Die U19 des 1. FC Köln tritt am Mittwoch zum Drittrunden-Rückspiel in der Uefa Youth League beim FC Midtjylland an. Nach dem 1:1 in Hinspiel stehen die FC-Talente in Dänemark unter Druck.
Trainer Stefan Ruthenbeck„Stolz, dass wir als 1. FC Köln europäisch spielen dürfen“

U19-Trainer Stefan Ruthenbeck schaut gespannt auf das Rückspiel der Uefa Youth League am Mittwoch in Dänemark.
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Die U19-Fußballer des 1. FC Köln kämpfen am Mittwoch (13.30 Uhr) im Rückspiel der Uefa Youth League beim dänischer Vertreter FC Midtjylland um den Einzug ins Sechzehntel-Finale. Daniel Mertens hat mit Trainer Stefan Ruthenbeck nach dem 1:1 im Hinspiel über die Erwartungen gesprochen.
Herr Ruthenbeck, mit welchen Gefühlen blicken Sie auf das Youth-League-Rückspiel?
Zunächst einmal mit viel Stolz, dass wir als 1. FC Köln europäisch spielen dürfen. Ich freue mich darauf und versuche, es auch zu genießen, mit meinem Staff und den Jungs zusammen. Das ist einfach eine tolle Erfahrung.
Wie hoch beziffern Sie die Chancen auf ein Weiterkommen?
Die Ausgangssituation ist für den Gegner einen Tick besser, weil es ein Heimspiel ist. Wir haben es nicht geschafft, den Gegner im Hinspiel zu schlagen. Das 1:1 ist aber ein gefährliches Ergebnis für eine Heimmannschaft, weil du weißt, du musst jetzt auch gewinnen. Wir können vielleicht den Fokus ein bisschen mehr darauf haben, dass wir vielleicht in der einen Tick schlechteren Rolle sind. Das hat uns letztes Jahr immer gutgetan in den Finalspielen, deswegen fühle ich mich in der Rolle pudelwohl. Trotzdem glaube ich, dass es eine 50:50-Sache ist.
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Ein richtiges Heimspiel wird es für Midtjylland vermutlich nicht, der FC wird von mindestens 400 Fans begleitet. Welche Rolle spielt das?
In Luxemburg mit den 1000 FC-Fans auf der Tribüne habe ich das Gefühl gehabt, dass es den Jungs erst einmal gar nicht so gutgetan hat. Dann war auch ein bisschen Druck da. Dass wir so supportet worden sind, war schon krass. Da haben wir ein bisschen gebraucht, um ins Spiel reinzukommen. Wir haben jetzt aber schon drei Spiele mit unseren Fans im Rücken gehabt und sind es jetzt schon gewohnt. Deswegen glaube ich, wird es auch in Dänemark ein Heimspiel für uns sein.
Was erwartet Ihre Mannschaft am Mittwoch?
Das wird fußballerisch echt hohes Niveau. Und in so einem Spiel, in dem es um alles geht, kann ich mir gut vorstellen, dass es da Spieler auf beiden Seiten geben kann, die über sich hinauswachsen und das Spiel entscheiden. Da bin ich mal gespannt, wer die Rolle des Matchwinners auf FC-Seite werden könnte.
Welche Erfahrungen sammeln die Spieler in der Youth League?
In der Nachwuchsliga können wir bei uns auf dem Rasenplatz 7 oder auch im Franz-Kremer-Stadion in der Regel nicht das darstellen, was wirklich später im Profifußball passiert. Die Youth League bietet uns das aber mit dem Zuschauer-Aufkommen und dem medialen Interesse. Da ist der Fokus auf den Einzelnen größer. Das ist in der Vorbereitung auf den Profifußball sehr wichtig.
Wie unterscheidet sich ein Duell in der DFB-Nachwuchsliga von der Youth League?
Der Druck ist natürlich viel höher. Wenn du in der Meisterschaft ein Spiel verlierst, dann musst du nicht im zweiten Duell versuchen, es irgendwie auszugleichen. Es ist ein unheimlich hoher Druck und die Jungs müssen lernen, dann auch zu funktionieren.
Wie sieht denn die Vorbereitung auf ein Youth-League-Spiel aus?
