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Musiker zurück in Brühl Aus einem Auslandsjahr in China wurden 15 Jahre

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Nina Anders mit Bodo von Zingler bei den Proben.

Brühl-Schwadorf – Bodo von Zingler (43) und Nina Anders (44) kennen sich schon seit ihrer Schulzeit am Max-Ernst-Gymnasium in Brühl. „Ich habe Bodo bei den Hausarbeiten geholfen, dafür hat er mir Gitarrenunterricht gegeben“, berichtet Nina Anders. Als von Zingler dann zur Europaschule nach Bornheim wechselte, trennten sich ihre Wege zwar, doch die Leidenschaft zur Musik verbindet beide bis heute.

15 Jahre lang lebte Schwadorfer in China

Nina Anders hat nach dem Abitur und einer Ausbildung zur Schneiderin sogar Musik studiert und arbeitet heute als freie Musikerin sowie als Klavier- und Gesanglehrerin.

Bode von Zingler musizierte in der Europaschule in der Big Band und startete nach dem Abitur ein Studium in Regionalwissenschaften. Vor seinem Vordiplom wollte er ein Auslandsjahr in China absolvieren. „Ich blieb 15 Jahre“, sagt er. Schon drei Wochen nach seiner Ankunft 2004 in der 15-Millionenmetropole Chengdu in der Provinz Sichuan wusste er, dass ihm ein Jahr China niemals ausreichen werde.

Ein Leben voller Düfte, Bräuche und Farben

Das Leben dort ist so anders, so voller fremder Düfte, Bräuche und Farben“, erklärt er. Jeden Tag habe er neue interessante Menschen kennengelernt, die auch sehr an dem Leben in Deutschland interessiert gewesen seien. Letztendlich hat von Zingler sogar sein Studium in Deutschland abgebrochen, eine Chinesin geheiratet und seinen Bachelor in China in Mandarin gemacht.

Sein musikalisches Können hat dem jungen Mann in China Türen und Tore geöffnet. Zehn Jahre ist er als Bassist unter anderem mit „Redwater“, einer Band mit vier Musikern aus Deutschland, USA, Frankreich und England, auf den Bühnen Chinas und des Tibets zu Hause gewesen. „Wir haben Cover-Musik aber auch ganz eigene Stücke gespielt“, erzählt er. Vier Jahre habe er auch die in China bekannte Sängerin Tan Weiwei als Bassist begleitet. Insgesamt seien es in seinen Jahren in China rund 1800 Konzerte gewesen, die er vor bis zu 30.000 Zuschauern gespielt habe.

Musikalische Erfolge vor Millionenpublikum

„Ein Milliardenpublikum könnte es sogar bei der chinesischen Neujahrsgala gewesen sein, als unser Auftritt vom chinesischen Fernsehsender CCTV ausgestrahlt wurde“, berichtet der 43-Jährige. 2019 kam er zurück nach Deutschland. Seit ein paar Monaten wohnt er in Schwadorf, in der Nachbarschaft von Nina Anders. „Ich hatte einfach Heimweh“, erklärt er. Ohne seine Frau sei er zurück nach Deutschland.

„Ich möchte nicht mehr zurück“, sagt von Zingler heute. Lieber wolle er noch andere Länder der Welt kennenlernen. Sein größter Traum sei es, als Musik-Nomade durch die Welt zu reisen und überall dort aufzutreten, wo die Welt ihn hören möchte.

Doch erst einmal sei er schon zufrieden, wenn er wie in China wieder von seiner Konzertmusik leben könne. Und genau diesen Traum teilt er auch mit seiner Schulfreundin Nina Anders. Gerade haben die beiden ein Musik-Duo gegründet: „AnderZen“.

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„Unsere Homepage ist im Aufbau, die ersten Auftritte sind bereits gebucht“, verrät Nina Anders. Im Vorprogramm der „Hot Jazzboys“ spielen sie zum Beispiel am 16. Oktober zwischen 13 und 16 Uhr am Birkhof in Brühl. Fast täglich treffen sie sich zurzeit, um miteinander zu proben – Bodo von Zingler am Bass und am Beatbuddy, Nina Anders singt live und spielt dazu Klavier. „Zusammen hören wir uns an wie ein Quartett“, schwärmt von Zingler. Ihre Cover-Songs sind leicht, jazzig aber auch poppig. „Wir können leise aber auch ganz laut“, lacht Nina Anders und Bodo von Zingler ergänzt: „Wir sind bereit Deutschland und Europa zu erobern.“