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Deutsche Eishockey LigaKölner Haie müssen sich in München aufregen

Lesezeit 4 Minuten
Uwe Krupp Chef-Trainer, Koelner Haie beschwert sich heftig bei Hauptschiedsrichter Roman Gofmann Russland nach dem Tor zum 1:0.

Uwe Krupp, Chef-Trainer der Kölner Haie, beschwert sich heftig bei Hauptschiedsrichter Roman Gofmann nach dem Münchner Tor zum 1:0.

Die Kölner Haie haben bei Meister RB München mit 2:3 nach Verlängerung verloren und mussten sich über die Schiedsrichter-Leistung ärgern.

Die Kölner Haie hatten am Freitagabend Grund, sich mächtig aufzuregen. Der KEC unterlag in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) mit 2:3 (0:1, 1:0, 1:1, 0:1) nach Verlängerung bei Meister RB München, obwohl sie in der Extrazeit ein reguläres Tor erzielt hatten.

Die Schiedsrichter verweigerten dem vermeintlichen Siegtreffer von Nick Bailen aber die Anerkennung. So fielen die Haie auf Platz sieben zurück und müssen weiter um die direkte Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale zittern. „Wir haben wieder ein gutes Auswärtsspiel gezeigt, aber zum dritten Mal hintereinander nur einen Punkt geholt. Wir hatten zu viele Strafen und müssen unsere Chancen eben auch mal reinmachen“, fand Stürmer Justin Schütz auch noch andere Gründe für die Niederlage.

Haie-Coach Uwe Krupp schickte eine personell veränderte Mannschaft in das vierte und letzte Hauptrundenduell mit dem Meister. Während Verteidiger Nick Bailen und Stürmer Mark Olver nach ihren langwierigen Knieverletzungen zurückkehrten, fehlten im Angriff Andreas Thuresson (Gehirnerschütterung), Elias Lindner und Alexandre Grenier. Grenier womöglich aus disziplinarischen Gründen, weil er sich beim 3:4 nach Verlängerung in Nürnberg am vergangenen Sonntag kurz vor Schluss eine Unbeherrschtheit geleistet hatte und vier Minuten auf die Strafbank musste. Zudem mussten die Kölner in der Verteidigung Stanislav Dietz, Andrej Sustr und Maximilian Glötzl ersetzen.

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Direktes Duell um Platz vier

Das Duell zwischen dem Vierten und Sechsten des DEL-Ranking gab am 41. von 52. Hauptrundenspieltagen von der Tabellenkonstellation einiges her. München konnte sich mit einem Sieg von den Kölnern distanzieren und sich wieder etwas näher an den Dritten aus Straubing heranschieben. Die Haie wiederum konnten durch einen Sieg nach Punkten mit dem EHC gleichziehen und ihre Position im Kampf um die ersten vier Plätze und damit das Heimrecht im Playoff-Viertelfinale verbessern.

Die Partie war zunächst von konsequenter Defensivarbeit und harten Zweikämpfen geprägt. Chancen blieben Mangelware. Maxi Daubner hatte für München die einzige der ersten zehn Minuten, zielte aber vorbei (5.). Mächtig Aufregung gab es dann in der 11. Minute. Haie-Verteidiger Patrick Sieloff zog vor das Tor, an RB-Goalie Mathias Niederberger vorbei und kam zu Fall. Niederberger hatte seinen linken Schlittschuh am Rande des Torraums ausgefahren. Der Pfiff der Schiedsrichter blieb aus und im direkten Gegenzug traf Austin Ortega zum 1:0 für die Gastgeber (12.).

Kölner Ärger über das 0:1

„Nach meinem Gefühl hätte es eine Strafe geben können. Ich war frei vor dem Tor“, kommentierte Sieloff die Szene in der ersten Pause bei MagentaSport eher vorsichtig. Uwe Krupp regte sich aber mächtig über die Szene auf und kassierte für seine verbale Auseinandersetzung mit den Unparteiischen eine Zwei-Minutenstrafe. KEC-Keeper Tobias Ancicka musste in der folgenden Unterzahl gegen Jonathon Blum (12.) und Chris DeSousa (13.) das 0:2 verhindern.

Die Haie mussten lange auf ihre erste echte Torchance warten. Als sie zum Schluss des ersten Drittels zweimal ins Powerplay durften, scheiterte erst Kapitän Moritz Müller (19.) und dann Bailen (20.)

Der zweite Abschnitt begann mit einer Unterzahl-Chance für Ben Smith (7.) und blieb insgesamt sehr hart umkämpft. Mit leichten Vorteilen für die Haie, die sich trotz ihrer vielen Ausfälle mächtig reinknieten. Der Einsatz wurde belohnt. Jason Bast erkannte einen Münchner Wechselfehler und schickte David McIntyre auf die Reise. Der Routinier blieb cool und überwand Niederberger zum 1:1 (31.). Danach hatte Tim Wohlgemuth sogar die Chance zur Führung, fand aber im RB-Torwart seinen Meister (38.).

Mac Leod kontert Eisenschmid

Das Spiel blieb auf Playoff-Niveau und startete mit zwei Paukenschlägen ins Schlussdrittel. Erst setzte Markus Eisenschmid im vierten Münchener Powerplay des Abends einen perfekten Schuss zum 2:1 in den linken Winkel (42.). Nur 26 Sekunden später antwortete Gregor MacLeod im Nachschuss mit dem 2:2 (42.). Für den Kanadier war es der erste Treffer nach 15 torlosen Partien.

Es blieb in der regulären Spielzeit beim Unentschieden, denn Ortega (52.) und MacLeod (60.) ließen jeweils das 3:2 liegen.   In der Verlängerung dauerte es nur dann 16 Sekunden, bis Niederberger sich nach einem Schuss von Nick Bailen die Scheibe mehr oder weniger selbst über die eigene Linie schob. Hauptschiedsrichter Roman Gofman gab den Treffer aber nicht und die Haie hatten zum zweiten Mal in diesem Spiel Grund sich aufzuregen (61.). Zumal Veit Oswald München dann mit dem 3:2 den Extrapunkt sicherte (62.) und die Kölner aus den Top-Sechs der Tabelle herausfielen.


Statistik zum Spiel:

Kölner Haie: Ancicka; Sieloff, Sennhenn; Bailen, Austin; Aichinger, Müller; Storm, Aubry, Kammerer; Wohlgemuth, MacLeod, Schütz; Bast, McIntyre, Olver; Hänelt, Proft, Van Calster. – SR.: Ansons/Gofman. – Zuschauer: 5431. – Tore: 1:0 Ortega (11:06), 1:1 McIntyre (30:35/Bast, Ancicka), 2:1 Eisenschmid (41:34/PP1), 2:2 MacLeod (42:00/Sieloff Sennhenn), 3:2 Oswald (61:57). – Strafminuten: München 8; Köln 14.

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