Der 1. FC Köln steht im Derby gegen Borussia Mönchengladbach vor der bislang bedeutungsvollsten Partie in der BBundesliga-Saison 2025/26.
1. FC Köln„Den Feind schlagen und die Klasse halten“

Linton Maina (l.) steht vor seiner Rückkehr in die Startelf des 1. FC Köln.
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Bei all den Diskussionen um die Zukunft von Trainer Lukas Kwasniok und Said El Mala kann es passieren, dass die wesentlichen Dinge des Alltags in der Fußball-Bundesliga in den Hintergrund rücken. Falls dies vor dem 100. Bundesliga-Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach der Fall sein sollte, sei auf das große Banner der Fans verwiesen, das den FC-Profis beim Abschlusstraining am Freitag im Rheinenergiestadion unmissverständlich klar machen sollte, worum es am Samstag (15.30 Uhr/Sky und DAZN) im mit 50.000 Zuschauern ausverkauften Rheinenergiestadion geht. „Den Feind schlagen – die Klasse halten“, war vor der Südkurve Weiß auf Rot zu lesen.
Der Blick auf die Bundesliga-Tabelle vor dem 27. Spieltag der Saison 2025/26 verdeutlicht, dass es zwischen Geißböcken und Fohlen über die großen Emotionen des rheinischen Derbys hinaus, vor allem um die Existenz in der 1. Liga geht . Gladbach hat sich durch den jüngsten 2:0-Heimsieg gegen den FC St. Pauli zwar etwas Luft im Abstiegskampf verschafft, weist aktuell aber trotzdem nur vier Zähler Vorsprung auf Relegationsplatz 16 auf. Die Kölner stehen drei Punkte hinter ihrem Erzrivalen, können die Borussia aber dank des besseren Torverhältnisses mit einem Sieg in Müngersdorf überholen und bei dann 28 Punkten selbst den nächsten Schritt in Richtung Klassenerhalt gehen.
Revanche für das 1:3 im Hinspiel
Kwasniok sprach am Donnerstag von einer „Revanche“ für die 1:3-Niederlage im Hinspiel. Im Nordpark hatten die Kölner zwar viel Ballbesitz, wussten damit aber wenig anzufangen und gerieten nach eigenen Fehlern mit 0:3 in Rückstand. Der FC-Coach hatte am zehnten Spieltag nach dem 4:1-Heimsieg gegen den Hamburger SV auf ein spielstarkes Zentrum mit Denis Huseinbasic, Isak Johannesson und Florian Kainz gesetzt. Eine Mittelfeld-Formation, die es so nur das eine Mal in dieser Saison gab.
„Die Bundesliga ist in allererster Linie eine physische Angelegenheit. Eine Aufstellung wie im Hinspiel ginge zu Lasten der Konterabsicherung. Wir brauchen Körperlichkeit, Schnelligkeit, müssen in den Zweikämpfen bestehen wollen und können. Da haben wir noch Luft nach oben“, forderte Kwasniok mehr Durchsetzungsvermögen.
Es geht darum, sie im Rücken zu bedrohen und gleichzeitig eine extrem gute Konterabsicherung zu haben.
Der 44-Jährige erwartet Eugen Polanskis Gladbacher wie im Hinspiel abwartend, aber nicht so abwartend wie den HSV am vergangenen Wochenende: „Sie sind in ihrem Block sehr aktiv, schwer zu bespielen, gut im Umschaltspiel und haben zehnmal zu null gespielt. Es geht darum, sie im Rücken zu bedrohen und gleichzeitig eine extrem gute Konterabsicherung zu haben. Wenn es uns gelingt, in Führung zu gehen, und dazu sind wir absolut in der Lage, wird das Spiel offener und wir können ihnen mit unseren Mitteln in der Offensive wehtun“, stellte Kwasniok in Aussicht. Mit diesen Mitteln meint er die schnellen und trickreichen Jakub Kaminski, Linton Maina, der in die Startelf zurückkehren könnte und Said El Mala.
Der 19-Jährige Senkrechtstarter ist am Freitag als einziger Kölner erwartungsgemäß in das Aufgebot der U21-Nationalmannschaft für die EM-Qualifikationsspiele gegen Nordirland (27.3. in Braunschweig) und in Griechenland (31.3.) berufen worden. Zwei wichtige Partien, bei denen El Mala beweisen kann, dass er beim FC inzwischen den nächsten Schritt in seiner Entwicklung gegangen ist und irgendwann auch eine dauerhafte Option für die A-Nationalmannschaft sein wird.
Voraussichtliche Aufstellungen:
1. FC Köln: Schwäbe; Krauß, Van den Berg, Özkacar, Lund; Martel, Johannesson; Maina, Kaminski, El Mala; Ache. — Borussia Mönchengladbach: Nicolas; Sander, Elvedi, Diks; Reitz, Engelhardt, Scally, Castrop, Honorat, Stöger; Tabakovic. — SR.: Storks (Ramsdorf).
