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Vertrag läuft ausEric Martel lässt Zukunft weiter offen - 1. FC Köln prüft andere Optionen

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FC-Profi Eric Martel

Frühe Verwarnung: FC-Profi Eric Martel wurde gegen Mainz nach schwacher Leistung bereits zur Pause ausgewechselt.

Bleibt er oder geht er? Eric Martel hat nach wie vor keine Entscheidung über seinen auslaufenden Vertrag getroffen. Sportdirektor Thomas Kessler hält derweil nach weiteren Winter-Zugängen Ausschau.

Für Eric Martel war der Arbeitstag am Samstag nach nur 45 Minuten beendet. Der defensive Mittelfeldspieler des 1. FC Köln war einer von drei Akteuren, die angesichts des 0:1-Rückstands gegen den FSV Mainz 05 zur Pause in der Kabine bleiben mussten. Nach einer enttäuschenden ersten Halbzeit sah Trainer Lukas Kwasniok sich dazu veranlasst, seiner Mannschaft eine offensivere Ausrichtung zu verpassen. Dass Martel den Umstellungen zum Opfer fiel, war ein seltener Vorgang. In der Hinrunde stand er lediglich dreimal nicht über die volle Distanz auf dem Platz. Eine Auswechslung des 23-Jährigen bereits zur Halbzeit hatte es unter Kwasniok zuvor noch nicht gegeben.

Ganz überraschend kam die Entscheidung jedoch nicht. Martel gab beim Gegentor durch Stefan Bell eine ungewohnt schwache Figur im Zweikampf ab. Zudem trug er früh die Last einer Gelben Karte mit sich. Der für Martel eingewechselte Tom Krauß sorgte für den benötigten Schwung. Die Mainzer Leihgabe trug einen wichtigen Teil dazu bei, dass der FC das Duell gegen den Abstiegskonkurrenten noch mit 2:1 gewinnen konnte. „Tom war in der zweiten Halbzeit unser Gamechanger. Es ist toll, dass er diese Energie ins Stadion bringt“, lobte Kwasniok den formstarken Krauß, der sich in der Mittelfeldzentrale für weitere Auftritte empfahl.

Wenn die Transferperiode vorbei ist und die Bundesliga wieder läuft, werden wir sicherlich auch die Gespräche mit Eric nochmal intensivieren.
Thomas Kessler, FC-Sportdirektor

Dort fühlt sich Eric Martel grundsätzlich am wohlsten. Stärkere Leistungen zeigt der Defensiv-Allrounder tendenziell aber in der Innenverteidigung, wo er wegen des Verletzungspechs zuletzt häufig ausgeholfen hatte. Ein Kritikpunkt an Martel lautet, dass er in der Schnittstelle zwischen Defensive und Offensive das Tempo zu sehr verschleppt. Martel ist ein starker Zweikämpfer, im Spiel mit Ball hat er Defizite. Es wird spannend sein zu beobachten, welche Rolle der gebürtige Straubinger in den nächsten Spielen einnimmt. Zum einen, weil die Dreierkette um Neuzugang Jahmai Simpson-Pusey, Cenk Özkacar und Sebastian Sebulonsen derzeit gut funktioniert und mit Rav van den Berg der eigentliche Abwehrchef nach Rotsperre wieder zur Verfügung steht. Zum anderen, weil Tom Krauß gegen Mainz auf sich aufmerksam machte.

Unklar ist auch, wie es mit Eric Martel über den Sommer hinaus weiter geht. Der Vierjahresvertrag des ehemaligen U21-Nationalspielers läuft zum 30. Juni aus. Eine vorzeitige Verlängerung lehnte Martel bislang ab – unter Verweis darauf, die sportliche Entwicklung des FC erst einmal abwarten zu wollen. „Es gibt aktuell keine Gespräche. Wenn die Transferperiode vorbei ist und die Bundesliga wieder läuft, werden wir sicherlich auch die Gespräche mit Eric nochmal intensivieren“, erklärte Sportdirektor Thomas Kessler Anfang des Jahres im Trainingslager in Spanien. Sollte Martel sein Arbeitspapier nicht verlängern, droht den Kölnern ein ablösefreier Abgang im Sommer. Dennoch sei ein Verkauf Martels in diesem Winter „kein Thema“, sagte Kessler.

1. FC Köln: Sunderlands Dan Neil ist offenbar ein Thema

Aus dem Umfeld des Spielers ist zu hören, dass die Zukunft des 23-Jährigen nach wie vor völlig offen sei. Ein Verbleib beim FC ist demnach ebenso denkbar wie die Wahl einer neuen Herausforderung. Unstrittig ist, dass Martel sich auch in der nächsten Saison bevorzugt in der Bundesliga sieht. Und, dass ein erneuter Gang in die 2. Liga für ihn nicht infrage käme. Danach sieht es nach dem Ende der Kölner Sieglosserie derzeit aber ohnehin nicht aus. Bei acht Punkten Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze verfügt der Aufsteiger über eine gute Ausgangsposition für die Rückrunde. Derweil prüft der FC auch andere Optionen. Hinter den Kulissen soll bereits der Name Dan Neil gefallen sein. Der Vertrag des 24-Jährigen bei Premier League-Aufsteiger AFC Sunderland läuft am Saisonende aus. Der ehemalige Kapitän der „Black Cats“ verlor nach dem Aufstieg seinen Stammplatz. Mit dem aus Leverkusen gekommenen Granit Xhaka hatte Sunderland sich im Sommer prominent verstärkt.

Thomas Kessler, der am Dienstag seinen 40. Geburtstag feierte, hält derweil Ausschau nach möglichen weiteren Verstärkungen für die zweite Saisonhälfte. „Wir schauen uns auf dem Markt um. Das bedeutet aber nicht, dass wir etwas machen müssen oder werden“, sagte der Sportdirektor. „Wir haben ein paar Sachen schon angestoßen, das hängt aber auch vom anderen Verein ab. Schauen wir mal, was in den nächsten zwei Wochen passiert.“ Unter akutem Handlungsdruck sieht Kessler den FC nicht: „Ich fühle mich darin bestärkt, dass der Kader von der Qualität so ist, dass wir hoffentlich eine Rückrunde spielen werden, an der alle Spaß haben“, sagte er nach dem Befreiungsschlag gegen Mainz.