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„Stadt Land Fluss“Zehntages-Festival mit über 100 Veranstaltungsorten beginnt in Windeck

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Ein alter Bahnhof, davor sitzen Menschen an Tischen

Neuer Spielort in diesem Jahr: die „Station“ im Bahnhof Au

Ab dem 22. Mai gibt es Kunst und Kultur an allen möglichen Orten zu sehen, von privaten Gärten, über Ställe bis hin zu Waldlichtungen. 

Windeck und Westerwald werden vom 22. bis zum 31. Mai wieder zum  Festivalgelände von „Stadt-Land- Fluss“ (SLF). In privaten Gärten,  Werkstätten, Wohnzimmern, Ställen, an Zäunen, Wiesen, auf Dorfplätzen oder Waldlichtungen gibt es Kunst und Kultur. Flamingos sind das Erkennungszeichen der mehr als 100 Veranstaltungsorte, an denen Menschen zu sich einladen und anbieten, was ihnen Spaß macht oder was sie besonders gut können. Freuen darf man sich auf ein knallbuntes Programm.

Festival ist ein durchschlagender Erfolg

Kunst und Kultur, Natur und Bewegung, Innovation und Wandel sind die Themen. Dies dürfte eines der Geheimnisse sein, warum das Festival seit seinem Start vor drei Jahren ein durchschlagender Erfolg ist. Die Gäste tauchen in unbekannte Welten ein und staunen um die Wette über so viel privates Engagement und Gastfreundschaft. Das Festival ist längst zum überregionalen Geheimtipp avanciert.

In Herchen wurde gekneippt. Auf dem Bild vergnügten sich Menschen im Storchengang im Tretbecken der Kneippanlage.

Bewegung kommt nicht zu kurz: Auch die Kneippanlage ist Veranstaltungsort

Wie in den Vorjahren sind Orte wie der Kulturhafen Au, das Akku-Haus in Windeck-Bach, der Lenzhof in Röcklingen, die Menschen aus Werfen mit überbordender Kreativität dabei. „Als Stadt-Land-Fluss-Gastgeber sind wir zu einer stabilen und verlässlichen Festival-Familie zusammengewachsen“, sagt Anselm Sellen, Quartiersmanager der Gemeinde Windeck. „Es geht inzwischen vergleichsweise schnell, für Stadt-Land-Fluss auf- und abzubauen. Wir haben inzwischen alle diverse Flamingui im Keller, Bühnenbretter, Draußen-Kühlschränke, und helfen uns gegenseitig aus.“

Stadt-Land-Fluss in Windeck
: Festivaldirektorin Anna Mauersberger und Anselm Sellen, Quartiersmanager der Gemeinde Windeck bei der Festival-Eröffnung im vergangenen Jahr.

Stadt-Land-Fluss in Windeck : Festivaldirektorin Anna Mauersberger und Anselm Sellen, Quartiersmanager der Gemeinde Windeck bei der Festival-Eröffnung im vergangenen Jahr.

Steffen Jahn, Vorstand des Kulturhafen und Mit-Initiator des Festivals, freut sich vor allem auf die Live-Musik in diesem Jahr. Die Bandbreite reicht von Psychedelic Pop (Tropica, 23.5.) bis hin zu deutschem Liedergut (Salossi, 29.5.), von Weltrang-Klassik (Pianist Sandro Gegechkori, 31.5.) über Insektenpunk (Ungeziefer, 28.5.) bis hin zu Disco (25.5.) oder Jazz & HipHop (24.5.). Jahn: „Auf improvisierten Bühnen, an oft beeindruckend-schönen und gleichsam intimen Orten, spendenbasiert. Besser geht’s eigentlich nicht.“

Und noch eine gute Nachricht: „Es ist mehr Geld da als im letzten Jahr. Und wir haben mit der „Station“ einen neuen Spiel-Ort, so ziemlich genau in der Festival-Mitte”, berichtet Festival-Direktorin Anna Mauersberger. Mit ihrem Team hat sie den Bahnhof in Windeck-Au als Wohnzimmer für „Kultur & Köstlichkeiten“ wiederbelebt. An diesem wiedererweckten Transit-Ort, wo die Züge von Köln ins Siegerland und in den tiefen Westerwald hinein verkehren, finden in den kommenden Tagen einige Veranstaltungen statt.

