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1. FC Köln„Alles kommt so, wie es kommen soll“

4 min
FC-Trainer René Wagner (r.) am Dienstag mit (v.l.n. rechts) Eric Martel , Jan Thielmann und Marius Bülter.

FC-Trainer René Wagner (r.) am Dienstag mit (v.l.n. rechts) Eric Martel , Jan Thielmann und Marius Bülter.

René Wagner ist aus dem Schatten getreten. Vielleicht etwas eher als geplant, aber trotzdem mit der vollen Überzeugung, seinen ersten Trainerposten in der Fußball-Bundesliga so auszufüllen, dass er mehr als nur eine Interimslösung wird.

Der 37-Jährige René Wagner führt nach der Freistellung von Chefcoach Lukas Kwasniok seit Montag aus der Rolle des ehemaligen Co-Trainers heraus die sportlichen Geschicke beim abstiegsbedrohten 1. FC Köln. Wagner trat am Dienstag nach seiner zweiten Einheit am Geißbockheim erstmals vor die Mikrofone und gewann gleich als Profil. Der neue Geißbock-Coach sprach über...

... seine ersten beiden Tage als FC-Trainer: Es ist logischerweise sehr ungewohnt. Ich versuche mich daran zu gewöhnen und die Aufgabe zu erfüllen, die uns der Verein gegeben hat. Das ist unser Ziel in den nächsten Wochen. Ich bin jetzt zum zweiten Mal im Verein, kenne die Stadt, die Mannschaft und die Jungs.

...Chancen und Erwartungen: Ich möchte es weder als Chance für mich noch als Herausforderung sehen. Ich versuche meinen Job zu machen. Das möchte ich vom Mindset her nicht verändern. Wenn ich mir nicht so viele Gedanken mache, wird es leichter.

...die Zusammenarbeit mit Lukas Kwasniok: Ich habe unheimlich viel von Lukas mitgenommen. Er ist ein Trainer, der sehr inhaltlich arbeitet und ein Trainer, der Fußball jeden Tag, jede Sekunde, jede Millisekunde lebt. Die Zusammenarbeit hat mich als Trainer noch einmal viel besser gemacht. Das war auch der Grund, warum ich im Sommer nach Köln zurückgekommen bin. Ich wollte einen neuen Cheftrainer, eine neue Perspektive.

...die Reaktion seinen langjährigen Chefcoaches Steffen Baumgart: Steffen hat mir gesagt, dass ich bei mir bleiben soll, er kennt mich jetzt lang genug. Er hat mir zudem gesagt, dass sich meine Rolle jetzt verändert und ein paar andere Themengebiete aufmachen wird, um die ich mich kümmern muss.

...seine Chance beim FC vom Interimscoach zum Chefcoach aufzusteigen: Die größte Chance habe ich, wenn alle anderen Erfolg haben. Ich kümmere mich darum, dass es allen gut geht. Dann können wir gemeinsam versuchen, Spiele zu gewinnen. Alles andere wird so kommen, wie es kommen soll.

...sein Mindset für die Vorbereitungszeit auf das Spiel bei Eintracht Frankfurt: Wichtig ist es, die Ruhe zu bewahren, denn logischerweise wird von außen erstmal viel auf uns einprasseln. Ein Trainerwechsel ist normalerweise nie etwas Gutes, es sei denn der Trainer geht zu einem besseren Verein, weil er rausgekauft wird. Für uns geht es darum, uns auf Frankfurt zu fokussieren ohne am Wochenende den Druck des nächsten Spieltags zu haben und zu analysieren, um die kleinen Stellschrauben zu finden.

...die Impulse, die er setzen will und kann: Unsere Performance an den Wochenenden war gut, wir haben meistens funktioniert. Jeder Trainer, jeder Mensch hat irgendwo kleine Dinge, die verbessert werden können. Es ist meine Aufgabe, die zu suchen. Vielleicht habe ich noch nicht alle gefunden, aber ich weiß, das wir einen recht guten Plan Richtung Frankfurt haben. Schauen wir mal, wie viele kleine Stellschrauben sich noch finden lassen.

...die Stellschrauben, die er schon gedreht hat: Es geht darum konzentriert und gleichzeitig locker zu bleiben. Ich will vor allem im Trainerstab so kommunizieren, dass das Gefühl da ist, dass wir es alle gemeinsam machen.

...das Gefühl der Spieler nach dem Trainerwechsel: Sie fühlen sich definitiv anders. Das bringt ein Trainerwechsel mit sich. Es gibt immer Jungs, die unzufrieden mit der Situation waren und Spieler, die zufrieden waren. Diejenigen, die zuletzt eine tragende Rolle gespielt haben und denen es vielleicht gerade nicht so gut geht, weil sie nicht wissen, was als nächstes passiert und was sich für die verändert. Es gibt Jungs, die jetzt mit einer breiten Brust hier rumlaufen und Jungs, die sich Gedanken machen.

...den Plan für diese Woche: Wir machen morgen im Stadion ein internes Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit drei Schiedsrichtern. Dafür ziehen wir ein paar Spieler von der U19 hoch. Donnerstag und Freitag trainieren wir, das Wochenende ist frei und am Montag geht es weiter.

...die Verwechslungsgefahr mit Physiotherapeut Christian Osebolt oder Torwart Matthias Köpping: Für mich gab es die Problematik, weil alle gedacht haben, ich war Sonntag hier. Ich war frühstücken und habe danach auf der Couch gelegen und habe mit meiner Frau über die Situation gesprochen, weil im Internet stand, dass ich am Geißbockheim bin und mit Sportchef Thomas Kessler rede. Es ist zwar so, dass Oses Frau und meine uns nicht immer unterscheiden können, wenn wir an der Seitenlinie stehen, aber ich hätte viel falsch gemacht, wenn ich am Sonntag am Geißbockheim gewesen wäre.

...die Tabellensituation vor den letzten sieben Spieltagen: Jetzt heißt es, Spiele zu gewinnen, Punkte zu holen. Da fangen wir in Frankfurt mit an. Und dann schauen wir uns das nächste Spiel gegen Bremen zu Hause an. Dann wissen wir mehr.

...seinen neuen Co-Trainer Armin Reutershahn: Ich kenne Armin jetzt seit drei Tagen. Wir haben einen Co-Trainer gesucht, der schon viel gesehen hat. Ich habe mit ihm jemanden an meiner Seite, der auf die Bremse treten kann, wenn ich zu sehr auf dem Gas stehe.