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„Lass uns weitermachen“Kölner Haie haben trotz DEL-Rekord noch lange nicht genug

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Dank an die Fans: Patrick Russell (Nr. 63) und seine Teamkollegen feiern am Sonntag ihren DEL-Rekord.

Dank an die Fans: Patrick Russell (Nr. 63) und seine Teamkollegen feiern am Sonntag ihren DEL-Rekord.

Mit dem 5:2-Heimsieg gegen Nürnberg haben die Kölner Haie Geschichte geschrieben und den 21 Jahre alten DEL-Rekord der Adler Mannheim gebrochen. 

Der 16. Sieg in Folge war unter Dach und Fach und damit der Eintrag in die Geschichtsbücher der Deutschen Eishockey Liga (DEL) perfekt. Also wandte sich Kari Jalonen an seine Mannschaft. „Ich habe den Jungs gratuliert und festgehalten, dass dieser Rekord etwas Besonderes ist“, lieferte der finnische Starcoach die Kabinen-Perspektive.

Nach dem 5:2-Heimsieg am Sonntag gegen die Nürnberg Ice Tigers stehen seine Kölner Haie als neuer Maßstab für Konstanz im deutschen Eishockey. Sie haben die Adler Mannheim aus der Saison 2001/02 überflügelt, blieben aber selbst ruhig auf dem Boden. „Die Antwort, die ich aus der Mannschaft bekommen habe, war ein „Lass uns weitermachen„“, verriet Jalonen.

Dieser Austausch macht klar, wieso der KEC in der Saison 2025/26 so erfolgreich auf historischen Pfaden wandelt. Warum er nach 43 Spielen sagenhafte 101 Punkte eingefahren und damit jedes andere Team der DEL-Geschichte getoppt hat. Warum er als Tabellenführer mit 15 Punkten Vorsprung am Dienstag in den letzten DEL-Spieltag vor der Olympia-Pause gehen wird und die vor der Saison anvisierte, direkte Qualifikation für das Mitte März startende Playoff-Viertelfinale schon sicher in der Tasche hat.

Dazu lieferte Patrick Russell weitere Einblicke: „Ich will nicht sagen, dass es “nur„ ein Rekord ist, aber wir sind noch nicht fertig“, machte der Topscorer der Haie den Playoff-Fokus und das große Ziel Meisterschaft klar. Als 33-Jähriger war er erst im Sommer aus Linköping zum deutschen Vizemeister gekommen und lieferte am Sonntag drei Vorlagen für den 5:2-Erfolg. Somit steht Russell bei 55 Scorerpunkten (25 Tore, 30 Assists), stellt die eigene Bilanz aber hintenan. „Jeder einzelne Spieler übernimmt Verantwortung für das Team, wir wissen alle, dass wir gut sind, aber nur zusammen“, hielt der dänische Olympia-Teilnehmer fest.

Nicht immer die beste Leistung gezeigt

Unter den 16 Siegen seien manche Spiele gewesen, in denen die Kölner nicht die beste Leistung gezeigt haben. „Wir haben aber trotzdem gewonnen, das machen gute Teams so“, lobte Russell die Gewinnermentalität. Auch gegen den Neunten aus Nürnberg waren Goalie Janne Juvonen (92,59 Prozent Fangquote), sowie das starke Powerplay (zwei Treffer in Überzahl/insgesamt in dieser Saison 42) die Erfolgsgaranten.

Nach der bislang letzten Niederlage beim 1:2 nach Verlängerung am 10. Dezember in München konnten Russell und Co. aber nur in den Rekord-Tunnel kommen, weil sie sich den DEL-Spielplan in kleine Blocks aufteilten und Zwischenziele formulierten. „Wir gehen es von Spiel zu Spiel an“, erklärte der dänische Königstransfer und ergänzte: „Ich wusste, dass wir ein spezielles Team haben, eine tolle Gruppe von Jungs, viele gute Spieler, aber 16 Siege in Folge sind verrückt. So oft habe ich in meiner Karriere noch nicht gewonnen.“

Wie groß das Selbstvertrauen mittlerweile ist und wie wenig Druck der DEL-Primus verspürt, zeigte sich auch am historischen Abend des 25. Januar 2026. Da störten sich die Kölner nicht an den gegnerischen Ausgleichstreffern zum 1:1 (15.) und 2:2 (36.). In der letzten Minute des Mitteldrittels initiierte Russell den zweiten Überzahl-Treffer. Gregor MacLeod legte vor und Valtteri Kemiläinen vollstreckte zum vorentscheidenden 3:2 (40.). Ausgerechnet der finnische Verteidiger, der zuvor beim zweiten, gegnerischen Ausgleich gepatzt hatte. „So etwas darf man nicht als selbstverständlich erachten“, forderte der beste Haie-Scorer, „da steckt viel harte Arbeit dahinter. Wir versuchen jeden Tag besser zu werden, uns weiterzuentwickeln, weil wir wissen, dass es noch eine lange Saison wird.“

Vor der Olympia-Pause steht nun noch das finale Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten Löwen Frankfurt an. Auch am Dienstag (19.30 Uhr/Magenta Sport) wird die Lanxess-Arena ausverkauft sein. Es ist das elfte Mal in dieser Saison . Wohl wissend, dass das neue Team von Ex-Haie-Torwart Mirko Pantkowski zuletzt Meister Berlin mit 4:1 geschlagen hat, gab Patrick Russell die Marschroute vor: „Wir sind nicht zufrieden, sondern wollen weiter auf dem aufbauen, was wir haben.“ Der 17. Sieg in Folge und der Ausbau des neuen DEL-Rekords wäre dann aber eine „sehr schöne“ Begleiterscheinung.