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1. FC Köln„Kwasniok sieht eine absolute herkulesaufgabe“

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Wieder eine Option für den Spieltagskader: Jahmai Simpson-Pusey (links mit Ragnar Ache).

Wieder eine Option für den Spieltagskader: Jahmai Simpson-Pusey (links mit Ragnar Ache).

Der 1. FC Köln will am Samstag seinen Hinrunden-Sieg gegen das Topteam TSG 1899 Hoffenheim wiederholen.

Es war zwischen dem 1:2 gegen RB Leipzig und dem 1:3 beim VfB Stuttgart, als Lukas Kwasniok aus gegebenem Anlass die Frage beantworten sollte, wann dem 1. FC Köln denn nun endlich ein Sieg gegen ein Topteam der Fußball-Bundesliga gelingt — oder zumindest mal ein Remis. Der FC-Trainer lächelte und überlegte einen Moment, ehe er in die Runde der TV-Experten warf, dass seine Mannschaft dieses Ziel bereits erreicht habe. Er meinte den sechsten Spieltag und das 1:0 bei der TSG 1899 Hoffenheim.

Die Kraichgauer standen am 3. Oktober 2025 zwar nur auf Platz zehn der Tabelle, Kwasniok wusste aber schon zu dieser Zeit, wohin der Weg des Team von Trainer Christian Ilzer führen würde. „Sie haben jetzt mehr Selbstbewusstsein hat, als im Hinspiel, waren aber damals schon sehr gut. Es überrascht mich überhaupt nicht, dass sie da oben sind“, sagte der Kölner Coach mit Blick auf den Tabellendritten, der sechs seiner jüngsten sieben Bundesliga-Partien gewann.

Lukas Kwasniok lobt seinen Kollegen Christian Ilzer

Die Erklärung lieferte Kwasniok gleich mit und es klang ein bisschen so, als würde er auch über sich und seine Pläne mit dem FC sprechen: „Sie haben den Finger in die Wunde gelegt im Verein, einen kompletten Turnaround mit einem imposanten Aufstieg in dieser Saison vollzogen“, bewunderte er die Arbeit von Ilzer und TSG-Sportchef Andreas Schicker, die im Sommer 2024 aus Graz gekommen waren, um die Dinge beim Club von Dietmar Hopp zu verändern.

„Man hat geschmunzelt, als mein Kollege Ilzer gesagt hat, er will in die Champions League und um die Meisterschaft mitspielen. Jetzt ist seine Idee des Spiels innerhalb von nur einem Jahr implementiert. Hoffenheim macht die meisten Sprints in beide Richtungen. Es ist eine Maschinerie, die in puncto Intensität und Klarheit den Bayern von allen Bundesligisten am nächsten kommt.“

Für uns ist es wieder die Chance dagegenzuhalten und zu zeigen, wir sind da.
Lukas Kwasniok, Trainer 1. FC Köln

Diesem Topteam hat der FC eine von nur fünf Niederlagen dieser Saison beigefügt. Zwei davon kassierte das Ilzer-Team gegen Bayern München, je eine gegen Dortmund und Frankfurt. Die Geißböcke sind also durchaus in der Lage, ein Team zu besiegen, das über andere Möglichkeiten verfügt und um die Europapokal-Plätze mitspielt. „Für uns ist es wieder die Chance dagegenzuhalten und zu zeigen, wir sind da“, glaubt Kwasniok mit Blick auf das Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky und DAZN) an seine Mannschaft. Gegen Hoffenheim weiß sie ja auch, wie es geht.

Obwohl die Situation im Abstiegskampf für die Kölner prekär bleibt und eine weitere Niederlage gegen die TSG nicht unwahrscheinlich ist, zeigt sich Kwasniok von seinen Spielern und seiner Arbeit überzeugt: „Das letzte Drittel ist das schönste der Saison, auch für einen Trainer, denn da geht es ans Eingemachte. Viele bekannte Namen erleben das letzte Drittel einer Saison gar nicht mehr, gehen nach Madrid und sind dann weg. Ich freue mich, mit dem FC ins letzte Drittel zu gehen. Ich wusste, worauf ich mich einlasse“, erklärte der 44-Jährige und begründete seine Überzeugung, dass der FC das Ziel Klassenerhalt erreichen wird: „Wir sind eng beieinander, total fokussiert und haben die Leistungen im Blick. Die stimmen, auch wenn die Ergebnisse nicht immer da sind, und geben uns die Möglichkeit in jedem Spiel zu gewinnen — auch gegen Hoffenheim. Unsere Ausgangsposition vor dem letzten Drittel der Saison hätte deutlich schlechter sein können.“

Der Kölner Coach kann für das Spiel am Samstag wieder auf Dominique Heintz und Jahmai Simpson-Pusey bauen. Wobei der junge Engländer nach seiner Muskelverletzung nur eine Kader-, aber noch keine Startelf-Option. Kwasniok stehen somit fünf Innenverteidiger zur Verfügung. Die Baustelle ist vorerst geschlossen. Zurück ins Team drängt auch der zuletzt erkrankte Isak Johannesson.

Ob Said El Mala wie bei seinem Gala-Auftritt im Hinspiel inklusive Traumtor von Anfang an aufläuft, ließ Lukas Kwasniok offen. Der FC-Trainer warb vielmehr ein weiteres Mal um Verständnis für den Umgang mit den Einsatzzeiten für den 19-Jährigen: „Said ist ein sehr talentierter Spieler. Wir wollen Spiele gewinnen und ihn gleichzeitig dabei begleiten, dass er besser wird. Das ist uns in den vergangenen Monaten nicht ganz so schlecht gelungen. Es ist für ihn schwerer geworden, weil die Gegner sich vielmehr auf ihn einstellen, egal ob er beginnt oder von der Bank kommt. Für ihn wird der nächste Stepp sein, seine Leistung unter diesen erschwerten Bedingungen abzurufen. Dabei begleiten wir ihn und sind guter Dinge, dass wir nicht allzu falsch liegen. Wir trauen ihm diesen Schritt zu.“