Fünf der acht Bezirksligisten aus dem Rhein-Sieg-Kreis haben im Sommer ihren Trainer ausgetauscht. Vor dem Saisonstart am Sonntag ist es Zeit für einen Team-Check.
Fußball-Bezirksliga 2Niederkassel greift oben an, Quartett will Klasse halten

Der TuS Buisdorf um Sportchef Bastian Wittenius (vorne) ist offensichtlich bereit für die neue Saison.
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Acht Bezirksliga-Teams aus dem Rhein-Sieg-Kreis fiebern dem Saisonstart am 30. August entgegen. Wir nehmen sie unter die Lupe.
SF Troisdorf 05: Mit dem Aufstieg endete aus Troisdorfer Sicht eine achtjährige „Leidenszeit“ im Kreisliga-Oberhaus. Die erste Spielzeit nach der A-Liga-Meisterschaft geht man mit einem neuen Trainer an – und zwar mit Wolfgang Müller (65), der seiner Premieren-Saison als Chefcoach im Rhein-Sieg-Kreis entgegenfiebert. Mit elf Zu- und fünf Abgängen wurde dem Kader ein neuer Anstrich verpasst. „Wir haben uns qualitativ und in der Breite verstärkt: in erster Linie mit hungrigen, jungen Spielern“, sagt Sportchef Andreas Heuchtkötter. Das Saisonziel lautet Klassenerhalt, wie er betont: „Dass uns Wolfgang Schlösser (Trainer von TuRa Oberdrees, Anm. d. Red.) als Geheimfavorit bezeichnet, ehrt uns zwar. Aber so weit nach oben schielen wir ganz sicher nicht.“
SV Bergheim: Mit acht Zu- und vier Abgängen wurde auch der Bergheimer Kader nach dem Aufstieg deutlich vergrößert. Insbesondere über die Verpflichtung der Landesliga-erfahrenen Robin Tomiczek und Oliver Sebudandi (beide TuS Mondorf) durfte sich Julian Huth freuen. Der bisherige Co-Trainer und jahrelange Innenverteidiger des SVB steht vor seiner ersten Saison als Hauptverantwortlicher an der Seitenlinie. Sein Bruder Bastian ist nach einem Gastspiel in Müllekoven zu seinem Heimatverein zurückgekehrt und fordert die beiden Aufstiegskeeper Robin Emmerich und Mert Ates heraus. Große Hoffnung setzt der A-Liga-Vizemeister auch in Andre Goldmann (28, 1. FC Niederkassel) und Samuel Hoffmann (29, RW Hütte). „Wir haben von individueller Klasse auf breite Qualität umgerüstet – anders kann man in der Bezirksliga nicht bestehen“, so der Coach. Die hohe Trainingsbeteiligung nährt die Hoffnung, dass man das Ziel erreicht: den Klassenerhalt.
SC Uckerath: In Uckerath blieb im Sommer kein Stein auf dem anderen. Mit Simone Floris hat der dritte Trainer binnen eines Jahres auf der Uckerather Bank Platz genommen. Nachdem der SCU vier Jahre lang oben mitgemischt hatte, steckte man in der vergangenen Spielzeit im Abstiegskampf. Didi Rombach (im Oktober 2025) und Frank Süs (im April 2026) warfen jeweils das Handtuch, ehe die Rettung am vorletzten Spieltag besiegelt wurde. Floris und insgesamt 15 Zugänge (davon sieben aus der eigenen U 19) sollen nun für eine ruhigere Saison sorgen. „36 Punkte müssen wir mindestens holen“, sagt der Coach – und fordert Demut: „Wir dürfen die letzte Saison nicht vergessen. Außerdem gehen wir mit einer runderneuerten Mannschaft ins Rennen.“
FC Hertha Rheidt: Benedict Jamal Habroune geht bereits in seine dritte Saison als Cheftrainer der Hertha. Der 33-Jährige musste neun Abgänge kompensieren. Dank der Verpflichtung von Yannik Böhr, Pascal Cerqueira-Pires, Aboubacar Sidiki Sylla, Vincenzo Zimmitti, Lancei Abdoulaye Sylla, Noah Pfeil, Niklas Meyer und Steffen Förster (Tor) umfasst der Kader künftig trotzdem 25 Akteure. „Wir haben an Mentalität hinzugewonnen“, betont der Coach. „Daher hoffe ich, dass wir schnell als Einheit zusammenwachsen.“ Das Saisonziel ist klar formuliert: Man will sich verbessern, also mindestens Achter werden.
