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Wildtiere in NotFreilaufende Hunde gefährden Kinderstube

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Ein Rehkitz kauert auf dem Boden.

Unbedingt anleinen sollten Hundehaltende ihre Vierbeiner, damit diese nicht die Kinderstube von Wildtieren gefährden.

Die Jägerschaft in Rhein-Berg schlägt Alarm: Hunde ohne Leine werden zur Gefahr für Rehkitze und Hasenjunge.

Für viele Hundebesitzer gehört der Spaziergang ohne Leine zum Alltag. Doch was für den Vierbeiner Freiheit bedeutet, kann für junge Wildtiere tödliche Folgen haben. Die Kreisjägerschaft Rheinisch-Bergischer Kreis warnt deshalb eindringlich vor den Folgen freilaufender Hunde während der Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit.

Ein Mann geht im Sonnenschein mit seinem Hund spazieren.

Hunde sollten beim  Spaziergang grundsätzlich an der Leine geführt werden.

„In den vergangenen Wochen kam es leider wiederholt zu Vorfällen mit freilaufenden Hunden und jungen Wildtieren“, berichtet Oliver Renneberg, Obmann für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Kreisjägerschaft. Die Jäger appellieren deshalb an alle Naturbesucher, in den kommenden Wochen besondere Rücksicht walten zu lassen.

Jedes Jahr werden zahlreiche Jungtiere von freilaufenden Hunden aufgespürt, gehetzt, verletzt oder getötet
Oliver Renneberg, Obmann für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Kreisjägerschaft Rhein-Berg

Noch bis Ende Juli befinden sich viele Wildtiere in einer besonders sensiblen Phase. Rehe, Feldhasen, Fasane und andere Bodenbrüter ziehen ihren Nachwuchs groß. Wiesen, Felder, Waldränder und selbst unscheinbare Wegränder werden in diesen Monaten zur Kinderstube der Natur.

Dabei reichen oft schon kurze Störungen aus, um dramatische Folgen auszulösen. Werden Jungtiere von Hunden aufgespürt oder gehetzt, können sie verletzt werden oder vor Erschöpfung verenden. Auch Gelege von Bodenbrütern gehen immer wieder verloren. „Jedes Jahr werden zahlreiche Jungtiere von freilaufenden Hunden aufgespürt, gehetzt, verletzt oder getötet“, warnt Renneberg. Nicht immer seien die Folgen sofort sichtbar. Viele Tiere würden erst später an ihren Verletzungen sterben oder von ihren Müttern nicht mehr versorgt.

Jägerschaft fordert Hundhaltende auf, ihre Vierbeiner beim Spaziergang im Wald grundsätzlich anzuleinen

Die Kreisjägerschaft fordert daher Hundehalter auf, ihre Tiere beim Spaziergang im Wald sowie entlang von Wiesen und Feldern grundsätzlich anzuleinen und die Wege nicht zu verlassen. In Naturschutzgebieten gilt die Anleinpflicht ohnehin ganzjährig.

Besonders häufig werden Spaziergänger auch unsicher, wenn sie scheinbar verlassene Rehkitze oder Hasenjunge entdecken. Doch gerade dann ist Zurückhaltung gefragt. „Bitte lassen Sie das Tier in Ruhe und halten Sie Abstand“, rät die Kreisjägerschaft. In den allermeisten Fällen sei das Muttertier in der Nähe und kehre zurück, sobald die vermeintliche Gefahr vorüber ist. Viele Wildtiermütter legen ihren Nachwuchs bewusst versteckt und allein ab, um keine Fressfeinde anzulocken. Wer ein Jungtier berührt oder zu nah herangeht, kann ungewollt dafür sorgen, dass die Elterntiere es später meiden. Auch Hunde sollten deshalb konsequent ferngehalten werden.

Wildtierhilfe und Revierjäger helfen, wenn ein Tier verletzt ist oder hilfsbedürftig erscheint

Nur wenn ein Tier offensichtlich verletzt oder tatsächlich hilfsbedürftig erscheint, sollte Hilfe organisiert werden. Dann empfehlen die Jäger, den zuständigen Revierjäger oder eine Wildtierhilfe zu informieren. Für Fragen rund um die Kitzrettung steht bei der Kreisjägerschaft zudem ein Ansprechpartner, Bernhard-Walter Pohl, unter Telefon (0177) 38 38 8 73 zur Verfügung.

Die Botschaft der Jägerschaft ist eindeutig: Mit einer Leine und etwas Abstand können Spaziergänger entscheidend dazu beitragen, dass Rehkitze, Hasenjunge und andere Wildtiere die ersten Wochen ihres Lebens ungestört überstehen. Gerade jetzt, wenn die Natur ihren Nachwuchs großzieht, ist Rücksicht der beste Naturschutz.