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Wocheneinkauf, Saisonales, RegionalesWas Hofläden in Rhein-Sieg ihren Kunden bieten

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Geflügel, Eier und Nudeln sind das Hauptprodukt im Laden des Bauernguts Schiefelbusch.

Geflügel, Eier und Nudeln sind das Hauptprodukt im Laden des Bauernguts Schiefelbusch.

Gänsezeit, Kürbiszeit, Fleisch, Milch, Obst, Gemüse – viele Hofläden in der Region bieten ihre Produkte aus eigener Haltung und Anbau an.

Hofläden in der Region bieten ganzjährig saisonale Produkte an, die sie selbst herstellen. Hier lohnt sich der Wocheneinkauf, das besondere Erlebnis im Hofladen und der Zugang zu regionalen Produkten. Wir stellen drei Hofläden vor.


Bauerngut Schiefelbusch in Lohmar

Auf dem Bauerngut Schiefelbusch in Lohmar ist die Gänsezeit angebrochen: Im Hofladen liegen nun vor allem Gänse in der Fleischtheke. „Alle Geflügelprodukte sind hausgemacht, denn wir haben auch Enten, Puten und Hühner auf dem Hof“, sagt Inhaberin Helga Trimborn. „Wenn es kühler wird, bekommen die Leute Appetit – so ein großes Angebot an Geflügel ist außergewöhnlich in der Landwirtschaft“, wirbt sie. Die Tiere erhielten Getreide statt Fertigfutter. „Da ist immer viel Wasser drin, das auch in das Fleisch geht. Deswegen füttern wir trocken.“

Helga Trimborn mit Geflügel in der Hand in ihrem Hofladen.

Die Gänsezeit ist angebrochen auf dem Bauerngut Schiefelbusch von Helga Trimborn.

Bei der Zerlegung von Schweine- und Rindfleisch könnten die Kundinnen und Kunden hinter einer Glasscheibe zusehen. „Die Tiere werden morgens in Ruppichteroth geschlachtet, kommen mittags zurück und werden zerlegt. So können die Leute sehen, wie viel Arbeit das macht“, sagt Trimborn.

Die beiden Hofläden in Schiefelbusch und an der Außenstelle in Burg Sülz bieten außerdem Obst, Gemüse und Brot von lokalen Anbietern – und Hühnersuppe sowie Geschnetzeltes im Einmachglas. Aus einem Automaten kommt Rohmilch aus dem eigenen Kuhstall. „Die dürfen wir aber nur in Schiefelbusch verkaufen, weil das nur auf dem Hof erlaubt ist.“ Wo Hühner sind, gibt es auch Eier. „Einen Teil davon verkaufen wir im Hofladen, der Rest geht in den Großhandel oder in Nudeln, die ebenfalls im Regal stehen“, sagt Trimborn.

Fleisch wird im Bauerngut Schiefelbusch aus eigener Haltung produziert.

Fleisch wird im Bauerngut Schiefelbusch aus eigener Haltung produziert.

Die beiden Hofläden machten den Großteil des Umsatzes aus, verrät die Unternehmerin. „Ich habe vor 40 Jahren in einer Garage angefangen und merke, was alles hinter lokaler Versorgung steht: Die Wege sind kurz, die Wertschöpfung bleibt in der Region, man kann Leute von hier einstellen.“ Auch die Energie werde auf dem Hof produziert, durch Brunnen auf dem Gelände oder Photovoltaik auf dem Dach. „Der Mist kommt auf unserer Felder“, sagt Trimborn.

Das Bauernlädchen am Schiefelbusch 3 in Lohmar ist donnerstags und freitags von 8.30 Uhr bis 18.30 Uhr geöffnet, zusätzlich samstags von 8.30 Uhr bis 17 Uhr und sonntags von 12.30 Uhr bis 17.30 Uhr. Die Verkaufsstelle In der Sülzaue 1 ist dienstags und mittwochs von 9 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags und freitags von 9 Uhr bis 18.30 Uhr, samstags von 9 bis 16 Uhr.


Appelhof in Windeck

Knapp 20 Sorten Äpfel bieten die Brüder Gernot und Rüdiger Fuhr auf dem Appelhof in Windeck feil. Die dazugehörigen Bäume stehen auf den Wiesen rund um das große Lagerhaus bei Gerressen. „Die Kunden können alle Äpfel probieren, denn Apfel ist nicht gleich Apfel: Die Leute legen Wert auf Geschmack, Festigkeit und Qualität“, sagt Rüdiger Fuhr. Viele Sorten, die sie anbauten, gebe es im Supermarkt gar nicht mehr.

