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Dämpfer im Playoff-RennenKölner Haie verlieren unglücklich in Schwenningen

Lesezeit 4 Minuten
Kölns David McIntyre (l) jubelt mit Kölns Torwart Mirko Pantkowski.

Kölns David McIntyre (l) jubelt mit Kölns Torwart Mirko Pantkowski.

1 zu 4 verlieren die Haie bei den Schwenninger Wild Wings. Nach der Niederlage fallen sie auf Platz sieben.

Nach Eishockey-Festen wie dem 5:1 in Augsburg, spricht Uwe Krupp schon mal die Gefahr eines „Katers“ an. Der Trainer der Kölner Haie meint damit natürlich nicht wirklich die Nachwehen einer durchzechten Nacht. Vielmehr geht es ihm um das Energielevel, das seine Profis, etwa beim höchsten Auswärtssieg der Saison am Freitag hochgefahren hatten, dann runterkommen mussten und zwei Tage später zu keiner weiteren Großtat in der Lage waren.

„Das war eines dieser Auswärtsspiele, in denen du zwar gut anfängst, dann aber der Gegner gut aus der Kabine kommt und vor allem aus deinen Fehlern Kapital schlägt“, ärgerte sich Nick Bailen über die 1:4 (1:0,0:3,0:1)-Schlappe bei den Schwenninger Wild Wings. Für den KEC-Verteidiger und seine Mitstreiter war die Auswärtsniederlage am Sonntag ein bitterer Rückschlag im Playoff-Rennen der Deutschen Eishockey Liga.

Kölner Haie von Verletzungen geplagt

Wenn sie zu Beginn des Wochenendes noch Rang fünf von den Wild Wings übernommen hatten, fielen sie nun auf Platz sieben zurück und stehen vor der Länderspielpause zwei Zähler hinter dem direkten Konkurrenten. Wie schon beim Kantersieg gegen die indisponierten Abstiegskämpfer in der Fuggerstadt, fehlten auch am Bauchenberg Andreas Thuresson und Mark Olver als Stürmer, sowie die ebenfalls verletzten Andrej Sustr, Max Glötzl und der gesperrte Pat Sieloff als Verteidiger.

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Auf ihre besondere Angriffsreihe mit Justin Schütz, Gregor MacLeod und Alexandre Grenier konnten sich die Haie aber trotzdem verlassen. Nach einem stürmischen Beginn zog MacLeod über links Richtung Tor und legte quer. Der vor Selbstvertrauen strotzende Schütz hatte bei seinem 22. Saisontreffer keine Probleme (12.). Das 1:0 transportierten die Gäste in die Kabine, kamen mit dem Vorteil aber nicht gut aus selbiger heraus. „Wir haben aufgehört uns gegenseitig zu unterstützen“, befand Bailen.

Ex-Hai trifft glücklich zur Führung

Anders als in den ersten 20 Minuten bildeten seine Kollegen und er keine „enge Einheit“ mehr, die dem gegnerischen Druck hätte standhalten können. „Davon sind wir abgekommen“, befand der US-Amerikaner und wurde auch selbst zum Opfer der nun aggressiveren, gegnerischen Forechecks. So war es nur eine Frage der Zeit, bis diese Tobias Ancicka zum ersten Mal überwinden würden.

Christopher Brown besorgte den Ausgleich und nun stand auch das Publikum hinter den heimstarken Schwenningern (25.). Wirkten die Haie beim ersten Gegentreffer noch leicht indisponiert, kam beim 1:2 Pech dazu. Ausgerechnet der ehemalige KECler Sebastian Uvira zog gegen Anicicka ab und konnte zusehen, wie die Scheibe vom Goalie ab- und über ihn ins Netz prallte (31.). Nun lag das Momentum ganz auf Seiten der Gastgeber und das Krupp-Team wirkte indisponiert.

Dämpfer im Playoff-Rennen: KEC fällt auf Rang sieben

Der dritte Gegentreffer im Mitteldrittel fiel nach einer schönen Drehung und dem exakten Rückhandschuss von Zach Senyshyn. Dass seine Schützlinge dabei aber auch großen Sicherheitsabstand gehalten hatten, ärgerte den Auswärtstrainer sichtlich (36.). Auf der Suche nach neuer Energie sammelten sich die Haie in der Kabine, bekamen im Schlussabschnitt aber früh den Stecker gezogen: Den Einschlag zum 1:4 hatte Ancicka erst noch verhindert (41.) und Bailen versuchte es vergeblich aus der Distanz (42.).

Dann zog Ben Marshall auf der anderen Seite ab und der von Ancicka abgewehrte Puck landete bei Brown, der am rechten Pfosten abstaubte (43.). Drei Tore in Rückstand liegend konnten sich die Domstädter nicht mehr aufbäumen.

Auch Maxi Kammerer traf mit seinem letzten Schuss nur den Pfosten (58.). So wurden die vorherigen drei Siege gegen Schwenningen bedeutungslos. Nach dem Rückfall auf Rang sieben müssen die Haie die Länderspielpause nutzen, um neue Dynamik zu finden. Nur ein Sieg im nächsten Heimspiel am 13. Februar gegen die Iserlohn Roosters zählt, wenn die direkte Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale noch gelingen soll.

Kölner Haie: Ancicka; Dietz, Sennhenn; Austin, Bailen; Müller, Aichinger; Kammerer, Aubry, Storm; Schütz, MacLeod, Grenier; Wohlgemuth, McIntyre, Bast; Lindner. SR.: Schrader/Palkövi. Zuschauer: 5960.Tore: 0:1 Schütz (11:24/MacLeod), 1:1 Brown (24:04), 2:1 Uvira (30:43), 3:1 Senyshyn (35:45), 4:1 Brown (42:11). Strafminuten: Schwenningen 6, Köln 4.

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