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Viel Lob für WinterzugangJahmai Simpson-Pusey beeindruckt den 1. FC Köln

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Dank an die Fans: FC-Zugang Jahmai Simpson-Pusey.

Innenverteidiger Jahmai Simpson-Pusey legt beim 1. FC Köln einen überzeugenden Kaltstart hin. Sportdirektor Thomas Kessler erkennt bereits ein „hohes Vertrauen“ in die Leihgabe von Manchester City.

Lukas Kwasniok brauchte nur wenige Worte, um seine Begeisterung zum Ausdruck zu bringen. „Sehr guter Transfer. Dankeschön an alle beteiligten Personen“, sagte der Trainer des 1. FC Köln und konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Gemeint war Jahmai Simpson-Pusey, der neue Innenverteidiger des Aufsteigers. Der junge Engländer ist bislang der einzige Zugang in diesem Winter, dafür aber offenbar ein Volltreffer. Beim 2:1-Sieg gegen den FSV Mainz 05 zählte die Leihgabe von Manchester City zu den stärksten Kölnern.

Das ist in mehrfacher Hinsicht ein bemerkenswerter Vorgang. Zum einen, weil Simpson-Pusey in der Hinrunde bei Celtic Glasgow praktisch keine Rolle spielte. Zum anderen, weil ihm beim FC kaum Zeit zur Eingewöhnung geblieben war. Der ehemalige englische Junioren-Nationalspieler war Anfang Januar ins Trainingslager nach Spanien nachgereist, wo er erst vier Tage vor dem Spiel in Heidenheim erstmals mit seinen neuen Kollegen auf dem Platz gestanden hatte. Die personellen Engpässe im Kölner Abwehrzentrum führten dazu, dass Simpson-Pusey sofort benötigt wurde.

Jahmai muss kaum sprinten, weil er die Situationen sehr gut erahnt und sie dadurch mit einer stoischen Ruhe lösen kann.
Lukas Kwasniok, FC-Trainer

In der Englischen Woche kam er in allen drei Partien über die volle Distanz zum Einsatz – und löste seine Aufgabe mit einer Selbstverständlichkeit, als wäre er schon länger am Geißbockheim. „Jahmai hat in Glasgow ein halbes Jahr nach Orientierung gesucht, hat dort keinen Auftrag gehabt, kommt hierher, kennt mittlerweile immerhin die Namen der Jungs und spielt dreimal 90 Minuten“, stellte Kwasniok mit Erstaunen fest.

Die hochwertige Ausbildung, die Simpson-Pusey im Nachwuchs von Manchester City und unter Startrainer Pep Guardiola genossen hat, ist unübersehbar. Der 20-Jährige ist ein spielstarker Verteidiger, der mit dem Ball umzugehen weiß und über eine ausgeprägte Antizipationsfähigkeit verfügt. „Jahmai muss kaum sprinten, weil er die Situationen sehr gut erahnt und sie dadurch mit einer stoischen Ruhe lösen kann“, analysierte Kwasniok.

Man merkt, dass die Jungs ihn mit Ball suchen und dass in der Mannschaft innerhalb kürzester Zeit ein hohes Vertrauen ihm gegenüber entstanden ist.
Thomas Kessler, FC-Sportdirektor

Simpson-Pusey ist es in wenigen Tagen gelungen, sich zum neuen Fixpunkt der Kölner Dreierkette aufzuschwingen. Gegen Mainz erhielt er den Vorzug gegenüber Rav van den Berg, der nach seiner Rotsperre grundsätzlich wieder zur Verfügung gestanden hätte, und übernahm im Spielaufbau eine tragende Rolle. Mit 73 Ballkontakten verbuchte der Rechtsfuß die zweitmeisten seiner Mannschaft. Zudem bestach er mit einer hohen Passqualität. Von 58 gespielten Bällen landeten mehr als 90 Prozent beim Mitspieler.

„Man merkt, dass die Jungs ihn mit Ball suchen und dass in der Mannschaft innerhalb kürzester Zeit ein hohes Vertrauen ihm gegenüber entstanden ist“, erklärte Sportdirektor Thomas Kessler, der erfreut anfügte: „Wir wussten schon vorher, dass Jahmai eine hohe Qualität hat. Aber es ist ein Stück weit beeindruckend, dass er auch in unserem Stadion seinen Mann absolut steht.“ Allerdings warnte Kessler auch davor, „jetzt nicht wieder in absolute Superlative zu verfallen“.

Simpson-Pusey ist zunächst bis Saisonende ausgeliehen. Der FC verfügt über eine Kaufoption, die sich im hohen einstelligen Millionenbereich bewegen soll. Im Gegenzug sicherte City sich eine Matching Right. Macht Simpson-Pusey so weiter, wird es spannend sein zu sehen, was im Sommer passiert.