Seit Jahren lässt der Neubau auf dem Areal der Traditionsgaststätte „Treffpunkt Paula“ auf sich warten. Nun gibt es eine Zwischennutzung.
„Grüne Oase“Aus der verwilderten Baulücke im Ortskern von Alt-Hürth wird ein Pop-up-Park

In eine kleine grüne Oase verwandeln die Stadtwerke das brachliegende Baugrundstück.
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Seit Jahren klafft hinter Bauzäunen an der Lindenstraße zwischen Pastorats- und Mittelstraße eine verwilderte Baulücke – mitten im Ortskern von Alt-Hürth. An dieser Stelle stand einst die Traditionsgaststätte „Treffpunkt Paula“. Geplant ist dort ein architektonisch anspruchsvolles Mehrfamilienhaus mit Wohnungen im gehobenen Standard und einer Gastronomie im Erdgeschoss. Gebaut wird dort allerdings noch immer nicht. Die Stadt funktioniert das Privatgrundstück jetzt auf eigene Kosten in einen Kurzzeitpark um.
Am Donnerstag haben die Stadtwerke damit begonnen, das Baugrundstück herzurichten und zu einer kleinen grünen Oase auf Zeit für die Alt-Hürther umzugestalten. Ein Teil wird mit Rasen und Rindenmulchwegen versehen, der Erdhügel mit einem Rangerzaun aus Holzbohlen gesichert und bepflanzt. Der Bauzaun rückt zurück, sodass üppige Schilfpflanzen die Ruhezone begrenzen, die über einen mit Holzschnitzel versehenen Weg von der Ecke Lindenstraße und Pastoratstraße zugänglich gemacht wird.
Hürther Stadtwerke verleihen die Sitzbänke für den Kurzzeitpark
Zwei Sitzbänke laden künftig zum Verweilen. Das Mobiliar stammt aus dem Neubau der Stadtwerke am Wasserwerk und wird bis zum Baubeginn „ausgeliehen“. Die Stadt beziffert die Kosten auf unter 5000 Euro.
Die Idee für den Pop-up-Park, der bei Baubeginn rasch zurückgebaut werden kann, geht auf eine Initiative des CDU-Ortverbands vor einem Jahr zurück, so der Stadtverordnete Peter Zylajew. Bürgermeister Dirk Breuer nahm daraufhin Kontakt mit den Eigentümern auf, die nach anfänglichen Bedenken zustimmten.
„Wir haben der Stadt das Grundstück für null Euro Pacht überlassen“, bestätigte Yusuf Yigit. Gemeinsam mit seinem Bruder Ibrahim hat er den ehemaligen „Rheinischen Hof“ 2018 von den Erben des im Januar 2017 gestorbenen Gastwirts Dieter Mellen gekauft.
Kleinere Grundrisse für einige Wohnungen in Alt-Hürth
Bereits im Herbst 2019 ließen die beiden Alt-Hürther das Fachwerkhaus aus dem 19. Jahrhundert abbrechen und planten einen Neubau mit 13 Eigentumswohnungen und Gastronomie im Erdgeschoss. Doch der Baustart verzögerte sich, auch wegen eines Rechtsstreits mit einem Nachbarn. Im Herbst 2022 begannen die Investoren dann mit der Herrichtung des Baugrundstücks. Dabei blieb es aber bislang.
Als Grund für die Verzögerung nennt Yigit die schwierige Lage auf dem Immobilienmarkt. Um das Projekt besser vermarkten zu können, werde es derzeit leicht umgeplant. „Wir ändern einige Grundrisse und gestalten auch das Außengelände attraktiver“, so der Investor. So sollen einige Wohnungen etwas kleiner werden als ursprünglich geplant. Vor allem für Wohnungen mit Flächen zwischen 80 und 90 Quadratmeter gebe es große Nachfrage. Mit einem Baustart rechnet Yigit nun im Sommer 2026. Die Investitionshöhe beziffert er auf rund fünf Millionen Euro.