Der Staatsanwaltschaft Köln wirft einem 34-Jährigen versuchten Mord in drei Fällen vor. 40 Menschen mussten gerettet werden, zehn kamen ins Krankenhaus. Der Prozess beginnt am 18. Dezember.
Dramatische BrandserieAnklage nach Brandstiftung in drei Häusern in Wermelskirchen

Im Juni musste die Feuerwehr Wermelskirchen kurz hintereinander gleich drei Brände in Mehrfamilienhäusern löschen. Nun beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Brandstifter. Das Motiv des Angeklagten ist nicht bekannt.
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Im Juni 2025 sorgte ein Mann in Wermelskirchen mit seinen mutmaßlichen Taten für Entsetzen. Nun haben die Ermittlungsbehörden ihre Arbeit abgeschlossen und den 34-Jährigen angeklagt. Er soll binnen 45 Minuten drei Mehrfamilienhäuser angezündet haben – die Staatsanwaltschaft geht von Heimtücke aus.
Dramatischer Großeinsatz der Rettungskräfte
40 Menschen mussten insgesamt gerettet werden, zehn Personen kamen ins Krankenhaus. „So etwas habe ich noch nie erlebt – und will es auch nie mehr erleben", sagte der stellvertretende Feuerwehrchef Ingo Mueller nach dem Einsatz. In den Gebäuden entstanden gravierende Schäden, teilweise konnten die betroffenen Familien überhaupt nichts mehr retten. „Wir hatten mehr als 220 Rettungskräfte im Einsatz“, so Mueller weiter.
Anklage wegen versuchten Mordes
Wie ein Sprecher des Kölner Landgerichtes auf Anfrage der Rundschau mitteilte, wird dem zur Tatzeit 34-Jährigen versuchter Mord in drei Fällen vorgeworfen. Die Kölner Staatsanwaltschaft geht von Heimtücke aus. Außerdem wird dem Mann besonders schwere Brandstiftung und – obwohl niemand ums Leben kam – versuchter Brand mit Todesfolge vorgeworfen. Der Prozess vor dem Landgericht startet nach Rundschau-Informationen am 18. Dezember.
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Festnahme und Untersuchungshaft
Mehrere Tage nach den Vorfällen hatte die Kölner Kriminalpolizei den 34-jährigen Mann in Wermelskirchen festgenommen. Nach umfangreichen Ermittlungen der Mordkommission hatte die Kölner Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen den Mann erwirkt. Das Kölner Amtsgericht verschonte den Mann zunächst von der Untersuchungshaft. Doch die Kölner Staatsanwaltschaft hatte erfolgreich Beschwerde eingelegt und so kam der Mann wieder in Haft.
Fremdenfeindliches Motiv ausgeschlossen
Die Kölner Staatsanwaltschaft teilte mit, dass auch ein ausländerfeindliches Motiv untersucht worden sei. „In den vom Feuer betroffenen Gebäuden wohnen überwiegend Menschen mit Migrationshintergrund – allerdings nicht ausschließlich. Einem möglichen fremdenfeindlichen Motiv gehen wir selbstverständlich nach", betonte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer. Eine fremdenfeindliche Motivation habe sich jedoch nicht ergeben. Der Staatsschutz hatte sich intensiv mit dem Fall befasst.
Täter polizeibekannt
Angaben zur Motivation des mutmaßlichen Täters werden in der Anklage nicht genannt. Die betroffenen Mieter, Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht erhoffen sich vom Prozess Hinweise auf den Grund für die Taten. Wie die Rundschau erfuhr, ist der 34-Jährige kein Unbekannter bei den Ermittlungsbehörden. So ist der Mann nach Rundschau-Informationen wegen Betäubungsmittelverstößen, Körperverletzungen, Missbrauch von Notrufen und Angriff gegen Vollstreckungsbeamte polizeibekannt.
