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Kölner HaieDie Siegesserie reißt gegen den Vorletzten

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2Unter Druck: Die Kölner kassierten gegen die LÖwen Frankfurt (weiße Trikots) eine überraschende Heimniederlage.

Unter Druck: Die Kölner kassierten gegen die Löwen Frankfurt (weiße Trikots) eine überraschende Heimniederlage.

Die Erfolgsserie der Kölner Haie ist nach 16 Siegen geendet. Der DEL-Tabellenführer unterlag den Löwen Frankfurt mit 1:4. 

Es hat die Kölner Haie erwischt. Der souveräne Tabellenführer der Deutschen Eishockey Liga (DEL) musste im letzten Hauptrundenspiel vor der Olympiapause eine überraschende 1:4 (0:0, 1:0, 0:4)-Heimniederlage gegen die Löwen Frankfurt hinnehmen. Damit endet die Rekordserie der Kölner nach 16 Siegen. Das Team von Trainer Kari Jalonen geht aber mit zwölf Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten Adler Mannheim in die vierwöchige Pause. Der Hauptrundensieg dürfte den Haien bei noch acht ausstehenden Partien vor den Playoffs kaum noch zu nehmen sein.

Wie außergewöhnlich die Saison 2025/26 für die Haie trotz dieser überraschenden Niederlage bislang verläuft, zeigt, dass auch das Heimspiel gegen die Löwen mit 18.600 Zuschauern ausverkauft war. Wohlgemerkt an einem Dienstagabend, dem ungünstigsten aller möglichen Heimspieltermine. Das gab es in der Haie-Historie nur bei Derbys gegen die Düsseldorfer EG und in den Playoffs.

Die Lanxess-Arena vermeldete damit zum elften Mal in dieser Spielzeit „Sold out“ und zum sechsten Mal hintereinander. Auch ein Rekord. Und es ist wahrscheinlich, dass die vier ausstehenden KEC-Heimspiele der Hauptrunde gegen Dresden, Ingolstadt, Augsburg und Berlin ebenfalls jeweils 18.600 Eishockey-Fans verfolgen werden.

Janne Juvonen hält die Haie im Spiel

Haie-Coach Kari Jalonen musste auf den erkrankten Backup-Goalie Felix Brückmann verzichten und rotierte Verteidiger Brady Austin und Stürmer Parker Tuomie aus der Aufstellung. Dafür liefen Tanner Kero und Dominik Uher auf. Der DEL-Tabellenführer tat sich gegen den Vorletzten aber schwer und musste sich bei Janne Juvonen bedanken, dass es nach dem ersten Drittel 0:0 stand. Der finnische Goalie wehrte zwölf Frankfurter Torschüsse ab, darunter fünf Hochkaräter. Die Haie   brachten ganze sechs Schüsse zusammen und nur eine echte Chance durch Dominik Bokk (16.).

Es passte zum eher mauen Auftritt der Hausherren, dass Maxi Kammerer nach einem harten Check vorzeitig angeschlagen vom Eis musste. Ausgerechnet in seinem 500. DEL-Spiel (290 für Köln, 210 für Düsseldorf), für das KEC-Geschäftsführer Philipp Walter den Stürmer vor der Partie mit einem Trikot ehrte.

Den Haien mangelte es auch im zweiten Drittel an Tempo und Zielstrebigkeit, wobei Frankfurt ihnen das Leben schwer machte. Die Löwen untermauerten mit diszipliniertem, körperbetontem Spiel ihren Anspruch, die Kölner Siegesserie beenden zu wollen.

Führung durch Gregor MacLeod

Sie hatten die Rechnung aber ohne Gregor MacLeod gemacht. Der Haie-Topstürmer überraschte Löwen-Goalie Cody Brenner mit einem Schuss ins kurze Eck (33.) und erzielte sein 15. Saisontor. 10:3-Torschüsse im Mittelabschnitt dokumentierten, dass die 1:0-Führung für den DEL-Primus auch absolut verdient war.

Frankfurt zeigte sich aber unbeeindruckt und glich durch den aufgerückten Verteidiger Tommy Pasanen zu Beginn des Schlussdrittels aus (42.). Das 1:1 gab den Gästen viel Selbstvertrauen, was wiederum die Führung zur Folge hatte. Nathan Burns schloss einen blitzsauberen Angriff mit dem 1:2 ab (54.).

Es war klar, dass wir irgendwann mal wieder verlieren werden.
Dominik Bokk, Stürmer Kölner Haie

Den Haien blieben noch gut sechs Minuten, um das Ende ihrer Erfolgsserie zu verhindern. Sie versuchten es, bekamen noch ein Powerplay und zogen Juvonen zugunsten eines sechsten Feldspielers. Die Tore fielen aber auf der anderen Seite. Matthew Wedman und Pasanen (60.) trafen ins leere Kölner Tor.

„Frankfurt war hungriger als wir und hat mehr investiert. Wir waren nicht ganz da, obwohl wir phasenweise nicht so schlecht waren und in Führung gehen konnten“, sagte Haie-Stürmer Dominik Bokk nach der Niederlage gegen seinen Ex-Club und ergänzte: „Es war klar, dass wir irgendwann mal wieder verlieren werden. Schade, dass es ausgerechnet im letzten Spiel vor der Olympiapause passiert ist. Es fühlt sich gerade nicht so gut an.“


Statistik:

Kölner Haie: Juvonen; Kaski, Vittasmäki; Kemiläinen, Sennhenn; Müller, Glötzl; Russell, MacLeod, Kero; Bokk, Schnarr, Aubry; Storm, Tyrväinen, Kammerer; van Calster, MacInnis, Uher; Niedenz. — SR.: Schrader/Iwert. — Zuschauer: 18.600. — Tore: 1:0 MacLeod (32:29/Kemiläinen), 1:1 Pasanen (41:51), 1:2 Burns (53:16), 1:3 Wedman (59:06), 1:4 Pasanen (59:58). — Strafminuten: Köln 4; Frankfurt 6.