Zwei Wohnungen sind nach dem verheerenden Großbrand zerstört, zwei Familien sind nun obdachlos. Eine Katze wird vermisst.
Halle in RheidtWarum die Wasserversorgung beim Großbrand in Niederkassel ein Problem war

Nur noch Schutt ist nach dem Brand in der Lagerhalle in Niederkassel-Rheidt übrig.
Copyright: Marius Fuhrmann
Am Tag nach dem Großbrand einer Lagerhalle in Niederkassel-Rheidt am Dienstag (24. März) wird das Ausmaß der Zerstörung sichtbar: Der Schutt türmt sich vor dem, was mal ein Gartenbaubetrieb und eine Jetski-Firma gewesen waren. Zwei Wohnungen sind zerstört, zwei Familien sind nun obdachlos. Eine Katze wird vermisst.
Einsatzleiter Frank Härtel resümiert im Gespräch mit dieser Zeitung am Tag nach dem Einsatz, bei dem die Feuerwehren aus vielen Kommunen des Kreisgebiets gegen das Flammeninferno ankämpften, die Lage: „Als die ersten Einheiten eintrafen, brannte bereits das Dach der Halle – den Kräften fielen die ersten Teile entgegen“, sagte Härtel. Ein Betreten sei unmöglich gewesen. Das Feuer habe sich durch die gelagerten Materialien und den Wind rasend schnell ausgebreitet. „Wir haben versucht, die Halle im vorderen Bereich zu halten, was auch gelungen ist. Leider war es nicht möglich, den hinteren Teil und die Wohnungen zu retten“, erläuterte er.
Erst um 0.45 Uhr war das Feuer in der Lagerhalle in Niederkassel-Rheidt gelöscht
Ein großes Problem sei die Wasserversorgung gewesen: „Es gab keinen Hydranten und selbst wenn es einen gegeben hätte, wäre das zu wenig gewesen: Durch eine alte Leitung fließen gerade mal 2000 Liter die Minute, das hilft nicht viel. Deswegen haben wir alles, was rollen konnte und Wasser bringen konnte, hinzu alarmiert. Die Fahrzeuge haben dann einen Pendelverkehr eingerichtet.“ Aus mehreren Städten des Rhein-Sieg-Kreises kamen Einheiten hinzu, darunter die beiden Tanklaster der Hennefer Feuerwehr, die jeweils 14.000 Liter fassen. „Sehr dankbar sind wir auch für die Unterstützung der Landwirte, die mit ihren Traktoren und Fässern kamen.“

Schwierig war die Wasserversorgung vor Ort. Landwirte und die Tnklaster der Hennefer Feuerwehr brachten Wasser, das in große Behälter gefüllt wurde, um daraus die brennende Halle zu löschen.
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Am Nachmittag war das Technische Hilfswerk (THW) mit einem Greifbagger hinzu gekommen, um den Brandschutt auseinander zu ziehen. „Wir haben auch die vordere Wand eingerissen, um eine Öffnung zu haben. Dann haben wir Schaum eingesetzt, das hat zunächst keine Wirkung gezeigt. Erst, als wir wieder Wasser drauf gegeben habe.“ Um 0.45 Uhr sei das Feuer schließlich aus gewesen. „Die letzten Kräfte sind um 2 Uhr abgerückt, um 7.30 Uhr kamen wir zum Aufräumen – es geht ja auch darum, die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr wieder herzustellen, das ist uns im Laufe des Mittwochs auch gelungen“, sagte Härtel.
Probleme bereiteten auch die asbesthaltigen Dachplatten. „Zum Glück war es weißer Asbest, der ist nicht ganz so schädlich wie blauer. So können wir die Uniformen einfach waschen, bei blauem Asbest hätten wir sie wegwerfen müssen.“ Schon im vergangenen Jahr hatte es die Feuerwehr mit einer brennenden Lagerhalle zu tun, ausgelöst durch ein Auto. „Vor allem als Einsatzleiter gewinnt man da Erfahrung: Nach dem Wow-Effekt beginnt man zu funktionieren und das Gelernte umzusetzen. Wir haben Einsatzabschnitte gebildet und uns in Lagebesprechungen informiert, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen und den Schaden so gering wie möglich zu halten“, so der erfahrene Feuerwehrmann.

Auf diesem Unimog hatte es eine Verpuffung gegeben.
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Ausgegangen war das Feuer von einem Unimog mit Wohnmodul, der in der Halle geparkt war. Nach Angaben von Polizeisprecher Max Reese hatte es eine Verpuffung auf dem Fahrzeug gegeben – warum, ist unklar. Zeugen hatten noch versucht, das brennende Fahrzeug mit einem Gabelstapler und einem Radlader herauszuziehen, doch der Unimog verkantete sich und das Feuer griff auf die Einrichtung über. Die Halle wird als Gewerbebetrieb genutzt, zwei Gartenbaubetriebe und eine Jetski-Firma sind dort untergebracht, außerdem grenzen zwei Wohnungen an.
Experten untersuchten Auswirkung des Rauchs: Keine Bleastung, kein Asbest
Eine große Rauchwolke war in Richtung Troisdorf gezogen, die Feuerwehr ließ über Warnapps die Bevölkerung warnen. Experten der Feuerwehr und des Landesumweltamts untersuchten die Auswirkungen der Qualmwolke. „Es gab aber keine Belastung durch den Brandrauch, es hat sich auch kein Asbest niedergeschlagen – in der Hinsicht ist der Brand noch glimpflich ausgegangen“, sagte Markus Thüren, Sprecher der Stadt Niederkassel.
Die Rauchwolke hatte Fragmente des Dachs empor geschleudert, die auf den angrenzenden Feldern landeten. „Das wurde durch die Feuerwehr teilweise aufgesammelt, ob gegebenenfalls der Boden abgetragen werden muss, muss noch geprüft werden“, so Thüren.

