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1. FC KölnKessler steigt zum Geschäftsführer auf - Türoff verlängert

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Der neue Geschäftsführer Sport Thomas Kessler (3.v.l.) posiert mit der Führungsetage des 1. FC Köln.

Der neue Vorstand des 1. FC Köln hat wichtige personelle Weichenstellungen vorgenommen. Thomas Kessler rückt in die Geschäftsführung auf. Zudem verlängert Philipp Türoff vorzeitig.

Es sind besondere Tage für Thomas Kessler. Am Dienstag beging der Familienvater seinen 40. Geburtstag, zwei Tage später gab es für ihn erneut Grund zur Freude. Mit der Beförderung zum Geschäftsführer Sport des 1. FC Köln erreichte die noch junge Managerkarriere des ehemaligen Torhüters ihren vorläufigen Höhepunkt. Der bisherige Sportdirektor erhält einen Vertrag bis 2028, der ihm einen deutlichen finanziellen Aufstieg garantiert. Kesslers zukünftiges Jahresgehalt soll bei rund einer Million Euro liegen. Damit verdient er in etwa so viel wie Christian Keller, den Kessler im vergangenen Mai beerbt hatte. Gleichzeitig wurde das Arbeitspapier des kaufmännischen Geschäftsführers Philipp Türoff (49) bis 2029 ausgeweitet. Der erfahrene Manager übernimmt zusätzlich die Sprecherrolle.

Damit kehrt der Fußball-Bundesligist zu einer dreiköpfigen Geschäftsführung zurück, die durch Philipp Liesenfeld (39/Vertrag bis 2028) komplettiert wird. Der für die Bereiche Marketing und Vertrieb verantwortliche Geschäftsführer folgte im vergangenen Mai auf Markus Rejek. Mit den getroffenen Entscheidungen sieht der seit September amtierende Vorstand um Präsident Jörn Stobbe sowie seine Stellvertreter Jörg Alvermann und Ulf Sobek den FC für die Zukunft gut aufgestellt. „Der 1. FC Köln braucht auf den entscheidenden Positionen Ruhe, Verlässlichkeit und eine klare gemeinsame Vision. Dass Vorstand und Geschäftsführung geschlossen bis mindestens 2028 an der Zukunft des FC arbeiten, ist ein starkes Signal der Stabilität nach innen und außen. Wir sind davon überzeugt, dass personelle Kontinuität ein wichtiger Schlüssel sein wird, um unsere ambitionierten Ziele nachhaltig zu erreichen“, erklärte Club-Oberhaupt Stobbe.

Ich kenne die Kraft, die dieser Club auf und neben dem Platz entfalten kann, und weiß, was möglich ist, wenn wir geschlossen, mutig und mit voller Überzeugung arbeiten.
Thomas Kessler, FC-Sportdirektor

Thomas Kessler verantwortet künftig neben dem Lizenzspielerbereich und dem Scouting auch das Frauenteam, den sportlichen und administrativen Bereich der FC-Akademie sowie die medizinische Abteilung. Der gebürtige Kölner, der im Alter von 14 Jahren in den FC-Nachwuchs gewechselt war, bezeichnete den Sprung in die Geschäftsführung als „großes Privileg“ und „enorme Verpflichtung“. „In den vergangenen Monaten haben wir gemeinsam eine klare sportliche Ausrichtung und Struktur erarbeitet. Jetzt geht es darum, diese Inhalte konsequent mit Leben zu füllen und nachhaltig weiterzuentwickeln“, sagte Kessler, der sich darauf freut, die Zukunft seines Heimatclubs mit noch mehr Verantwortung mitzugestalten: „Ich kenne die Kraft, die dieser Club auf und neben dem Platz entfalten kann, und weiß, was möglich ist, wenn wir geschlossen, mutig und mit voller Überzeugung arbeiten.“

Der im Vorstand für das Ressort Sport zuständige Vizepräsident Ulf Sobek begründete die Beförderung Kesslers wie folgt: „Thomas Kessler lebt den Anspruch des 1. FC Köln jeden Tag – mit hoher Identifikation, klaren Zielen und dem festen Willen, sportliche Leistung und Vereinswerte miteinander zu verbinden. Darüber hinaus befähigen ihn neben seiner großen fachlichen Kompetenz seine herausragenden kommunikativen Fähigkeiten für die Rolle des Geschäftsführers. Ich freue mich sehr auf die weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit.“ Allerdings hatten sich die Gespräche über Kesslers Aufstieg in die Geschäftsführung zuletzt in die Länge gezogen. Der 40-Jährige erwies sich als hartnäckiger Verhandlungspartner, dem während des Wahlkampfs von allen drei Kandidatenteams eine Beförderung in Aussicht gestellt worden war. Zuvor hatte Kessler mit der Umgestaltung des Kaders bei seiner ersten Bewährungsprobe überzeugen können.

Ich bin sehr gerne beim FC und vollkommen überzeugt, dass wir mit Mut, Fleiß und guten Ideen in Zukunft noch viel mehr erreichen können.
Philipp Türoff, FC-Geschäftsführer

Mit Philipp Türoff bleibt dem FC der Finanzchef erhalten. Der frühere Manager von Birkenstock, Red Bull und SAP nahm bei der wirtschaftlichen Sanierung des Clubs eine tragende Rolle ein. Zudem arbeitet Türoff federführend am geplanten Ausbau des Geißbockheims. Ursprünglich wäre sein Vertrag am Jahresende ausgelaufen. „Ich bin sehr gerne beim FC und vollkommen überzeugt, dass wir mit Mut, Fleiß und guten Ideen in Zukunft noch viel mehr erreichen können. Mit der Planungssicherheit werden wir die nächsten Schritte und vor allem auch langfristigen Projekte gemeinsam konsequent vorantreiben“, erklärte Türoff, der im Januar 2022 als Nachfolger von Alexander Wehrle bei den Kölnern übernommen hatte. Beim FC weiß man seine Verdienste zu schätzen. „Philipp Türoff hat den FC in einer wirtschaftlich äußerst herausfordernden Phase mit großer Umsicht und Fachkompetenz stabilisiert. Seine Arbeit ist das Fundament, auf dem wir uns sportlich wieder entwickeln können“, sagte Präsident Stobbe.