresse, nur eine verschlossene Haustüre. Wir waren betrogen worden, und in Malaga einen Ersatz zu finden? Unmöglich. Ach, was war das? Neben der verschlossenen Türe gab es ein unscheinbares Kästchen mit Zifferncode.

Zu sehen ist ein Mann in einer mediterranen Stadt, der in die Kamera lächelt.

Claus Boelen-Theile unterwegs in Malaga in Spanien.

Hatte das was mit uns zu tun? Nochmal auf die Buchungsseite geschaut. Da stand irgendwas von Internet und Mail, oder? Wir aus dem Bergischen Land hatten noch nie was davon gehört.

Am Ende kamen wir mit E-Mail und Geheimcode glücklich ins Quartier. Und gefallen hat es uns auch, die Stadt sowieso. Also keine Polizei. (Claus Boelen-Theile)