Bayer 04 Leverkusen hat einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale der Champions League gemacht. Die Werkself gewann das Playoff-Hinspiel 2:0 in Piräus.
Champions LeaguePatrik Schick lässt Bayer Leverkusen jubeln

Jubel um den Matchwinner Patrik Schick.
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Bayer 04 Leverkusen hat die Tür zum Achtelfinale der Champions League weit aufgestoßen. Der deutsche Vizemeister verschaffte sich im Playoff-Hinspiel bei Olympiakos Piräus mit einem 2:0 (0:0) eine hervorragende Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Dienstag in der BayArena. Torjäger Patrik Schick war im Hexenkessel am Hafen von Athen mit seinen beiden Toren der entscheidende Spieler für die Werkself.
Kasper Hjulmand setzte auf dieselbe Startelf wie beim überzeugenden 4:0-Heimsieg am Samstag in der Bundesliga gegen den FC St. Pauli. Der Bayer-Coach hatte in der Vorbereitung auf das Playoff-Hinspiel großen Wert daraufgelegt, dass sein Team sich nicht von der gewaltigen Atmosphäre im mit 32.400 fanatischen Zuschauern ausverkauften Georgios Karaiskakis-Stadion beeindrucken lässt. Die Leverkusener waren beim 0:2 in der Ligaphase vor vier Wochen nach 92 Sekunden durch Chiquinho in Rückstand geraten. Ein Tor, das die Stimmung im Stadion des Athener Arbeiterclubs voll angezündet hatte.
Wir haben daraus viel gelernt.
„Das haben wir nicht gut gemacht. Wir haben daraus aber viel gelernt“, baute der Däne auf den Faktor Erfahrung und erhielt Unterstützung von Robert Andrich: „Wir wollen anders in das Spiel starten, weil so ein Tor zur Atmosphäre beiträgt. Das gilt es zu unterdrücken, am besten mit einem eigenen Tor“, erinnerte sich der Nationalspieler an den missglückten Auftritt vom 26. Januar.
Die griechischen Fans empfingen ihr Team mit einer Choreo, Anfeuerung und Gesängen, die nur pausierten, wenn Bayer mal in Ballbesitz war. Dann erklang ein amtliches Pfeifkonzert von den Rängen. Die Werkself erreichte ihr erstes Ziel und überstand die Anfangsphase unbeschadet. Das Tor von Janis Blaswich geriet nur bei einem 17-Meterschuss von Mehdi Terami leicht in Gefahr (5.).
Die Leverkusener entzogen sich meist geschickt dem gefürchteten Pressing von Olympiakos und beruhigten so das Spiel. Nur Jarell Quansah verlor einmal die Orientierung. Der bärenstarke Edmond Tapsoba bügelte den Fehlpass des Engländers im eigenen Strafraum mit einem beherzten Block gegen Ayoub El Kaabi aus (19.).
Bayer 04 betreibt in Hälfte eins Chancenwucher
Zuvor hätten Patrik Schick nach Vorlage von Ibrahim Maza (16.) und Ernest Poku (17.) die Gäste schon in Führung bringen können. Bayer betrieb wie schon vor vier Wochen Chancenwucher. Maza scheiterte aus sieben Metern an einer überragenden Parade von Keeper Kostas Tzolakis, der den Volleyschuss mit einer Hand und mithilfe der Latte spektakulär über das Tor lenkte (29.). Der 23-Jährige hatte die Leverkusener bereits beim 2:0 in der Ligaphase zur Verzweiflung getrieben. Zwei Minuten später musste er nicht eingreifen, denn Poku verzog nach starker Vorarbeit von Maza im Eins-gegen-Eins kläglich.
Auf der anderen Seite musste Blaswich einen 28 Meter-Schuss von Gelson Martins aus dem Winkel kratzen (25.). Dann schien sich Bayers sträflicher Umgang mit den Chancen zu rächen. El Kaabi köpfte eine Freistoßflanke ins rechte Eck (45.). Der Treffer zählte aber nicht, weil Taremi, der den Ball auf dem Weg zum Tor noch berührte, im Abseits stand. Glück für den Bundesligisten, dass es mit einem 0:0 in die Pause ging.
Piräus musste in der Halbzeit wechseln. Lorenzo Prirola blieb nach einem üblen Zusammenprall mit seinem Kapitän Panagiotis Retsos (33.) mit einer Kopfverletzung in der Kabine. Gelson Martins eröffnete die zweite Hälfte mit seinem zweiten Fernschuss, der auf dem Tordach landete (47.). Auch Biancones Kopfball, wieder nach einem Freistoß, war etwas zu hoch angesetzt (53.).
Patrik Schick benötigt nur 144 Sekunden
Leverkusen überstand auch diese Druckphase und schlug dann eiskalt zu. Poku startete nach einem missglückten Hackentrick von El Kaabi einen Konter. Der Niederländer passte den richtigen Moment ab und bediente Schick, der seine Abschlussqualitäten demonstrierte (60.). Es war das 200. Champions League-Tor in der Geschichte von Bayer 04 Leverkusen.
Drei Minuten später war der Tscheche nach einer Ecke von Alejandro Grimaldo per Kopf erneut zur Stelle und innerhalb von 144 Sekunden war der Doppelpack für die Werkself perfekt. Das Stadion verstummte, nur die 500 mitgereisten Bayer-Fans waren noch zu hören. Schick hätte beinahe sogar einen Dreierpack geschnürt, zielte aber etwas zu hoch (69.). Das Team von Trainer Kasper Hjumand hatte danach alles im Griff und brachte den wichtigen Auswärtserfolg sicher ins Ziel. Die Leverkusener hatten die richtigen Schlüsse aus der Niederlage vom 26. Januar gezogen und so hatte das 0:2 am Ende doch noch etwas Gutes.
„Wir haben diesmal schneller gespielt, das Spiel schneller unterbrochen, auch mal einen langen Ball geschlagen, um aus dem Pressing von Olympiakos zu kommen. Das haben wir im Januar nicht so gut gemacht. Da haben wir sie gerade in der Anfangsphase ins Spiel kommen lassen. Diesmal haben wir de meisten Phasen besser kontrolliert“, erklärte ein zufriedener Bayer-Sportchef Simon Rolfes.
Statistik:
Olympiakos Piräus: Tzolakis; Rodinei, Retsos, Pirola (46. Biancone), Ortega (82. Onyemaechi); Hezze (82. Scipioni), Mouzakitis, Gelson Martins, Taremi (64. Chiquinho), Podence (64. André Luiz); El Kaabi. — Bayer 04 Leverkusen: Blaswich; Quansah, Andrich, Tapsoba; Aleix Garcia (87. Fernández), Palacios, Vazquez (77. Arthur), Grimaldo, Maza (64. Tillman), Poku (76. Terrier); Schick (87. Kofane). — SR.: Pinheiro (Portugal). — Tore: 0:1 Schick (60.), 0:2 Schick (63.). — Zuschauer: 32.400. — Gelbe Karten: El Kaabi ; Garcia.