Diverse Termine von der „Station“ im und am Bahnhof Au, Bahnhofstraße:  

Sonntag, 24. Mai, 14 Uhr

Jam on Wheels – Fahrradtour mit Instrumenten

Mitradeln, mitlauschen, mitsummen oder mehr auf der sechs Kilometer kurzen Strecke: Jam On Wheels führt Teilnehmerinnen zu klangreichen Tunneln und Brückenbögen. Eigene Instrumente sind herzlich willkommen, Stimmen auch. Start auf dem Bahnhofsvorplatz in Au, Dauer nach Wetter und Laune. Mitbringen: rollendes Gefährt, gegebenenfalls Instrument, Getränk und Snack. Letzter Stopp: fünf Minuten vom Bahnhof Etzbach entfernt. Keine Anmeldung, keine Kosten. Bei Fragen: lubelle@quantentunnel.de

Montag, 25. Mai, 11 bis 15 Uhr

Disco-Brunch-Matinée in „Die Station“

Pfingstmontag geht es weiter mit einem Disco-Brunch. Die DJs Booth Nada Formosa und C.A. Ramirez legen auf. Reservierung nicht nötig. Ab 13.30 Uhr versiegt auf dem Buffet der Nachschub. Kosten: solidarische Spanne fürs Büffet, feste Preise für Getränke, Hutkasse für die DJs.

28. und 29. Mai von 18 bis 20.30 Uhr

Aperitif-Konzert-Reihe

Aperitif-Konzert 1

Kulinarische Musik-Reise mit den Solokünstlern Hanna Peng & Philipp Ullrich, zwei Akustik-Gigs, zwei guten Gläsern Wein – und einer Kleinigkeit zum Essen. Profi-Koch und Food-Innovateur David Nguan bekocht die Gäste. Reservierungen an: anna@diestation.org

Aperitif-Konzert 2

Die Mini-Bühne teilen sich Sophia Wahnschaffe, Frontfrau der Kölner Band Wahnschaffe, und der Windecker Liedermacher Salossi, der seit bald 30 Jahren mit diversen Instrumenten durch die Lande tingelt. Ania Miszak kocht und verköstigt die Gäste. Es ist Platz für jeweils 39 Personen, Reservierung an: anna@diestation.org

Weitere Angebote:

Samstag, 23. bis Mittwoch 27. Mai täglich zwischen 14.30 und 17 Uhr

Kutschfahrten mit Claudia Rex

Jeweils am Nachmittag spannt Claudia Rex ihre Ponys an und lädt zu halbstündigen Kutschfahrten durch die Natur ein. Wer sichergehen möchte, dass ein Plätzchen frei ist, sollte vorher eine Fahrt reservieren. Anmeldungen bei Claudia Rex: rexhorse@web.de

Kosten:  Gern eine Spende für den Ökumenischen Ambulanten Hospizdienst Windeck/Eitorf, (Spendenbox steht im Akku-Haus)

Samstag, 23. Mai, 16-18 Uhr

„Wieder Worte“ im Literaturhafen mit Live-Musik von Jua

Ein Nachmittag für Autorinnen und Autoren zwischen 16 und 20. Auf dieser Bühne geht alles: Satire, Gedichte, Wuttexte, schwülstige Liebesbriefe, absurde Geschichten, Songs, Spoken Word, witzige Fragmente, hoffnungsvolle Textfetzen.  Wer einen Text lesen möchte, kommt einfach eine halbe Stunde früher. Solidarische Spendenkasse für Venue und Bar sowie Hutkasse für die Künstler.

Im Kulturhafen Au gegenüber vom Bahnhof, Windeck-Au, Bahnhofstr. 18

Eintritt frei / Hutkasse für die Künstler / feste Getränkepreise an der Bar des Kabelmetal.

Sonntag, 24. Mai, 16 bis 18 Uhr

Blind Music Date

Zwei Menschen, die sich nicht kennen, beide DJs und Vinyl-Liebhaber. Der eine ist eine Empfehlung für Old School HipHop & Jazz, der andere klingelt in unseren Ohren, während wir dem Ersten lauschen. Ein Format entsteht: das Blind Music Date. Ein Kennenlernen am Plattenspieler. Ein DJ-Jam mit thereyoughost und james bonn.

Kölner nö-Theater: Geschichten aus der zweiten Klasse. Ein Stück über die Deutsche Bahn

Für „Geschichten aus der zweiten Klasse“ hat sich das nö theater auf eine Recherche-Reise quer durch die Republik begeben, hat u.a. mit Gewerkschaftschef Klaus Weselsky gesprochen und mit einer Lokführerin, die nie Schicht hat und dennoch ihre Arbeit liebt. Es empfiehlt sich Tickets vorzubestellen. Beide Veranstaltungen Kabelmetal, Windeck-Schladern, Schönecker Weg 5.

Alle Informationen und das gesamte Programm gibt es online.