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Mittelrheinliga-Duo im Winter-CeckSiegburg und Hennef sind bereit für die Rückrunde

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Abdul-Wahid Bancé

„Quasi-Zugang“ Abdul-Wahid Bancé (rechts) vom FC Hennef 05. 

Während der SSV 04 das Titelrennen offen halten will, peilt der FC Hennef 05 eine sorgenfreie Saison an. Hoffnung machen zwei „Quasi-Zugänge“. 

Am Sonntag (15.30 Uhr) wird es endlich wieder ernst für die beiden Fußball-Mittelrheinligisten aus dem Kreis. Während der Siegburger SV 04 oben dranbleiben will, hofft der FC Hennef 05 auf eine sorgenfreie Rückrunde. Zeit für den Winter-Check.


Die Vorbereitung: Die Testspiel-Reihe startete aus Hennefer Sicht mit vier Landesliga-Gegnern: Nach dem souveränen Auftakt in Spich (3:0) lieferte man eine laut Sportchef Frank Fußhöller „erschreckende Vorstellung“ gegen Bad Honnef ab – 1:3. Es folgten zwei durchschnittliche Leistungen gegen Neunkirchen-Seelscheid (1:1) und Endenich (4:2), ehe der stärkste Rivale die stärkste Performance aus den 05ern herauskitzeln sollte. „Das Beste kommt eben zum Schluss“, kommentierte Fußhöller den 4:2-Erfolg über den Oberligisten RW Koblenz. Auch Coach Nils Teixeira sprach von einem „durch die Bank weg sehr, sehr guten Auftritt“.

Pleite in Mondorf dient als Weckruf

Siegburg erlebte ebenfalls Auf und Abs. Trainer Alexander Otto bezeichnete die Ergebnisse bei Borussia Lindenthal-Hohenlind (3:1), gegen Finnentrop/Bamenohl (4:3), Ahrweiler (1:4), in Mondorf (0:1), gegen RW Koblenz (1:1) und Brauweiler (2:1) jedoch als „zweitrangig. Für uns ging es einzig und allein darum, dass wir bereit sind für den Pflichtspiel-Auftakt – und das sind wir.“ Der „bodenlose Auftritt“ beim Landesligisten Mondorf habe dabei als Weckruf gedient. Als entscheidendes Testspiel bezeichnete der Coach das vorletzte: „Koblenz ist mit der Topbesetzung angetreten und war für uns der perfekte Maßstab – das war eine Partie auf absolutem Oberliga-Topniveau.“


Die Zugänge: Das Hennefer Abwehrtalent Kenny Oelbaum (20, SSV Merten) stieg am Donnerstag nach Wadenproblemen wieder ins Training ein. „Ich muss ihn fast schon bremsen“, sagt Teixeira. „Er ist eine Riesenbereicherung für uns, auf und neben dem Platz.“ Zwei „Quasi-Zugänge“ sind derweil gesetzt, nämlich Innenverteidiger Abdul-Wahid Bancé und Linksverteidiger Burak Mus. Letzterer blieb in der Hinserie wegen eines Syndesmosebandrisses ohne Einsatz und ist laut Fußhöller „wieder fast der Alte“. Bancé hatte sich zum Auftakt gegen Königsdorf (1:1) ebenfalls am Syndesmoseband verletzt und kam anschließend nicht mehr in Tritt.

Rikiya Ohashi drängt in die Siegburger Startelf

Von den drei Siegburger Zugängen Jacob Elliott (21, Glesch-Paffendorf), Godai Kobayashi (23, Tokyo United) und Rikiya Ohashi (24, SSV Merten) ist letzterer wohl der heißeste Startelfkandidat. Doch auch andere Teamkollegen üben Druck aus – allen voran Leon Mani. „Er arbeitet hart und ist ein gutes Beispiel dafür, dass unsere Leistungsdichte höher geworden ist“, betont Otto.


Das Ziel: Die 05er peilen eine sorgenfreie Rückrunde an. „Wir wollen so früh wie möglich für Klarheit sorgen“, sagt Fußhöller. „Vorerst befinden wir uns aber mitten im Abstiegskampf: Fünf Punkte Vorsprung sind schnell dahin.“

Der Liga- und Lokalrivale aus Siegburg schielt indes nach oben. Nach einer historisch guten Hinrunde (30 Punkte) will man das Rennen an der Spitze weiter offen halten. „Wir fühlen uns wohl in der Rolle des Jägers“, sagt Otto angesichts eines Fünf-Punkte-Rückstands auf den Spitzenreiter Bergisch Gladbach. „Und die wollen wir so schnell nicht loswerden. Das Schlimmste aus unserer Sicht wäre es, wenn die Meisterschaft schon am 20. Spieltag entschieden wäre.“


Der Auftaktgegner: Vor der Partie beim TuS Königsdorf rechnet Teixeira mit einem „attraktiven Kick. Ganz einfach, weil beide Teams Fußball spielen wollen.“ Dabei kommt es erneut zum Wiedersehen mit dem Ex-Hennefer Meister-Held Takahito Ohno. „Was er aus einem vermeintlichen Abstiegskandidaten rausholt, ist beeindruckend“, sagt Fußhöller über den TuS-Spielertrainer. Obwohl der Gegner acht Zähler mehr auf dem Konto hat, sei es der Hennefer „Anspruch zu punkten“.

Siegburg startet indes auf eigener Anlage in die Rückrunde. Otto erwartet einen „heißen Tanz“ gegen die SpVg Frechen 20. Auch, weil mit Patrick Friesdorf „der Topspieler dieser Liga“ anreist. Allein in der Hinrunde verbuchte der Angreifer wieder 16 Tore und sechs Assists. Angesichts der Partien gegen Frechen, in Bergisch Gladbach und gegen Wegberg-Beeck spricht Otto von einem „Hammer-Auftaktprogramm“.