Die Haie dominieren die DEL wie lange nicht: Tabellenführer mit elf Punkten Vorsprung, seit zwölf Spielen unbesiegt und getragen von einer Welle der Euphorie. Doch während die Meisterschaft zum Greifen nah scheint, gibt es Gewinner und Verlierer im Kader.
Kölner HaieDas sind bisher die Gewinner und Verlierer beim KEC

Überragend: Patrick Russell
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Die Kölner Haie sind derzeit das Maß aller Dinge in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und thronen mit elf Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Die Mannschaft von Cheftrainer Kari Jalonen eilt von Sieg zu Sieg, ist seit zwölf Spielen unbesiegt und hat seit dem 2. November 2025 nicht mehr nach regulärer Spielzeit verloren. Die Euphorie rund um den Verein ist riesig, der Traum von der neunten Meisterschaft ist in der Domstadt greifbar. Der Erfolg hat viele Väter, jedoch gibt es auch Spieler, die mit persönlich anderen Hoffnungen und Erwartungen in die Saison gegangen sind. Die Rundschau gibt einen Überblick über die bisherigen Gewinner und Verlierer.
Kari Jalonen: Der finnische Cheftrainer gehört zu den Garanten des aktuellen Erfolgs. Der 66-Jährige hat eine Mannschaft geformt, in der jeder bereit ist, für seinen Kollegen zu arbeiten, und eine perfekte Chemie in die Kabine gebracht. Auch seine Ankündigung Mitte Oktober, die Haie nach der Spielzeit in Richtung Heimat zu verlassen, brachte keine Unruhe in das Team. Im Gegenteil, die Mannschaft hat eine „Jetzt erst Recht“-Mentalität entwickelt und will die große Chance auf den Titel beim Schopfe packen.
Matthias Baldys: Der Sportdirektor musste vor der Saison einige unpopuläre Entscheidungen treffen. Die Verträge mit Playoff-Torjäger Alexandre Grenier und Josh Currie wurden nicht verlängert, zudem musste der 43-Jährige einen Nachfolger für die offensive Lebensversicherung Justin Schütz finden. Die elf Neuzugänge haben allesamt eingeschlagen. Patrick Russell, Nate Schnarr, Dominik Bokk sowie die Abwehrspieler Oliwer Kaski und Valtteri Kemiläinen sorgen für die nötige Tiefe im Kader und mehr Power im Überzahlspiel. Mit Janne Juvonen kam im Oktober noch ein Toptorwart an den Rhein. So entwickelte Baldys aus einem guten Kader mit Perspektive einen Meisterschaftsanwärter.
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Patrick Russell: Der Däne hat sich zum kongenialen Partner für Gregor MacLeod entwickelt. Der 33-Jährige zeigte keinerlei Anpassungsschwierigkeiten und avancierte auf Anhieb zum Toptorjäger. Nach 39 Spielen steht er bei 24 Toren und 25 Vorlagen. Dabei erzielte der Angreifer sieben spielentscheidende Treffer.
Janne Juvonen: Das mögliche entscheidende Puzzlestück für einen langen Playoff-Lauf verpflichteten die Haie erst im Oktober. Der bis dahin vertragslose Torwart unterschrieb nach der schweren Knieverletzung von Felix Brückmann einen Vertrag bis Saisonende. Ein Glücksgriff für beide Seiten: Der Finne ist die absolute Nummer eins und mit einer Fangquote von 93,14 Prozent der statistisch beste Schlussmann der DEL. In 18 Einsätzen feierte der 31-Jährige 18 Siege und blieb in vier Spielen ohne Gegentor.
Fans: Die Heimspiele der Haie sind Eishockey-Feiertage mit vielen Toren und spektakulären Erfolgen. 15 Siege in 19 Begegnungen gab es in der Lanxess-Arena zu bejubeln, mit aktuell 45 Punkten ist der KEC zusammen mit Ingolstadt die beste Heimmannschaft der Liga. Die letzte Niederlage im „Henkelmännchen“ setzte es beim 3:4 nach Penaltyschießen gegen Augsburg am 21. November 2025. In den vergangenen beiden Jahren holten die Haie in 26 Heimspielen nur 43 (Saison 2024/25) beziehungsweise 40 Punkte (23/24). Die Erfolge werden von den Fans honoriert. Die Haie begrüßten bereits 304.704 Besucher, im Schnitt waren es 17.932 Fans in der Arena – die meisten in Europa.
Tobias Ancicka: Vor der Saison galt der Schlussmann als die Nummer eins im Kölner Tor. Doch der ehemalige Berliner kam nicht richtig in Schwung und zeigte schwankende Leistungen. Bei acht Starteinsätzen (27 Gegentore) holte der gebürtige Heilbronner nur drei Siege. Nach der Verletzung von Brückmann trauten die Verantwortlichen dem 24-Jährigen nicht zu, alleine die Last im Haie-Tor zu tragen und verpflichteten Juvonen. Ancicka ist momentan nur die Nummer drei im Kasten, eine Perspektive auf mehr Spielzeit ist nicht gegeben. Dementsprechend sucht der Torwart eine neue Herausforderung und soll sich zur kommenden Saison bereits mit Augsburg über einen Wechsel einig sein.
