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DEL-PrimusKölner Haie auf der Jagd nach dem nächsten Rekord

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Eine Einheit: Die Kölner Haie um Stürmer Nate Schnarr und ihre Fans.

Mit 14 Siegen in Folge haben die Kölner Haie eine vereinseigene Bestmarke aufgestellt. Gewinnt der Tabellenführer auch am Freitag in Schwenningen, ist sogar ein neuer DEL-Rekord perfekt.

Sind das die besten Kölner Haie aller Zeiten? Nach dem historischen 14. Sieg in Folge hätte diese Frage am Sonntag eigentlich mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden müssen. So wie der 4:2-Heimsieg im NRW-Duell der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gegen die Iserlohn Roosters jedoch zustande kam, sahen trotz des neuen vereinseigenen Rekords sowohl Trainer Kari Jalonen als auch Kapitän Moritz Müller von einem durchweg positiven Fazit ab. „Wir haben wieder nicht unser allerbestes Spiel gemacht“, stellte Müller fest.

Schon in der Anfangsphase rieben sich nicht wenige der 18.600 Zuschauer in der ausverkauften Lanxess-Arena verwundert die Augen, weil der DEL-Primus mehrfach ins Abseits gelaufen war oder vermeintlich einfache Pässe nicht zum Mitspieler brachte. „Die Tatsache, dass wir nie ganz zufrieden mit uns sind, lässt uns immer weitermachen. Vielleicht ist das unser Geheimrezept“, mutmaßte Müller.

Die Tatsache, dass wir nie ganz zufrieden mit uns sind, lässt uns immer weitermachen. Vielleicht ist das unser Geheimrezept.
Moritz Müller, Haie-Kapitän

Hätte Janne Juvonen nicht gegen Christian Thomas gerettet, wären die Haie einem frühen Rückstand hinterhergelaufen (4.). „Unsere meisten Spiele nach Weihnachten sind so verlaufen. Janne Juvonen und auch Felix Brückmann haben es uns ermöglicht, die Spiele trotzdem zu gewinnen“, hob Kari Jalonen die Bedeutung eines starken Rückhalts zwischen den Pfosten hervor. Mit einer Fangquote von 92,31 Prozent war Juvonen auch diesmal wieder ein Sieggarant für die Haie.

„Dazu hat unser Powerplay gut funktioniert, da haben wir zweimal Kapital geschlagen“, erklärte der Kölner Trainer, dessen Team durch Dominik Bokk (15.) und Nate Schnarr (28.) jeweils in Überzahl zum 2:0 vorlegte. „Auch in Unterzahl haben die Jungs einen wirklich guten Job gemacht“, meinte Jalonen. Obendrein hatten die Haie auf beide Gegentore eine schnelle Antwort parat. Nachdem Daniel Fischbuch (34.) und Christian Thomas für die Gäste verkürzt hatten (58.), konterten Louis-Marc Aubry (37.) und Patrick Russell (58.).

Es ist toll, ein Teil dieses Rekords zu sein.
Kari Jalonen, Haie-Trainer

„Es ist toll, ein Teil dieses Rekords zu sein“, freute sich Kari Jalonen über eine neue Errungenschaft in seiner langen Trainerkarriere. „14-mal gewonnen zu haben, ist fast unwirklich. Die Spieler, die Coaches, der Straff, der ganze Klub haben hart dafür gearbeitet.“ Auch sein Kapitän weiß die neue Bestmarke zu schätzen. Zumal Moritz Müller auch schon bei der 13 Spiele langen Siegesserie in der Saison 2005/06 unter Hans Zach dabei war. Nur noch „Erinnerungsfetzen“ habe er aus dieser Zeit und wolle deshalb die eine Ära nicht mit der anderen vergleichen, erklärte der 39-Jährige. „Was ich sagen kann, ist, dass wir als Haie seit geraumer Zeit gute Arbeit leisten.“

Mit dem neuen Rekord in der Tasche geben sich die Kölner jedoch nicht zufrieden. „14 Siege in Folge sind schön. Aber wir haben noch ein größeres Ziel in diesem Jahr“, stellte Kari Jalonen klar. Mit einem weiteren Sieg am Freitag bei den Schwenninger Wild Wings würde der KEC zunächst den DEL-Rekord der Adler Mannheim egalisieren. Die Kurpfälzer gewannen in der Saison 2001/02 15-mal in Folge. Meister wurden dennoch die Kölner Haie, die sich 24 Jahre später ihren Traum vom neunten Titel endlich erfüllen möchten.