Der 73-Jährige kämpft für die Erhaltung des Baches. Im Rahmen der Ferienspiele bietet er dort auch Kunstaktions-Projekte an.
Mein LieblingsplatzChristoph Mödder spielte schon als Kind im Gillbach in Bergheim

Seit seiner Kindheit ist Christoph Mödder mit dem Gillbach verbunden.
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Kinder spielen an dem Bach im Bergheimer Stadtgebiet, den sie als Abenteuerspielplatz für sich erobert haben und springen zur Abkühlung gerne hinein. Ebenso wie Jack-Russel-/Beagle-Hündin Mila, die Stöckchen hinterherpaddelt. In den Bäumen und am Wasser tummeln sich Eisvögel, Graureiher, Grünspecht-Pärchen und Nutrias. Das Idyll erinnert Christoph Mödder an seine eigenen Kindertage. Der Gillbach ist für den 73-Jährigen ein Lieblingsort, für dessen Erhalt er sich unter anderem mit Kunstinstallationen und Freizeitaktionen einsetzt.
Mödder ist auf einem nahe gelegenen Bauernhof aufgewachsen und kam als Kind oft mit Freunden zum Spielen an den Gillbach. „Unser Vater ließ uns viel Freiraum, unsere Erfahrungen selbst zu machen“, erinnert er sich. So habe er als Kind mit einem Freund eine Kiste gebaut und mit Teer abgedichtet, um zwischen den Brücken in Rheidt und Hüchelhoven eine Fähre gegen kleines Geld zu betreiben. „Das Boot hatte aber keinen Kiel, und so landeten wir nach zwei Metern im Wasser“, sagt er lachend.
Der Gillbach in Bergheim wird zu einer Galerie
Dieses freie und unbeschwerte Spiel wünscht er auch heutigen Kindern. Seit einigen Jahren macht er im Rahmen der Ferienspiele Kunstaktions-Projekte im Bach. Auf Trittsteinen konnten sich Kinder an aufgehängten Noten („Bridge over Troubled Water“) entlanghangeln. Ein anderes Mal wurden kleine Wassermühlen gebaut, wovon eine gar Strom erzeugte und ein Licht erleuchten ließ.
Dann wieder ließen die Kinder Traumschnecken mit Federn zu Wasser, und auch Ostergrüße hingen an roten Fäden. Große Ostereier hat Mödder zu einer menschlichen Gestalt verbunden als Sinnbild für das Motto „Mit Abstand Gemeinschaft“. „Wir machen den Bach zu einer Galerie“, sagt der ehemalige Lehrer, der damit den Gillbach erlebbar machen will. Allen Installationen gemein sind irgendwo verbaute rote Fäden.
Freies und unbeschwertes Spiel am Gillbach in Bergheim
Die finden sich auch in seinem jüngsten Projekt, das bis zum Jahresende zu sehen sein soll. Ein mit den Fäden bespannter Gartenstuhl mit angedeutetem Benutzer steht, fest gegründet, mitten im Bach. Stiefel hängen über dem Wasser. „Das ist das Symbol für ein Wunder frei nach Jesus, der über das Wasser lief. Auf das Wunder hoffen wir, damit der Bach erhalten bleibt“. In den Händen hält die Kunstfigur eine Messlatte („Das soll besagen, dass wir die Entwicklung genau im Auge behalten.“) und eine Flasche „Ephèmer“-Wein.

Als Mahnmal für den Erhalt des Gillbaches hat Christoph Mödder seine Skulptur in den Bachlauf gestellt.
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Den Rosé-Tropfen hat er in der Provence entdeckt und gleich eine ganze Kiste gekauft. Denn Ephemer ist das Reizwort in der Diskussion um den Erhalt des Baches, der sich zurzeit hauptsächlich aus Kühlwasser des nahen Kraftwerks Niederaußem speist. Im Griechischen bedeutet „ephḗmeros“ „vergänglich“. Ein Gutachten besagt, dass der Gillbach früher ephemer war, also nicht durchgängig Wasser führte.
Das hält Mödder für Unsinn. „Am Kleinen Mönchhof wenige hundert Meter bachaufwärts ist aus dem 13. Jahrhundert eine Korn-Wassermühle überliefert. Kein Müller baut eine Mühle an einem Bach, der nicht permanent Wasser führt“, sagt er. Er hofft auf ein weiteres Gutachten, das der Bergheimer Planungsausschuss befürwortet und dem der Stadtrat noch zustimmen muss. Dann könnte nach seiner Vorstellung der Regen großflächig in Retentionsbecken gesammelt und bei Bedarf dem Bachbett zugeführt werden.
„Der Bach muss erhalten bleiben, sonst wird das hier ein Stinkbecken“, fordert er. Auch als Ersatz für mangelnde Spielplätze im Doppelort – die hat er im Gillbach mit einem zersägten Klettergerüst mit roten, verbindenden Fäden angemahnt – sei der Abenteuerspielplatz, wie Mödder ihn seit Kindertagen kennt, wichtig, damit das Areal auch künftig Lieblingsplatz von Groß und Klein bleiben kann.
