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EinzelhandelAm Markt in Siegburg gibt es die wenigsten Leerstände

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Leerstände in der Siegburger Innenstadt, Geschäftslokal an der Kaiserstraße

Leerstände in der Siegburger Innenstadt: Auch dieses Geschäftslokal an der Kaiserstraße ist zu vermieten.

Siegburg hat laut Einzelhandelsverband Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen  eine Leerstandsquote von 8,16 Prozent, niedriger als Bonn und Troisdorf.   

Hier das gähnende Schaufenster einer einst florierenden Boutique, dort das ehemalige Schuhhaus oder das seit etlichen Jahren leer stehende Gebäude, in dem sich früher ein italienisches Restaurant befand: Nirgendwo im Kreisgebiet fallen Leerstände so sehr ins Auge wie in Siegburg, wo die Schließung von Galeria Kaufhof ein Schock war, der heute noch nachwirkt.

Doch ein aktueller Bericht des Einzelhandelsverbands Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen über die Kreisstadt fällt durchaus positiv aus. Bürgermeister Stefan Rosemann, Dezernent Martin Rosorius und Vanessa Utrap, Leiterin der Wirtschaftsableitung der Stadt, sowie der Geschäftsführer des Verbands Thomas Kohnert und Vorstand Jannis Vassiliou stellten die Ergebnisse im Rathaus vor.

Wenig Leerstände am Markt, der Kaiserstraße, Herrengarten und Mühlenstraße

Festgestellt wurde eine Leerstandsquote von 8,6 Prozent, bezogen auf 441 Gewerbeeinheiten, die bei Begehungen am 14. und 23. April erfasst wurden. 38 Leerstände wurden registriert, wobei nur die Erdgeschosse berücksichtigt wurden. Auffällig hohe Leerstände wurden unter anderem am Brauhof erfasst, wo vier von 15 Lokalen leer standen, was einer Quote von 26,7 Prozent entspricht, an der Wilhelmstraße (23,5 Prozent, vier von 17 Lokalen) und Nogenter Platz (20 Prozent, zwei von zehn Lokalen).

„Auffällig niedrig“ waren die Leerstände am Markt, wo sich eine Quote von 9,6 Prozent ergab, an dem lediglich fünf von 52 Gewerbelokalen leer standen, an der Kaiserstraße Straße (8,1 Prozent, zwölf von 149) am Herrengarten (6,7 Prozent, eins von 15) und an der Mühlenstraße (5,6 Prozent, zwei von 36). Keine Leerstände wurden unter anderem an Annostraße,  Cecilienstraße, Scheerengasse und Neuer Poststraße verzeichnet.

Das ehemalige C&A-Gebäude am Brauhof.

Das ehemalige C&A-Gebäude am Brauhof.

Der Einzelhandelsverband attestiert Siegburg in seinem Fazit eine „stabile und weiterhin gut funktionsfähige Ausgangslage“. Gerade die Hauptlagen an Kaiserstraße, Holzgasse und Markt wiesen „vergleichsweise robuste Werte auf“. Siegburg habe eine differenzierte Innenstadtstruktur und starke Kernbereiche. Die Angebotsbasis sei weiterhin breit, vielfältig und tragfähig. Für eine weitere Stärkung sei ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Eigentümern, Verwaltung und Wirtschaft nötig, vor allem eine „marktgerechte und zukunftsorientierte Mietpreisgestaltung“.

Schechter sieht es in Troisdorf und Bonn aus: In der Troisdorfer Innenstadt  wurden 282 Geschäfte untersucht und 30 Leerstände registriert (Quote 10,6 Prozent). In Bonn ermittelte der Einzelhandelsverband eine Leerstandsquote von 10,9 Prozent, von 632 erfassten Gewerbeeinheiten standen 69 leer.

Nicht erfasst wurde die Situation im ehemaligen Kaufhof

In der Runde wurde auch deutlich, dass die Aussagekraft der Zahlen begrenzt ist. So wird derzeit eine der wichtigsten Innenstadt-Immobilien, der ehemalige C&A, für eine neue Nutzung durch einen Woolworth und ein Fitness-Studio umgebaut. Nicht erfasst wurde der Kaufhof, in dessen Erdgeschoss sich eine Tedi-Filiale findet. Kohnert gab zu bedenken, dass auch der Kontexte einer Immobilie wichtig ist, die Qualität der öffentlichen Lage oder die Qualität von Schaufenstern.

Martin Rosorius ergänzte, dass eine der Immobilien an der Wilhelmstraße in eine Kita umgewandelt wird, die andere als Wohnraum genutzt wird, so dass sie nicht berücksichtigt werden sollte – die Quote würde so auf 8,16 Prozent sinken. „Eine hervorragende Zahl“ sieht Vassiliou in den lediglich elf Prozent, den die Gastronomie beim Besatz der Lokale ausmacht. Zu viel Gastronomie sei ein schlechtes Zeichen für eine Innenstadt. Es sei insbesondere der Einzelhandel, der Kunden anlocken müsse.

Bürgermeister Stefan Rosemann beteuerte, die Stadtverwaltung investiere in die Entwicklung der Innenstadt „sehr viel Energie. Wir wollen noch besser werden.“ Allerdings sei es kein Geheimnis, dass der „Onlinehandel allen Innenstädten sehr zusetzt“. Rosorius zeigte sich optimistisch, dass sich für den vorderen Teil des C&A-Gebäudes zur Kaiserstraße hin wieder ein Textiler finden wird. Eine Neunutzung des Kaufhof-Erdgeschosses werde sicherlich zu einem besseren Mix im Einzelhandel der Stadt führen.