Das Projekt soll in fünf bis sechs Jahren umgesetzt werden. Die Kostenprognose liegt bei 97 Millionen Euro.
Steigender BedarfLVR, Much und Neunkirchen-Seelscheid unterzeichnen Vorvertrag für Förderschule

LVR, Much und Neunkirchen-Seelscheid vereinbaren Ausbau der.schulischen Infrastruktur (v.l.) Wilfried Kölzer (LVR), Johannes Hagen (Geschäftsführer Innovations-Quartier), Dr. Alexandra Schwarz (LVR), Guido Vierkötter (Bürgermeister Neunkirchen-Seelscheid), Nina Herrling (LVR) und Karsten Schäfer (Bürgermeister Much).
Copyright: Quentin Bröhl
Noch kann sich keiner so richtig vorstellen, dass in ein paar Jahren auf einer grünen Wiese eine neue Schule entsteht. Auf einem drei Hektar großen Areal auf dem Gelände der Entwicklungsgesellschaft des gemeinsamen kommunalen Unternehmens (GKU) der Gemeinden Much und Neunkirchen-Seelscheid plant der Landschaftsverband Rheinland (LVR) eine Schule mit dem Förderschwerpunkt „Körperliche und motorische Entwicklung“ (KME).
Alle Beteiligten trafen sich südöstlich des Innovationsquartiers des GKU, um einen Vorvertrag, einen sogenannten „Letter of Intent“, zu unterschreiben. Über den zeitlichen Ablauf gibt es bislang nur vage Aussagen. Es könnte fünf bis sechs Jahre dauern, ehe die Schule auf dem abschüssigen Gelände mit rund 15 Metern Höhenunterschied entstanden ist. Die Kostenprognose beläuft sich auf 97 Millionen Euro, die der LVR trägt, nachdem er der Entwicklungsgesellschaft der GKU das Grundstück abgekauft hat.
Einrichtungen in Sankt Augustin, Rösrath und Wiehl sollen entlastet werden
Die beiden Kommunen sowie der LVR als Vertragspartner stehen als Schulträger gemeinsam vor der Aufgabe, die schulische Infrastruktur auszubauen. Der Bedarf an neuem Schulraum verschärft sich ab dem Schuljahr 2026/27 zusätzlich durch den geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter. Der LVR-Landschaftsausschuss hatte daher im Oktober 2025 den Neubau einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt KME in Neunkirchen-Seelscheid beschlossen.
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„Mit der Unterzeichnung dieses Letter of Intent gehen wir einen wichtigen Schritt, um die sonderpädagogische Förderung zukunftsfähig zu gestalten“, erklärte Dr. Alexandra Schwarz, LVR-Dezernentin für Schulen, Inklusionsamt und soziale Entschädigung. „Der geplante Neubau schafft die Voraussetzungen, die steigende Nachfrage zu decken, bestehende Schulen zu entlasten und gleichzeitig eine inklusive Schulinfrastruktur durch beispielsweise schulformübergreifende Kooperationen mit bestehenden Bildungseinrichtungen aufzubauen.“
Alle drei Vertragsparteien treten als Schulträger auf
Man habe in den vergangenen Jahren einfach gemerkt, dass es im östlichen Rhein-Sieg-Kreis und im südlichen Teil des Oberbergischen Kreises einen steigenden Bedarf an Förderschulplätzen mit dem Förderschwerpunkt KME gebe. Mit dem Neubau sollen die Einrichtungen in Sankt Augustin, Rösrath und Wiehl entlastet werden.
Man habe in Neunkirchen-Seelscheid ein passendes Grundstück gefunden, was sicherlich nicht so leicht sei, betonte LVR-Fachbereichsleiter Schulen Wilfried Kölzer. Die Förderschule sei für Kinder mit komplexem Unterstützungsbedarf gedacht. Die Schule werde für Kinder gebaut, die auf den Rollstuhl angewiesen seien und den ganzen Tag Pflege bräuchten, betonte Schwarz.
Mit diesem Projekt leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Bildungsinfrastruktur in unserer Region.
Mit der Unterzeichnung des Vorvertrags bekräftigen die beiden Gemeinden sowie das LVR als Partner ihren Willen, die notwendigen Planungsschritte einzuleiten und die Schule gemeinsam zu bauen. Die Detailplanung für den Neubau einer 1,5-zügigen Schule mit 18 Klassen für etwa 150 bis 180 Schüler wird in den kommenden Monaten aufgenommen. Durch den extremen Höhenunterschied wird die Schule mit mehreren Etagen geplant. Schon jetzt steht fest, dass es sowohl über das Gelände des Innovationscenters als auch aus südlicher Richtung eine Zufahrt geben wird.
„Mit diesem Projekt leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Bildungsinfrastruktur in unserer Region. Die neue Förderschule wird nicht nur dringend benötigte Schulplätze schaffen, sondern als moderner und inklusiver Lernort auch neue Maßstäbe setzen. Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit dem LVR und der Gemeinde Much diesen zukunftsweisenden Weg gehen“, sagte Guido Vierkötter, Bürgermeister der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid.
„Der Letter of Intent ist ein wichtiger Schritt, um den wachsenden Bedarf an Schulplätzen verantwortungsvoll zu decken. Gemeinsam mit dem LVR und Neunkirchen-Seelscheid setzen wir damit ein klares Zeichen für eine zukunftsfähige und inklusive Bildungslandschaft“, ergänzte Karsten Schäfer, Bürgermeister der Gemeinde Much.
Auf seiner Internetseite hat der Landschaftsverband eine Informationsseite gestellt, die den Bau der neuen Förderschule mit dem Förderschwerpunkt „Körperliche und motorische Entwicklung“ betrifft. Dort werden alle wichtigen Fragen beantwortet.

