Bayer 04 Leverkuen hat eine klare Antwort auf die spielerisch dünnen Leistungen der vergangenen Wochen gegeben und den FC St. Pauli mit 4:0 besiegt.
Bayer 04 LeverkusenWerkself dominiert dem FC St. Pauli

Leverkusener Freude: Edmond Tapsoba (Mitte) jubelt mit Aleix Garcia (li.) und Jarell Quansah über seinen Treffer zum 3:0.
Copyright: IMAGO/Kolvenbach
Den von ihrem Trainer aufgeworfenen „Champagner-Fußball“ musste Bayer Leverkusen gegen den FC St. Pauli nur phasenweise spielen. Die Mannschaft von Kasper Hjulmand gewann das Heimspiel gegen den Bundesliga-Vorletzte auch so souverän. Durch das 4:0 (2:0) untermauerte die Werkself am Karnevalssamstag ihre Champions League-Ambitionen und sprang vorübergehend auf Platz vier.
„Wir sind 100 Prozent zufrieden“, stellte Patrick Schick nach dem richtungsweisenden Dreier klar. Der Stürmer, der wie schon beim Einzug ins DFB-Pokalhalbfinale gegen die Hamburger das 2:0 erzielt hatte ergänzte: „Das Spiel war viel besser als letzte Woche in Gladbach.“
Sieben Tage nach dem ernüchternden Gastauftritt am Niederrhein (1:1) war vor allem die Rückkehr von Ibrahim Maza eine gute Nachricht. Der von einer Knieverletzung genesene Kreativspieler war aber nur einer von fünf Wechseln in der Startaufstellung. Neben dem 20-Jährigen rückten auch Exequiel Palacios, Lucas Vazquez, Robert Andrich, Loic Badé und Ernest Poku rein, um es besser zu machen als vergangenen Samstag im rheinischen Derby.
Nach einer zehnminütigen Eingewöhnungsphase, in der die von 10.000 tapferen Auswärtsfans unterstützten St. Paulianer einem Treffer näher waren als das Heimteam, schlug dieses mit einem Doppelpack zu. Erst zirkelte Aleix Garcia, der auf der Doppelsechs erstmals mit Palacios agierte, eine messerscharfe Flanke von links genau auf Jarell Quansahs Kopf. Der Innenverteidiger setzte den Ball an die Latte und durfte trotzdem jubeln, weil Nikola Vasilj ihn ins eigene Tor beförderte (12.).
Der unglückliche Gäste-Keeper musste dann gleich nochmal hinter sich greifen: Im ersten Versuch war Patrick Schick noch an Vasiljs Parade gescheitert, die folgende Hereingabe von Vazquez köpfte der tschechische Mittelstürmer aber zum 2:0 über die Linie (14.).
Nun waren die Kräfteverhältnisse geklärt und die dominanten Hausherren erspielten sich 68 Prozent Ballbesitz. Weitere Leverkusener Großchancen blieben aber erstmal aus. Hätte Andrich bei einem Schuss von Gästekapitän Jackson Irvine nicht goldrichtig gestanden, wäre der Tabellenvorletzte sogar zum Anschluss gekommen (28.).
Diese Situation durften die Hausherren als Warnung verstehen, in der zweiten Halbzeit bloß nicht nachzulassen und die Außenseiter zurück ins Spiel zu bringen. Gesagt, getan, hielt Bayer 04 das Spielgerät in den eigenen Reihen und griffen nach Ballverlusten schnell und entschlossen zu.
Auch ohne Maza, der zur Pause für Malik Tillman ausgetauscht worden war, wurde die Führung ausgebaut: Nach einer Garcia-Ecke hielt sich Edmond Tabsoba den Gegenspieler vom Leib und blieb im Fünfmeterraum stabil genug für den Kopfball zum 3:0 (52.). Nach Quansah beim Führungstreffer war hier ein weiterer Verteidiger für einen Treffer gut und brachte noch mehr Sicherheit.
Nicht Tillman oder die ebenfalls eingewechselten Christian Kofane und Jonas Hofmann zeichneten für den vierten Treffer verantwortlich. Ernest Poku, der schon im Hinspiel für den 2:1-Sieg besorgt hatte, nahm aus der Distanz genau Maß und überwand Vasilj erneut (79.). Der Treffer zum Endstand war der schönste des Spiels und hätte sogar mit Edelschaumwein begossen werden können. „Wir haben nicht viel Zeit zu zelebrieren“, merkte Patrick Schick an. Schließlich geht es schon an Aschermittwoch mit dem Playoff-Hinspiel in der Champions League bei Olympiakos Piräus weiter.
Statistik:
Bayer Leverkusen: Blaswich; Quansah, Andrich, Tapsoba; Garcia, Palacios (80. Terrier), Vazquez (59. Arthur), Maza (46. Tillman), Grimaldo (72. Hofmann), Poku; Schick (59. Kofane). - St. Pauli: Vasilj; Dzwigala, Ando, Mets; Saliakas (82. Ritzka), Sands (68. Fujita), Irvine (68. Hara), Pyrka; Sinani, Rasmussen, Kaars (82. Ceesay). - SR.: Sven Jablonski. - Zuschauer: 30.210. - Tore: 1:0 Vasilj (12./ET), 2:0 Schick (14.), 3:0 Tapsoba (52.), 4:0 Poku (79.).
