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Kölner HaieDer Rekord ist eingestellt

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Kölner Torschütze zum 2:0 war Gregor MacLeod, der sich hier mit Phil Hungerecker (l.) und Schwenningens Goalie Joacim Eriksson duelliert.

Kölner Torschütze zum 2:0 war Gregor MacLeod, der sich hier mit Phil Hungerecker (l.) und Schwenningens Goalie Joacim Eriksson (r.) duelliert.

Die Kölner Haie haben in der Deutschen Eishockey Liga zum 15. Mal hintereinander gewonnen und damit einen 24 Jahre alten Rekord eingestellt.

Die Kölner Haie haben sich in den Geschichtsbüchern der Deutschen Eishockey Liga verewigt. Ihr 3:2 (1:2, 0:0, 1:1)-Sieg bei den Schwenninger Wild Wings war der 15. Erfolg in Serie. Damit hat die Mannschaft von Kari Jalonen einen neuen Maßstab gesetzt und den 24 Jahre alten Rekord der Adler Mannheim eingestellt. „Wir haben uns in der Kabine gar nicht über den Rekord unterhalten“, hatte der Erfolgscoach im Vorfeld noch betont, strahlte dann aber doch über das ganze Gesicht. Wieder einmal hatte sein Team einen Weg zum Sieg gefunden.

Dabei hatte der Finne sein Team fünf Tage nach dem 4:2 gegen Iserlohn, gleich auf sieben Positionen verändert. Die zuletzt überzähligen Juhani Tyrväinen und Dominik Uher rückten ins Lineup, dafür waren Tanner Kero und Jan Luca Sennhenn außen vor.

Erster Saisontreffer von Robin van Calster

Auf dem kleineren Eis in der Helios Arena ging es von Beginn an um jeden Zentimeter. In ihrem defensiven System störten die Haie den gegnerischen Spielaufbau effektiv und waren auf schnelle, offensive Entscheidungen bedacht. Es dauerte knapp 14 Minuten, ehe Robin Van Calster einen zielführenden Entschluss fasste. Als er die Scheibe aus der neutralen Zone einfach mal in Richtung Tor brachte, sprang diese vor Joacim Eriksson so glücklich auf, dass der Wild Wings-Goalie geschlagen war. Der erste Saisontreffer von van Calster bedeutete die Führung.

Diese baute Gregor MacLeod fünf Minuten später aus: Trotz Gegnerdruck zog der Top-Center dicht vor Erikkson und schob ihm den Puck durch die Beine (19.). Den Haien war auch beim 2:0 das Glück hold. Allerdings war die DEL-Bestmarke nicht im Vorbeilaufen erreichbar. Das machte Benjamin Marshall mit seinem Powerplay-Treffer zum 1:2 in letzter Sekunde des ersten Durchgangs deutlich (20.).

Der Anschluss brachte den um die Playoff-Qualifikation kämpfenden Hausherren viel Schwung für das Mitteldrittel. Also war Janne Juvonen gefordert, um den gegnerischen Ausgleich zu verhindern. Der KEC-Goalie trieb Tim Gettinger (23.) sowie Jordan Szwarz (26.) und damit auch alle anderen Schwenninger zur Verzweiflung.

Kölner Special Teams entscheiden das Spiel

Die Kölner konnten sich erst gegen Ende des zweiten Abschnitts aus der Umklammerung der Wild Wings befreien. Dominik Bokk tat sich mit einigen guten Offensivaktionen hervor, blieb aber ohne zählbaren Erfolg. So musste die Entscheidung in den letzten 20 Minuten fallen. Nachdem Louis-Marc Aubry frei vor Erikkson das 3:1 verpasst hatte (43.), kamen die Schwenninger zum verdienten Ausgleich. Juvonen war mit einem langen Bein gegen Tylor Spink erst zur Stelle, dann drückte Phil Hungerecker den Puck im Nachfassen über die Linie (53.).

Vier Zeigerumdrehungen später trumpfte dann das beste Powerplay der Liga auf: Bokk spielte Maximilian Kammerer frei, der direkt abzog und auf 3:2 stellte (57.). „Entscheidend“ war dieser Treffer nur, weil die Haie auch das doppelte Unterzahlspiel nach Juvonens unbeabsichtigter Spielverzögerung und bei gezogenem gegnerischen Goalie überstanden. „Das fühlt sich sehr schön an“, frohlockte Siegtorschütze Kammerer und hob die Kölner Klasse hervor, auf den richtigen Moment zu warten und dann zuzuschlagen. Am Sonntag (16.30 Uhr/Magenta Sport) wollen Kammerer und Co. gegen die Nürnberg Ice Tigers dann zum alleinigen Rekordhalter werden.


Statistik:

Kölner Haie: Juvonen; Austin, Kaski; Vittasmäki, Kemiläinen; Glötzl, Müller; Russell, MacLeod, Schnarr; Bokk, Aubry, Storm; Niedenz, Tyrväinen, Kammerer; Van Calster, MacInnis, Tuomie; Uher. - SR.: Herbert/Schadewaldt. - Zuschauer: 5.135. - Tore: 0:1 Van Calster (13:59/Müller), 0:2 MacLeod (18:42/Schnarr), 1:2 Marshall (19:59/PP1), 2:2 Hungerecker (52:33), 2:3 Kammerer (56:27/Bokk, Kaski/PP1). - Strafminuten: Schwenningen 4, Köln 6.