Die ist leider viel zu kurz. Wir haben nach dem Liga-Spiel vom Samstag gegen Viktoria Köln nur ein Training. Ich würde gerne ein bisschen mehr Zeit haben für so ein besonderes Event, aber die haben wir nicht. Und damit bist du schon wieder nah am Profifußball. Wenn du da Europa oder Champions League spielst, hast du auch nicht so viel Zeit und nur ein oder zwei Einheiten, um dich vorzubereiten.
Sie hechten aktuell mit einem enormen Tempo durch den Terminkalender, absolvieren in kürzester Zeit eine Vielzahl an Spielen in verschiedenen Wettbewerben. Wie gehen Sie als Trainer und wie geht Ihre Mannschaft damit um?
Die Jungs gehen super damit um. Sie haben Spaß und freuen sich auf jedes Spiel. Man muss aber schon aufpassen im Jugendfußball. Die Jungs gehen auch zur Schule, haben Klausuren. Einige Jungs mussten ihre Klausuren verschieben, um bei der Youth League dabei sein zu können. Am Sonntag spielen wir dann schon das DFB-Pokal-Viertelfinale bei Eintracht Frankfurt. Wenn mir am Mittwoch fünf Spieler wegbrechen, wird das dem Wettbewerb auch nicht mehr gerecht. Wir haben vier Spiele in zwölf Tagen, da ist dann irgendwo ein Fehler.
Sollte der FC die nächste Runde erreichen, warten im Sechzehntel-Finale die ganz großen Namen wie Paris Saint-Germain, Barcelona, Liverpool, Manchester City oder Inter Mailand. Erhöht das die Motivation für Ihre Spieler am Mittwoch?
Wenn du U19 beim 1. FC Köln spielst, darfst du kein Problem mehr mit der Motivation haben. Egal, ob du gegen Elversberg, den FC Hennef oder Manchester City spielst, du musst immer hoch motiviert sein und es muss immer das Ziel sein, das nächste Spiel zu gewinnen. Wenn du das nicht hast, dann wirst du hier kein Profi. Die Jungs sind aber definitiv nervös. Vorfreude ist ebenso da, wie die Sorge, nicht weiterzukommen. Letztere müssen wir den Jungs nehmen, das ist meine Aufgabe.
Sie haben selbst in Ihrer Trainer-Laufbahn schon viel erlebt. Sind die Youth-League-Auftritte für Sie dennoch immer noch etwas Besonderes?
Ich freue mich auf jedes Spiel, auf jede Runde, in der wir weiterkommen. Für mich persönlich ist es auch eine tolle Erfahrung. Aber auch ich werde am Mittwoch nervös sein. Dennoch haben wir eine große Vorfreude auf dieses Spiel.
Welche Strahlkraft gewinnt der FC durch die Youth-League-Teilnahme beim Kampf um die besten Talente?
Das wird dafür sorgen, dass wir den einen oder anderen Spieler eher bekommen als ein anderer Klub. Und wir schaffen es dann auch, den einen oder anderen Spieler eher zu binden, weil er weiß, er kann bei uns Deutscher Meister werden, Youth League spielen, er kann vielleicht DFB-Pokalsieger werden. Die Ausbildung hat zwar Priorität, aber trotzdem helfen diese Titel natürlich, dafür zu sorgen, Topspieler zu behalten und zu verpflichten.
Welchen Input kann der Verein durch die internationalen Vergleiche für seine eigene Jugendarbeit mitnehmen?
Wir schauen natürlich, wie es bei anderen Vereinen gemacht wird. Aber wir sind natürlich auch so weit in Deutschland, dass wir auch selbst Benchmarks setzen können. Es wird ja auch nach Köln geschaut, wie wir es schaffen, konkurrenzfähig zu bleiben gegenüber etwa Bayer Leverkusen oder Borussia Dortmund. Natürlich geht es aber immer darum, noch mal Ideen zu implementieren, Dinge zu verbessern und zu optimieren. Da haben wir hier viele gute Leute und schlaue Köpfe, die da täglich dran sind.
Mit Mike Tullberg ist ein ehemaliger Weggefährte von Ihnen aus der damaligen U19-Bundesliga Cheftrainer bei den Profis des FC Midtjylland. Sind Sie rund um die beiden Duelle im Austausch?
Das sind wir eigentlich immer, aber jetzt gerade ist ein bisschen Ruhe. Ich hoffe, ihn am Mittwoch zu sehen. Wir sind uns immer sympathisch gewesen. Zwischen uns hat es an der Seitenlinie immer gekracht, aber es gibt in beide Richtungen viele Sympathien.