Eindeutiges Trainer-Votum
Das Votum ist eindeutig. Zwölf der insgesamt 16 Trainer der Fußball-Bezirksliga 2 tippen in der Aufstiegsfrage entweder auf RW Merl oder den 1. FC Niederkassel. Benedict Jamal Habroune vom FC Rheidt wollte sich als Einziger nicht festlegen: „Es gehört sich als Lokalrivale nicht, den Niederkasselern die Favoritenrolle zuzuschieben. Auch wenn sie einen sehr starken Kader haben.“
Drei Coaches nannten indes den FC Rheinsüd Köln, der im Sommer einen Staffelwechsel vollziehen musste. Neu dabei sind außerdem die vier Aufsteiger SF Troisdorf 05, SV Bergheim, Rot-Gelb Wesseling und SV Wachtberg. Der Landesliga-Absteiger SC Fortuna Bonn komplettiert die 16 Mannschaften umfassende Bezirksliga 2.
1. FC Niederkassel: Neben Merl wird Niederkassel als Topfavorit gehandelt (siehe Infokasten). Der bisherige Chefcoach und neue Sportliche Leiter Bülent Basar wurde durch Fatih Tuysuz ersetzt, der bis dato noch als spielender Co-Trainer fungiert hatte. Ihm zur Seite steht Ex-Profi Taner Yalcin, der weiter die Fußballschuhe schnüren wird. „Wir wollen das neue Trainer-Duo nicht unnötig unter Druck setzen“, sagt Basar. „Aber klar: Die Mannschaft hat Potenzial, um ganz vorne mitzumischen.“ Mit der Verpflichtung von Torhüter David Weidner (30/Ahrweiler BC), der schon insgesamt 78 Mittelrheinliga-Einsätze für Alfter und Friesdorf absolvierte, gelang dem FCN ein „Königstransfer“. Die Zugänge Sinan Nadaroglu, Besmir Simnica und Jonas Gerhold gehörten in der Vorsaison zu den herausragenden A-Liga-Akteuren. Mittelfeldtalent Donik Berisha (20, Fortuna Bonn) absolvierte indes 27 Landesliga-Einsätze.
SV Leuscheid: Gewohnt wenig tat sich aus Leuscheider Sicht auf dem Transfermarkt. Mit der Verpflichtung von Tom Brüss (18), Michael Wagner (18) und Jan Reinhardt (27) fing man den Abgang eines Quartetts auf. „Wir sind unserer Philosophie treu geblieben und haben keine verrückten Dinge unternommen“, betont Trainer Slobodan Kresovic. Mit dem bei Bayer Leverkusen ausgebildeten Brüss und Wagner habe man „zwei Riesentalente geholt. Und Jan schließt die Lücke in der Abwehr, die Ahmet Aksoy hinterlassen hat.“ Für den SVL geht es vom ersten Spieltag an nur um den Klassenerhalt: „Die Liga ist durch die Aufsteiger und den Staffelwechsel von Rheinsüd Köln stärker geworden.“
TuS Buisdorf: Der jahrelange Uckerather Coach Didi Rombach sitzt künftig auf der Buisdorfer Trainerbank. Er ersetzt den nach nur einer Spielzeit zum Landesligisten SV Schönenbach gewechselten Torsten Reisewitz. Hinzu kommen ein Dutzend Zugänge: Mit Marvin Syrstad, Liam Ludwig, Jona Aaron Möllers und Tobias Fuchs (Tor) lotste Rombach gleich vier seiner ehemaligen SCU-Schützlinge an die Uferstraße. Zudem kehrte Routinier Lucas Inger (wie schon 2024) vom Landesligisten SC Rheinbach zurück nach Buisdorf. „Wir haben bei den Transfers auf Charakter sowie eine gesunde Mischung aus jung und erfahren geachtet“, so Rombach. „Da gibt es niemanden hervorzuheben, denn wir brauchen jeden Einzelnen.“ Ein konkretes Saisonziel habe man nicht festgelegt.
VfR Hangelar: Trainer Sascha Strack geht in seine dritte Amtszeit. Auch beim Spielerpersonal setzt Hangelar auf Kontinuität: Der einzige Zugang heißt Valentino Leonardo Pedicillo; der Topstürmer kehrte vom FC Hertha Rheidt zurück, wo er in der Vorsaison keinen einzigen Bezirksliga-Einsatz verbucht hatte. Den Abgang von Patrick Gebhardt, Yanic Mauer und Endrit Gervalla dürfte man auffangen. Nach einem elften Rang in der Vorsaison strebt der VfR einen einstelligen Tabellenplatz an. „Die Liga ist ausgeglichener als in der Vorsaison“, so Strack. „Umso wichtiger ist ein guter Saisonstart.“ Ein Start, der zwei Duelle mit einem Aufsteiger bereithält (in Wachtberg und gegen Bergheim).
1. Spieltag (30. August): 1. FC Niederkassel – Germania Oberdrees, Wachtberg – VfR Hangelar, SV Bergheim – Rheinsüd Köln, Hertha Rheidt – Buisdorf, MSV Bonn – SF Troisdorf, RW Merl – Fortuna Bonn, Volmershoven-Heidgen – RG Wesseling, Uckerath – SV Leuscheid.
