Land und EU fördern die Renaturierung der Teichlandschaft zwischen Siegburg und Lohmar mit 1,9 Millionen Euro.
Für Klimaschutz und ArtenvielfaltMoore zwischen Lohmar und Siegburg mit 1,9 Millionen Euro gefördert

NRW-Umweltminister Oliver Krischer und Landrat Sebastian Schuster sprachen bei der Übergabe des Förderbescheids.
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Rund 1,9 Millionen Euro stellen das Land Nordrhein-Westfalen und die EU bereit, um die Teich- und Moorlandschaften zwischen Lohmar und Siegburg zu schützen und zu kultivieren. Die Projektbeteiligten sehen dies als wichtigen Baustein zum Klimaschutz. NRW-Umweltminister Oliver Krischer übergab am Freitag im Wald den Förderbescheid an Landrat Sebastian Schuster. Zu der Übergabe kamen zahlreiche Gäste aus der Politik, darunter die Landtagsabgeordneten Sascha Lienesch (CDU) und Martin Metz (Grüne), außerdem mehrere Stadtratsangehörige aus Lohmar.
Wie ein Teich zum Klimaschutz beitragen kann, erklärte Fabian Droppelmann vom Amt für Umwelt- und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises. „Es gibt zwei Hauptthemen: Die Instandhaltung und die Wiedervernässung, also die Heidemoore zu stabilisieren und das Umfeld feucht zu halten.“ Über Jahrhunderte seien Waldflächen entwässert worden, davon zeugten Gräben zwischen den Baumreihen. „Das wird nun zurückgebaut, zum Beispiel, indem man die Gräben zupfropft. Das hätten wir auch vor 30 Jahren so gemacht.“
Moore speichern große Mengen CO2
Doch durch den Klimawandel verlagerten sich die regenreiche Monate in den Winter, wo es nun mehr regne als üblich. „Wir müssen die Wälder darauf vorbereiten, mehr Wasser zu speichern. Wenn dazu sich dazu ein Moor bildet, entsteht ein zusätzlicher Schwammeffekt“, sagte Droppelmann. Moore speicherten zusätzlich viel CO2. „Je mehr Strukturvielfalt wir im Wald haben, desto größer ist auch die Artenvielfalt. Das sehen wir an den Teichen: Ohne die lebten im Wald keine Frösche.“
Die Teiche zwischen Lohmar und Siegburg befinden sich inmitten einer rund 226 Hektar großen, historisch gewachsenen Kulturlandschaft. In den Gewässern tummeln sich Karpfen, zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten haben hier ihren Lebensraum, darunter seltene Lilien, Amphibien und Wasservögel.
Es geht nicht nur darum, den Artenschutz zu fördern, sondern auch die Natur für den Menschen erlebbar zu machen.
Als erklärter Hobby-Ornithologe hätte Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) großes Interesse an den Vögeln, die in der Umgebung der Teiche leben. Doch der Waldbrand bei Hürtgenwald, dessen Rauchschwaden am Freitag auch über den Rhein-Sieg-Kreis zogen, erlaubte ihm nur einen kurzen Besuch. „Ich freue mich, mal nicht nur einen Förderbescheid zur Umwandlung grauer Flächen überreichen zu können, sondern für einen lebendigen Naturraum“, sagte er. „Es geht nicht nur darum, den Artenschutz zu fördern, sondern auch die Natur für den Menschen erlebbar zu machen. Durch die Fördermittel gewinnen alle: Die Tiere, die Natur und die Menschen. Die Region bleibt als Lebensraum erhalten.“
Erneuter Jahrhundertsommer unterstreicht Dringlichkeit für Klimaschutz
Landrat Sebastian Schuster betonte die Rolle des Rhein-Sieg-Kreises, der seinen Beitrag leisten wollte, um Moore und Sümpfe wieder zu vernässen und traditionelle Teichlandschaften mit dem Naturschutz zu verbinden. Als positives Signal wertete auch Thomas Kämmerling, Leiter der Forstbehörde Wald und Forst NRW, die Fördermittel: „Wir haben einen Jahrhundertsommer – mal wieder. Als ich vor zehn Jahren nach Fördergeldern fragte, wurde ich belächelt. Mittlerweile ist das Thema auch in NRW angekommen.“
Viele gute Ideen scheiterten am Budget, doch jetzt habe die Forstbehörde neuen Handlungsspielraum gewonnen. „Naturschutz ist nicht vom Himmel gefallen: Schon in den 1930er Jahren wurde das Gebiet zum Naturschutzgebiet erklärt, ab den 70ern umgebaut, in den 90ern wiedervernässt – das hat hier seit vielen Jahren Tradition.“ Doch nur durch Menschen, die ihre Expertise und Engagement einbrächten, seien die Voraussetzungen zu schaffen.
Das Projekt
Die Fördermittel kommen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und sind Teil des Programms „Grüne Infrastruktur Nordrhein-Westfalen“. Das Projekt „Teichlandschaften Lohmarer Wald“ soll Biodiversitätsschutz, Klimaanpassung, nachhaltige Teichwirtschaft und naturverträgliche Erholung miteinander verbinden.
Der Rhein-Sieg-Kreis arbeitet als Träger dafür mit den Städten Lohmar und Siegburg, dem BUND, dem Landesforstbetrieb Wald und Holz NRW sowie Fischzucht Pilgram und der Biologischen Station des Kreises zusammen. Insgesamt sieht das Projekt Zuwendungen in Höhe von 2,42 Millionen Euro vor. Der Großteil kommt vom Land und der EU, der Kreis beteiligt sich mit rund 484.000 Euro, die übrigen Projektpartner ebenfalls mit Summen in fünf- und sechsstelliger Höhe.
