Die Kölner Haie können am Wochenende in den Duellen mit Mannheim und Berlin den Hauptrunden-Punkterekord in der Deutschen Eishockey Liga brechen.
Kölner HaieJalonen sammelt wichtige Erkenntnisse

Solides Debüt: Neuzugang Markus Nutivaara bestritt gegen Augsburg sein erstes Spiel als Verteidiger der Kölner Haie.
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Kevin Niedenz durfte den kurzen Weg zu Stadionsprecher Oliver Frühauf auf dem Eis der Lanxess-Arena in vollen Zügen genießen. Die 18.600 Zuschauer im erneut ausverkauften „Henkelmännchen“ feierten den Youngster der Kölner Haie für eine Premiere, die gleichzeitig so etwas wie seinen Durchbruch als Profi in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) bedeutete. Dem 22-jährigen Eigengewächs waren beim souveränen 6:2 des Tabellenführers gegen die Augsburg Panther die ersten beiden Treffer und damit sein erster DEL-Doppelpack gelungen.
„Ein tolles Gefühl, aber ich spiele einfach nur Eishockey“, zeigte Niedenz im Interview mit Frühauf noch Luft nach oben. Viel wichtiger war an diesem 48. Hauptrundenspiel ohnehin seine Leistung in der dritten Sturmreihe mit Juhani Tyrväinen sowie Parker Tuomie — und die stimmte ohne Wenn und Aber.
„Das ist gut für sein Selbstvertrauen und wir brauchen immer viel Selbstvertrauen“, lobte Kari Jalonen seinen Youngster, der schon lange durch seine Technik und sein Tempo auffällt, bislang aber nicht effektiv genug spielte. In seiner dritten Saison als DEL-Profi kommt Niedenz bei bislang 106 Spielen auf fünf Treffer — vier davon in dieser Saison und zwei erst am Mittwoch. Der gebürtige Berliner gehört zusammen mit Sturmkollege Robin van Calster und Verteidiger Maximilian Glötzl zu einem Trio, das sich als junger, deutscher, bei den Junghaien ausgebildeter Nachwuchs einen Stammplatz in Jalonens Kader erkämpft hat.
Nächster Entwicklungsschritt für Kevin Niedenz
Niedenz hat am Freitag mit einem Doppelpack bewiesen, dass er den nächsten Schritt in seiner Entwicklung gemacht hat. Kari Jalonen konnte darüber hinaus weitere wichtige Erkenntnisse für die anstehenden Playoffs einsammeln, die für die Haie am 24. oder 25. März mit dem Viertelfinale beginnen. Felix Brückmann bewies mit 16 teilweise spektakulären Saves, dass er ein zuverlässiger Backup für die gegen Augsburg pausierende Nummer eins Janne Juvonen sein wird. „Felix hat ein paar wirklich große Paraden gezeigt“, lobte Chefcoach Jalonen.
Der finnische Goalie schaute sich den ungefährdeten Heimsieg gegen überforderte Augsburger zusammen mit Verteidiger Brady Austin von draußen an. Jalonens Rotation mit aktuell zwei überzähligen Importspielern funktioniert bestens und stellt den Kader der Haie für die Jagd nach dem ersten Meistertitel seit 2002 flexibel und tief auf.
Der finnische Verteidiger Martin Nutrivaara ist ein weiteres Puzzlestück. Der Neuzugang von Kärpät Oulun gab gegen die Panther trotz seines ersten Assists beim 1:0 zwar ein unauffälliges Debüt, deutete aber immer wieder an, warum er fast 300 NHL-Spiele für die Columbus Blue Jackets absolviert hat. Nutrivaara, der mit Landsmann Valterri Kemiläinen ein Pärchen bildete, präsentierte sich als guter Schlittschuhläufer mit viel Ruhe und Übersicht an der Scheibe.
Es war mein erstes selbstabgefälchtes Tor.
Die Haie mussten in ihrem vorletzten Hauptrunden-Heimspiel gegen den Tabellenelften nie an ihre Grenzen gehen, begeisterten dennoch ihre Fans und stehen unmittelbar vor der Einstellung des nächsten DEL-Rekords. Gewinnt der KEC am Freitag (19.30 Uhr/MagentaSport) auch den Härtetest beim Tabellendritten Mannheim, hat er den Hauptrunde-Rekord der Adler mit 116 Punkten in 52 Spielen aus dem Jahr 2019 bereits am 49. Spieltag eingestellt. Kommt am Sonntag im Heimspiel gegen Meister Eisbären Berlin mindestens ein weiterer Zähler dazu, gehört den Haien die Bestmarke.
Kari Jalonen wird dieser Rekord relativ gleichgültig sein. Der Erfolgscoach will in den beiden Topspielen am Wochenende vor allem „Haie-Eishockey“ sehen und weiter an den Systemen feilen. Kemiläinen drückte es so aus: „Wir wollen uns weiter auf unser Spiel fokussieren und unser Spiel weiter verbessern.“
Der finnische Offensivverteidiger der Kölner ging gegen Augsburg mit gutem Beispiel voran und erlebte bei seinem Treffer zum 5:1 wie Kevin Niedenz eine Premiere: „Es war mein erstes selbstabgefälschtes Tor.“ Ist auch eine Rarität, dass ein Verteidiger den Schuss eines Verteidigers vor dem Tor erfolgreich abfälscht. Aber so unberechenbar sind Jalonens Haie inzwischen.
