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1. FC Köln im AbstiegskampfKwasniok will sich nicht treiben lassen

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Leidet an der Seitenlinie mit: FC-Trainer Lukas Kwasniok.

Der 1. FC Köln hält auch gegen die Topteams häufig gut mit, belohnt sich aber zu selten. Neun Punkte aus den jüngsten 13 Spielen geben vor dem entscheidenden letzten Saisondrittel Anlass zur Sorge.

Der 8. November 2025 war kein guter Tag für den 1. FC Köln. Mit der Niederlage bei Borussia Mönchengladbach ging das unter emotionalen Gesichtspunkten wichtigste Spiel der Hinrunde verloren. Was vor drei Monaten noch als erster Kratzer auf dem schwungvollen Saisonstart angesehen wurde, bildete rückblickend den vorläufigen Wendepunkt einer Spielzeit, die aus Sicht des Aufsteigers nur noch recht schleppend vorankommt. Denn allzu viel ist den Kölnern, was die reine Punkteausbeute betrifft, seither nicht mehr gelungen. Obwohl Lukas Kwasnioks Mannschaft selbst besser besetzten Kontrahenten das Leben häufig schwer macht, schafft sie es zu selten, Aufwand und Ertrag in ein angemessenes Verhältnis zu bringen. Die 1:3-Niederlage beim VfB Stuttgart stellte in dieser Hinsicht ein neuerliches Beispiel dar.

Die Enttäuschung war entsprechend groß. „Wir stehen nach einem ordentlichen Spiel wieder da und haben keine Punkte. Das nervt uns“, klagte Jan Thielmann. Eine vergleichbare Erfahrung hatten die Kölner erst eine Woche zuvor gemacht. Beim 1:2 gegen RB Leipzig war der FC ebenfalls zunächst ins Hintertreffen geraten, um nach dem verdienten Ausgleichstor am Ende doch als Verlierer vom Platz zu gehen. Damit setzte sich der seit dem Spätherbst anhaltende Abwärtstrend weiter fort. 13 Spiele sind seit der Derbypleite in Mönchengladbach vergangen. Elfmal blieb der FC in dieser Phase ohne Sieg, von den 39 möglichen Punkten holte er gerade mal neun. Eine magere Bilanz, die vor dem letzten Saisondrittel Anlass zur Sorge gibt.

Wenn man schlecht spielt und nicht punktet, dann kann man sich Sorgen machen. Wir spielen gut und punkten nicht.
Jan Thielmann, FC-Offensivspieler

Jan Thielmann ist dennoch weit davon entfernt, in Unruhe zu verfallen. „Ich bin trotzdem guter Dinge“, betonte er und begründete seine positive Haltung wie folgt: „Wenn man schlecht spielt und nicht punktet, dann kann man sich Sorgen machen. Wir spielen gut und punkten nicht.“ Viel fehle nicht, um wieder Zählbares zu ergattern. „Wir müssen ein bisschen an uns feilen“, meinte der Offensivspieler. Die im Abstiegskampf unerlässlichen Tugenden seien vorhanden: „Einsatz, Leidenschaft – die Basis stimmt.“ Dazu kämen „gute Ansätze“ im spielerischen Bereich. Doch während die Kölner einen hohen Aufwand betreiben müssen, um zu Torerfolgen zu kommen, kassieren sie die Gegentreffer teilweise zu einfach. „Das ist die Bundesliga, da werden Fehler leider bestraft. Wir müssen schauen, dass wir die Fehler, die auch Stuttgart im Aufbauspiel hatte, besser nutzen“, forderte Thielmann.

Mit der Niederlage beim VfB verpasste der FC eine weitere Gelegenheit, Bonuspunkte einzuheimsen. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt somit weiterhin nur vier Zähler. Lukas Kwasniok sieht seine Mannschaft im Soll: „Das Problem ist, dass ich immer den aktuellen Moment beantworten muss. Für mich geht es aber um das große Ganze“, erklärte der Trainer, der früh in der Saison ein Ringen bis zum Schluss prognostiziert hatte. Daher sei es „nichts Außergewöhnliches, dass wir uns als Aufsteiger jetzt im Rennen um den Klassenerhalt befinden“. Kwasniok ist es wichtig, nicht nur das bloße Resultat zu betrachten: „Wir dürfen uns von einzelnen Ergebnissen nicht treiben lassen. Wir müssen die Leistung in den Fokus legen und am Ende die nötigen Punkte einfahren.“ 32 bis 35 Zähler werden nach Kwasnioks Berechnungen erforderlich sein, um das Saisonziel zu erreichen. Zwölf Spieltage vor Schluss liegt der FC bei 23 Punkten.

1. FC Köln: Mit der TSG Hoffenheim wartet das nächste Topteam

Bei diesem Vorhaben setzt Kwasniok auch auf den Zusammenhalt seiner Spieler, der trotz der komplizierten Phase allem Anschein nach intakt ist. „Die Mannschaft hat sich geschüttelt, das ist einfach ihr Naturell. Es ist wirklich unglaublich, wie sie sich immer zurückkämpft – auch wenn sie mal das Gefühl hat, unterlegen zu sein“, lobte der Trainer nach der Niederlage in Stuttgart. Die Spiele des FC seien „vielleicht nicht immer superattraktiv“ anzusehen. Dennoch habe sein Team eine „mehr als ordentliche Leistung gegen einen Topgegner“ abgeliefert. 

Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) treffen die Kölner mit der TSG Hoffenheim erneut auf einen Kontrahenten aus dem oberen Klassement. Nach den Feierlichkeiten beim Rosenmontagszug beginnt die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen den Tabellendritten am Dienstagnachmittag. „Dann versuchen wir, das Blatt wieder zu wenden“, sagte Kwasniok. Eine Wiederholung des überraschenden 1:0-Siegs im Kraichgau würde den Kölnern wieder mehr Luft verschaffen.