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Fußball-BundesligaBayer Leverkusen gibt Sieg aus der Hand

Lesezeit 3 Minuten
21.05.2023, Nordrhein-Westfalen, Leverkusen: Fußball: Bundesliga, Bayer Leverkusen - Borussia Mönchengladbach, 33. Spieltag, BayArena. Leverkusens Piero Hincapie (M) bekommt die rote Karte von Schiedsrichter Daniel Siebert. Foto: Federico Gambarini/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

Schlimmes Ende: Leverkusens Piero Hincapie (Nr. 3) bekommt die Rote Karte von Schiedsrichter Daniel Siebert.

Bayer 04 Leverkusen muss weiter um die Qualifikation für den Europapokal bangen.  Die Werkself gab beim 2:2 gegen Borussia Mönchengladbach einen sicheren Sieg noch aus der Hand.

Bayer 04 Leverkusen hat die Patzer der Konkurrenz nicht ausgenutzt und sich im Kampf um die Europapokal-Plätze in der Fußball-Bundesliga um eine komfortable Situation gebracht. Die Werkself verschenkte zum Abschluss des 33. Spieltages beim 2:2   (2:0) gegen Borussia Mönchengladbach durch zwei schwere Abwehrpatzer einen schon sicher geglaubten Heimsieg, schob sich aber dennoch auf Platz sechs vor.„ Das 2:2 fühlt sich an wie eine Niederlage“, sagte ein enttäuschter Kerem Demirbay.

Mit aber nur einem Punkt Vorsprung auf den VfL Wolfsburg muss Bayer nun am Samstag beim VfL Bochum gewinnen, um sicher in den Playoffs der Conference League zu stehen. Sollte dann RB Leipzig am 3. Juni das DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt gewinnen, wäre das Team von Trainer Xabi Alonso   sogar direkt für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert. Das wäre nach dem völlig missratenen Saisonstart, der in der Entlassung von Trainer Gerardo Seoane und dem Absturz auf Platz 17 gipfelte, ein kaum mehr zu erwartender Erfolg.

Früher Bayer-Doppelpack durch Adli und Demirbay

Nach den Niederlagen von Wolfsburg und Mainz sowie dem Unentschieden von Frankfurt änderte Xabi Alonso seine Elf gegen Gladbach im Vergleich zum Halbfinal-Aus in der Europa League am Donnerstag gegen AS Rom nur auf einer Position. Für Sardar Azmouns besetzte Amine Adli die zentrale Position im Angriff.

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Eine gute Entscheidung. Nachdem das Rheinderby eine Viertelstunde vor sich hingeplätschert war, schickte Piero Hincapie einen Steilpass in die aufkommende Langeweile hinein. Adli war gestartet und brauchte nur sein Tempo, um Gegenspieler Marvin Friedrich wie eine alte Diesellok aussehen zu lesen. Am Fünfmeterraum angekommen, tunnelte er Borussen-Keeper Jan Olschowsky aus spitzem Winkel zum 1:0 (15.). Von solch offenen Räumen hätte Bayer gegen Roma nicht einmal zu träumen gewagt.

Die zweite Torchance   bedeutete dann auch gleich schon das 2:0 für die Hausherren (20.). Eine schnörkellose Passfolge mit Innenverteidiger   Edmond Tapsoba als Ballverteiler landete auf rechts. Jeremie Frimpong flankte und fand Kerem Demirbay, der am Fünfer schneller war als Olschoswky und einköpfte.

Während die Gladbacher ihren Fans erneut zeigten, warum sie unter Trainer Daniel Farke die Enttäuschung dieser Bundesliga-Saison sind, verfehlte   Moussa Diaby aus zehn Metern volley das 3:0. Zuvor war Adli aus der gleichen Position wie beim 1:0 an Olschowsky gescheitert (41.). Wermutstropfen aus Leverkusener Sicht war die fünfte Gelbe Karte gegen Demirbay, der damit in Bochum fehlt.

Patzer von Bakker und Amiri, Hincapie sieht Rot

Dass es noch einmal spannend wurde, lag dann nicht etwa an der Borussia sondern an Mitchel Bakker und Lukas Hradecky. Der Niederländer brachte seinen Torwart mit einem Rückpass in Bedrängnis, den der Kapitän zu allem Unglück auch noch verstoppte. Jonas Hofmann kam an den Ball und beförderte ihn auf das leere Tor, wo Jonathans Rettungsaktion ein kleines Bisschen zu spät kam (58.).

Die Leverkusener hatten einen ungefährdeten Sieg leichtfertig aufs Spiel gesetzt und gaben ihn tatsächlich noch aus den Händen. Und wie: Nachdem der eingewechselte Lars Stindl den Ball aus fünf Metern noch frei stehend neben das Tor bugsierte (85.), verteilte Bayer ein weiteres Geschenk. Nadiem Amiri passte aus 16 Metern zurück zu Hradecky, übersah aber Marcus Thuram, der aus der vorangegangenen Situation noch vor dem Tor lauerte. Der Franzose freute sich über das unverhoffte Glück, legte auf Stindl und es stand 2:2 (90.).

Zu allem Überfluss leistete sich Piero Hincapie dann noch einen Blackout und sah nach einem Foul der gröbsten Sorte gegen Julian Weigl völlig zurecht die Rote Karte (90.+4). „Wir sind am Ende viel zu passiv geworden und haben nicht mehr als Team verteidigt“, erklärte Abwehrchef Jonathan Tah das aus Bayer Sicht unfassbare Ende des letzten Heimspiels der Bundesliga-Saison 2022/23.

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