Der 1. FC Köln ist bei der Suche nach einem neuem Sportdirektor offenbar fündig geworden. Es soll sich um ein aus der Bundesliga und der Premier League bekanntes Gesicht handeln.
1. FC KölnEin Nachfolger für Thomas Kessler

Der Technische Direktor Tim Steidten (vorne) and Manager David Moyes von West Ham United.
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Die Überlegungen gibt es schon länger und sie liegen auch auf der Hand. Es war also keine große Überraschung, als Ulf Sobek im Winter-Trainingslager an der Costa Blanca ankündigte, dass der 1. FC Köln sich um die Dienste eines neuen Kaderplaners bemüht. Nun lässt der FC den Worten des neuen Vizepräsidenten wohl Taten folgen. Die Geißböcke stehen nach übereinstimmenden Medienberichten unmittelbar vor einer Verpflichtung von Tim Steidten und installieren damit einen Kaderplaner. Der 46-Jährige wäre Nachfolger von und eine erfahrene rechte Hand für den vom Sportdirektor zum Geschäftsführer Sport aufgerückten Thomas Kessler — eine neue Führungskraft im Bereich Scouting.
Tim Steidten ist in der Fußball-Bundesliga kein Unbekannter. Großgeworden ist der gebürtige Bremer bei seinem Heimatclub SV Werder, wo er am Ende seiner aktiven Karriere als Fußballer (u. a. VfL und VfB Oldenburg, SV Meppen) im Juli 2008 als Jugendscout anfing. Steidten stieg bei den Grün-Weißen bis zum Sportlichen Leiter auf und wechselte 2019 als Leiter des Scoutings zu Bayer 04 Leverkusen. Mit Rudi Völler und Simon Rolfes saßen beim Werksclub zwei ehemalige Bremer an den Schalthebeln.
Steidten war Sportkoordinator bei Bayer Leverkusen
Im Jahr 2022 wurde Steidten bei Bayer 04 zum Sportkoordinator berufen. Eine Stelle, die er jedoch nur bis zum 15. März 2023 bekleidete. Dann kam es zu einer einvernehmlichen Trennung kam. Dem Vernehmen nach habe es zwischen beiden Seiten nicht mehr wirklich gepasst.
In Steidtens Zeit in Leverkusen fallen einerseits Neuverpflichtungen wie die von Nadiem Amiri, Patrik Schick, Edmond Tapsoba, Exequiel Palacios, Jeremie Frimpong, Piero Hincapie, Amine Adli und Robert Andrich. Andererseits gab es auch Transfers wie Kerem Demirbay (32 Millionen Euro Ablöse), Daley Sinkgraven, Adam Hlozek oder Callum Hudson-Odoi.
Für Steidten ging es von Leverkusen aus im Juli 2023 direkt zu West Ham United. Der Job in London endete für ihn im Februar 2025. West Ham ist in dieser Saison stark abstiegsgefährdet. „Mein Plan ist es, spätestens im Sommer eine neue Aufgabe zu haben. Da in der Kaderplanung häufig bereits im Frühjahr wichtige Phasen für den Sommer anstehen, ergibt es Sinn, relativ zeitnah wieder einzusteigen“, kündigte Steidtgen im Januar in einem Interview mit der „Deichstube“ an.
Ich habe eine Struktur geerbt, die nicht von mir entwickelt wurde.
Vieles spricht dafür, dass Steidten ins Rheinland zurückkehren wird, zumal er nach seiner Zeit bei West Ham lukrative Angebote aus der Premier League und aus Saudi-Arabien abgelehnt haben soll. „Ich habe noch nicht das gefunden, bei dem ich das Gefühl habe, dass das passt“, sagte er vor dieser Saison im Juli 2025 in einem Interview bei transfermarkt.de. Sein Ziel heißt wohl Bundesliga.
Eine Verpflichtung von Tim Steidten als neuer Sportdirektor und Schnittstelle zwischen Thomas Kessler und Gabor Rohr als Leiter der FC-Scoutingabteilung würde die Vorstellungen abdecken, die Sportchef Kessler im Dezember im „Doppelpass“ umrissen hat: „Das Thema Organisationsstruktur ist in solch einem großen Fußballclub wichtig. Ich habe eine Struktur geerbt, die nicht von mir entwickelt wurde“, verwies Kessler auf seinen Vorgänger Christian Keller und erklärte: „Für mich ist es wichtig, wenn ich das Commitment gebe, in den nächsten Jahren aus der Geschäftsführung heraus Verantwortung zu übernehmen, dass das zu Bedingungen ist, wie ich mir das vorstelle.“
Der Geschäftsführer Sport und der neue Vorstand plane, die Organisationsstruktur im Geißbockheim von den bisherigen Bereichsleitern hin zu Direktorenrollen mit klaren Zuständigkeiten umzubauen.
