Umweltminister Oliver Krischer sah sich unterhalb der Ortsumgehung von Happerschoß eine Kompensationsmaßnahme mit 54 Obstbäumen an.
Streuobstwiese als AusgleichLandesbetrieb Straßen zeigt in Hennef seine grüne Seite

Eine Streuobstwiese wird vom Landesbetrieb Straßen NRW als Kompensation für den Bau der Ortsumgehung L 352 bei Happerschoß gepflegt. Kühe spielen dabei eine besondere Rolle.
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„Landesbetrieb Straßen NRW“, da werden die meisten Zeitgenossen an Beton für Brücken und Asphalt für Straßen denken, an mächtige Raupen, und Walzen. Allerdings hat der Betrieb auch eine grüne Seite. Wo er neu baut, muss er auf anderen Flächen für Kompensation sorgen – und da ist in den vergangenen Jahren einiges zusammengekommen.
Wie das etwa unterhalb der Umgehung von Happerschoß aussieht, sah sich jetzt NRW-Landesminister Oliver Krischer vor Ort an: Dort ist der Landesbetrieb seit 25 Jahren Eigentümer einer 3.400 Quadratmeter großen Streuobstwiese, als Ausgleich für den Bau der Ortsumgehung L352. Alte regionale Sorten von Äpfeln und Birnen finden sich auf der Parzelle, Wildkirschen, Mirabellen und Pflaumen.
Kühe halten das Gras kurz
Krischer hörte nicht nur genau hin, was Experten von Biologischer Station und Straßenbaubetrieb ihm erläuterten, sondern auch, was so alles in den Baumkronen tschilpt und singt: „Das war eine Goldammer, da drüben ist ein Baumpieper“, stellte er fachkundig fest. Stein- und Waldkäuze, die ebenfalls heimisch geworden sind, bekam die Gruppe zu dem Pressetermin leider nicht zu Gesicht. Wohl aber vier muntere Kühe mit auffallend hellem Fell, denen eine besondere Aufgabe zukommt, da sie das Gras kurz halten. Der Landesbetrieb so Krischer, habe die Wiese zu einem „wertvollen Lebensraum aufgewertet“.
Die Pflege der Streuobstwiese hat die Biologische Station in Eitorf übernommen, die Rinder gehören einem Landwirt in der Nachbarschaft. Obstgehölz-Pflegerin Britta Kern von der Biologischen Station machte deutlich, dass die zurückliegende Dürreperiode auch für die Wiese nicht ohne Folgen geblieben ist.

NRW-Umweltminister Oliver Krischer (links) informierte sich vor Ort über Einzelheiten zu der Ausgleichsmaßnahme.
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Die auffallend kleinen Früchte eines Apfelbaumes, die deutlich früher reif wurden, zeigten, dass dieser unter Stress steht: „Kurz vor dem Hopsgehen zeigt sich der Drang, sich zu vermehren. Das ist die Natur des Baums“, so Kern. Beim Schnitt – Ziel ist unter anderem eine stabile Krone – spielt das Alter eine Rolle.
Während junge Bäume jedes Jahr geschnitten werden müssten, seien es bei zwölf bis 15 Jahre alten zwei bis drei Jahre und bei älteren nur noch fünf Jahre, bis ganz auf den Schnitt verzichtet werden könne. Zunehmend müsse man auf klimaresistente Arten setzen.

Die Apfelbäume tragen auffällig kleine Früchte, eine Folge der zurückliegenden Dürreperiode.
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Ihr Kollege, der Landschaftspfleger Stefan Linnemann, machte deutlich, dass es kaum möglich sei, alle Bäume per Tankwagen zusätzlich zu bewässern. Junge Pflanzen versuche man allerdings ausreichend zu gießen und großzuziehen.
Nach Angaben des Straßenbaubetriebs wurden bislang 39 Quadratkilometer Kompensationsflächen geschaffen, was etwa 5.500 Fußballfeldern entspreche. 1,4 Quadratkilometer davon entfallen auf rund 300 Streuobstwiesen. Hinzu kommen 1.186 Hektar Extensivgrünland, 962 Hektar Wald, 605 Hektar Hecken und Feldgehölze, 77 Hektar Acker, 69 Hektar Stillgewässer für Amphibien und Wiesenvögel sowie 19 Hektar Fließgewässer. 42 Beschäftigte sind für Pflege und Kontrollen zuständig.
Christoph Jensen, Technischer Direktor des Landesbetriebs, hob hervor: „Alle Arbeiten rund um die Kompensationsflächen gehören mit zu unseren Kernaufgaben als Straßenbaulastträger. Diese Arbeiten brauchen viel Fachkompetenz und gut geplante Pflege.“
