Die Ex-Kapitänin soll den Frauen-Mittelrheinligisten wieder in die Spur führen. Der SV Allner-Bödingen verliert beide Spitzenspiele zum Rückrundenauftakt.
„Blitz-Trennung“ beim SV MendenTrainer Ahmed Lotfy geht, Victoria Binot übernimmt

Von der Kapitänin zur Trainerin: Victoria Binot (Mitte) vom SV Menden – hier im Zweikampf mit Lacona Wickert vom SV Allner-Bödingen.
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Die Mittelrheinliga-Fußballerinnen aus dem Rhein-Sieg-Kreis stehen in diesem Jahr noch ohne Punkt da. Während der SV Allner-Bödingen beide Topspiele beim Spitzenreiter DJK Südwest (1:2) und gegen den Tabellenzweiten Alemannia Aachen (0:2) verlor, startete der SV Menden mit zwei 0:3-Pleiten bei Alemannia Straß und gegen RW Merl in die Rückrunde.
Auch abseits des Platzes lief es nicht unbedingt rund beim SVM: Nach dem angekündigten und privat bedingten Rückzug von Cheftrainer Lars Heiliger hatten die Verantwortlichen in der Winterpause zunächst Ahmed Lotfy als Nachfolger vorgestellt. Nach sechswöchiger Vorbereitung und der Premiere an der Seitenlinie in Straß gab es allerdings eine Aussprache zwischen Coach und Mannschaft – mit dem Ergebnis, dass man sich einvernehmlich trennte.
Wir müssen uns in erster Linie als Team wiederfinden
Die neue Lösung bis zum Saisonende heißt Victoria Binot (27). „Ich wollte im vergangenen Sommer eigentlich komplett aufhören, habe in dieser Spielzeit aber noch mal in der Reserve ausgeholfen“, berichtet die Kapitänin der Vorsaison und aktuelle U-16-Co-Trainerin. Als ihre Ex-Teamkolleginnen plötzlich ohne Trainer dastanden, musste Binot nicht lange überlegen auszuhelfen: „Wir müssen uns in erster Linie als Team wiederfinden.“ Auch der Spaß müsse zurückkehren: „Dann kommen auch wieder bessere Ergebnisse.“
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Darüber hinaus hat Menden mit personellen Problemen zu kämpfen. Zum Rückrundenauftakt musste sogar Ersatzkeeperin Mira Urban im Feld auflaufen. Im Duell mit Merl sah Binot bereits eine Steigerung. „Wir haben 35 Minuten lang gut mitgespielt“, sagte sie auch angesichts zweier Lattentreffer. „Die Chance auf einen Punkt war durchaus da.“
Für den Liga- und Lokalrivalen SV Allner-Bödingen (3.) ist der Aufstieg nach den beiden jüngsten Niederlagen vorerst in weite Ferne gerückt, schließlich beträgt der Rückstand auf den Tabellenzweiten Alemannia Aachen (2.) wieder sechs Punkte. „Immerhin spielt Aachen noch bei der DJK Köln, die in dieser Saison noch nicht verloren hat“, sagt SVA-Sportchef Mike Echternach.
Weil die Regionalliga von 14 auf 16 Teams aufgestockt wird, gibt es aus der Mittelrheinliga aller Voraussicht nach zwei Aufsteiger – und damit einen mehr als sonst. „Aus drei Verbandsligen gehen fünf Teams hoch. Es hängt auch davon ab, welche Regionalliga-Klubs runterkommen“, erklärt Echternach. Stand jetzt scheint Allner-Bödingen den Sprung nach oben erneut zu verpassen.
SV Menden reist zum Spitzenreiter
Ohne die beiden Winterabgänge Danielle Bender (Fortuna Köln) und Emma Grammersbach (SV Deutz) – beide wechselten in die Regionalliga – und dafür mit Zugang Jasmin van Berkum (SV Menden) schnupperte der SVA zum Jahresauftakt an einer Überraschung: Lacona Wickert hatte die Führung der DJK Südwest (18.) quasi mit dem Pausenpfiff egalisiert. Doch nach dem zweiten Gegentreffer (54.) sah die Torschützin die Ampelkarte (78.) – und fehlte damit auch gegen Aachen. Am Sonntag reist der SV Menden zur DJK Köln. Gut möglich also, dass man weiter auf den ersten Sieg in diesem Jahr warten muss.