Die Brüder Gernot (l.) und Rüdiger Fuhr haben sich auf Äpfel spezialisiert - deswegen gibt es auf dem Appelhof in Windeck 20 verschiedene Apfelsorten zu kaufen.

Die Brüder Gernot (l.) und Rüdiger Fuhr haben sich auf Äpfel spezialisiert - deswegen gibt es auf dem Appelhof in Windeck 20 verschiedene Apfelsorten zu kaufen.

„Die Qualität bleibt immer dieselbe Qualität. Ein Supermarkt bezieht eine Sorte je nach Verfügbarkeit bei verschiedenen Produzenten – da können vier Äpfel derselben Sorte ganz unterschiedlich schmecken“, wirft Gernot Fuhr ein. „Wir dagegen bekommen direkt Feedback, wenn unser Apfel mal nicht so gut war.“

Appelhof arbeitet mit hiesigen Anbietern zusammen

Der Hofladen führt jedoch nicht nur Äpfel, sondern auch Erdbeeren, Birnen, Nudeln und Kartoffeln. Fleisch kommt vom Illinger Hof in Altenkirchen und dem Hühnerhof Schneider in Morsbach. „Wir glauben, es ist wichtig, dass man mit hiesigen Anbietern zusammenarbeitet. Es muss für beide Seiten passen. Für die Kunden muss das Angebot interessant sein, deswegen haben wir ein breites Sortiment.“ Dies hätten sie in den mehr als 50 Jahren, seitdem sie ihre Äpfel auf dem Hof verkauften, gelernt.

Der Appelhof in Windeck liegt zwar etwas abgelegen, hat aber viele Kundinnen und Kunden, die ihren Wocheneinkauf dort erledigen.

Der Appelhof in Windeck liegt zwar etwas abgelegen, hat aber viele Kundinnen und Kunden, die ihren Wocheneinkauf dort erledigen.

„Hierher kommen insbesondere die Ortsansässigen, die sich mit Eiern und Kartoffeln eindecken. Manche erledigen auch ihren Wocheneinkauf hier und kommen gezielt deswegen“, sagt Gernot Fuhr. Das Einkaufsverhalten habe sich jedoch verändert. „Es gibt mehr Single-Haushalte als früher. Da hatten wir hier palettenweise Kartoffelsäcke liegen, die kauft heute kaum noch jemand.“

Der Appelhof, Zum Appelhof 3 in Windeck, ist montags bis freitags von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr sowie von 14 bis 18 Uhr geöffnet, samstags von 9 bis 13 Uhr. Der mobile Hofladen hält dienstags von 9 bis 13 Uhr an der Zeithstraße 10 in Much und freitags von 9 bis 13 Uhr an der Hauptstraße in Rosbach.


Obst- und Kartoffelhof Königswinter

Der Name des Obst- und Kartoffelhofs in Königswinter verrät, welche regionalen Erzeugnisse hier verkauft werden. Er könnte aber genauso gut Birnen- und Kürbishof heißen, denn auch die baut Landwirt Karl-Heinrich Mohr in Stieldorferhohn an. „Wir haben Kartoffeln, Äpfel das ganze Jahr, zur Saison Sauerkirschen und Johannisbeeren zum Selberpflücken“, sagt er. 20 Sorten Äpfel seien vorrätig, dazu sieben Sorten Birnen und Quitten.

Das Sortiment an Kürbissen bringe es sogar auf 100 Varianten: „Hokkaido-Kürbisse, Schnitzkürbisse, Zierkürbisse, Speisekürbisse“, zählt Mohr auf. Nach Halloween gehe die Nachfrage zwar deutlich zurück, vorrätig seien diese aber immer noch.

Karl-Heinrich Mohr verkauft auf seinem Hof in Königswinter-Stieldorferhohn Kürbisse aus eigenem Anbau.

Karl-Heinrich Mohr verkauft auf seinem Hof in Königswinter-Stieldorferhohn Kürbisse aus eigenem Anbau.

Nun beginne auch der Verkauf von Tannengrün. „Die Kunden können sich ihren Baum aussuchen und markieren, vor dem Kauf wird der frisch geschlagen“, schildert der Landwirt. Sein Vater habe den Hofladen vor 50 Jahren eröffnet. „Damals gab es sowas noch nicht. Früher hatten wir einen Milchbetrieb, sind dann auf den Verkauf von Kernobst und Steinobst umgestiegen.“ Mohr sagt, er verkaufe alles selbst, was er produziere, an den Großhandel gehe nichts: „Das Beste ist, wenn man regional anbietet, frischer geht es nicht.“

Der Obst- und Kartoffelhof von Karl-Heinrich Mohr liegt an der Thomasberger Straße 9 in Königswinter. Er ist ganzjährig von Montag bis Freitag von 8.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.