Die Kölner Haie haben sich im Prestigeduell der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ein 1:5 bei Adler Mannheimer geleistet.
Kölner HaieTabellenführer leistet sich eine Auszeit

Alleine gegen drei Mannheimer: Haie-Verteidiger Brady Austin führt die Scheibe.
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Das war eines Tabellenführers der Deutschen Eishockey Liga (DEL) nicht ganz würdig. Die Kölner Haie haben ausgerechnet den DEL-Klassiker bei den Adler Mannheim am Freitagabend mit 1:5 (0:1,1:2,0:2) verloren. „Wir haben zu viele Zweikämpfe verloren, zu langsam gespielt und nicht unser normales Niveau gefunden“, sagte Frederik Storm nach der zweiten Niederlage im zweiten Auswärtsspiel in der Kurpfalz.
Schon am 13. Spieltag hatte es in der SAP-Arena ein 2:5 gegeben, danach allerdings zwei Heimsiege. In der 49. Spielrunde hätten Storm und Co. den Hauptrunden-Rekord der Mannheimer aus dem Jahr 2019 einstellen können. Damals waren die Adler mit 116 Punkten aus der regulären Saison gegangen. Drei Spieltage vor Schluss blieb der KEC nun bei 113 Punkten stehen.
Für den weiterhin geschonten Maximilian Kammerer, sowie Oliwer Kaski und Tanner Kero als überzählige Importspieler war Flügelstürmer Storm ins Lineup gerutscht. Im Vergleich zum 6:2 am Mittwoch gegen Augsburg kehrten Brady Austin und Janne Juvonen Tzrück. Der finnische Goalie sah sich drei Tage nach seiner wohlverdienten Pause beim Heimsieg offensivfreudigen Mannheimern gegenüber. Und er hatte keine Defensive vor sich, die diesen Einhalt gebieten konnte. Kristian Reichel hatte die Mannheimer Führung früh auf dem Schläger, traf aber nur den Pfosten (3.).
MacInnis gleicht zum 1:1 aus
Der KEC erspielte sich in der Folge leichte Vorteile, kam durch Gregor MacLeod aber ebenso wenig zur Führung (9.), wie durch Valtteri Kemiläinen (12.). So fiel das erste Tor auf der Gegenseite. Ausgerechnet Justin Schütz kam rechts an die Scheibe und überwand Juvonen direkt im kurzen Eck (15.). Den Treffer ihres Ex-Kollegen wollten die Haie egalisieren, scheiterten im ersten Powerplay durch Parker Tuomie aber an der Latte (20.).
Auch nach dem ersten Seitenwechsel lieferten sich die beiden Topteams ein intensives, taktisch geprägtes Duell. Allerdings offenbarte der Tabellenführer aus der Domstadt ungewohnte Lücken i n seinem System. Auf Zuspiel von Luke Esposito zog etwa Lukas Kälble direkt ab. Juvonen war im linken Eck aber zur Stelle (27.). Auch im weiteren Verlauf des zweiten Drittels konnte sich der KEC bei seinem Goalie bedanken, dass es nach zwei Unterzahl-Situationen weiter nur 0:1 stand.
Letztes Hauptrunden-Heimspiel am Sonntag gegen die Eisbären
Auf der Gegenseite eroberte Juhani Tyrväinen die Scheibe an der rechten Bande, schoss selbst aufs lange Eck und sah zu wie Ryan MacInnis zum 1:1 abstaubte (36.). Dieser Powerplay-Treffer des Ex-Mannheimers gab allerdings nur kurz Hoffnung. Noch vor der zweiten Drittelpause versenkte Kris Bennett eine abgeprallte Scheibe zum 1:2 (39.). Wieder Schütz war 14 Sekunden später gedankenschneller als alle Haie und stellte auf 1:3 (39.).
So passiv der feststehende Hauptrunden-Sieger den Mittel-Abschnitt beendet hatte, trat er auch zu Beginn der letzten 20 Minuten auf. Also konnte Brendan O’Donnell den nächsten Abstauber von Juvonens Schoner zum 1:4 über die Linie drücken (43.). Als dann auch noch John Gilmours Treffer zum 1:5 der Video-Überprüfung standhielt, drohte den Haien ein Debakel (45.). In der Schlussviertelstunde fanden sie ihre defensive Ordnung aber wieder und mussten sich doch über die bittere Niederlage ärgern.
Den nächsten Anlauf – auch in Richtung Hauptrunden-Rekord – werden Frederik Storm und Co. am Sonntag (14 Uhr/Magenta Sport) in der zum 15. Mal diese Saison ausverkauften Lanxess-Arena gegen die Eisbären Berlin nehmen. Der Meister schob sich am Freitag durch ein 5:4 in Nürnberg erstmals wieder auf Platz sechs, der das direkte Viertelfinal-Ticket bedeutet.
Statistik:
Kölner Haie: Juvonen; Austin, Nutivaara; Vittasmäki, Kemiläinen; Sennhenn, Müller; Schnarr, MacLeod, Russell; Storm, Aubry, Bokk; Tuomie, Tyrväinen, Niedenz; Van Calster, MacInnis, Uher; Glötzl. - SR.: MacFarlane/Kozari. - Zuschauer: 13.600 (asuverkauft). - Tore: 1:0 Schütz (14:36), 1:1 MacInnis (35:34/Tyrväinen, Bokk/PP1), 2:1 Bennett (38:36), 3:1 Schütz (38:50), 4:1 O’Donnell (42:49), 5:1 Gilmour (44:45). - Strafminuten: Mannheim 8, Köln 8.