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Kölner HaieJetzt treffen auch noch die Youngster

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Doppelpack: Kevin Niedenz (Nr. 46) erzielt das 2:0 für die Kölner Haie.

Doppelpack: Kevin Niedenz (Nr. 46) erzielt das 2:0 für die Kölner Haie.

Die Kölner Haie haben ihre Erfolgsstory in der DEL-Hauptrunde beim 6:2 gegen Augsburg unbeirrt fortgesetzt. Spieler des Abend war ein Eigengewächs.

Wer in dieser Saison nach Verbesserungen im Spiel der Kölner Haie sucht, hat es nicht leicht. Seit Mittwochabend und dem 5:1 (2:0, 2:1, 1:0) gegen die Augsburg Panther ist auch noch die Delle im Scoring-Board der deutschen U23-Spieler nahezu verschwunden. Eigengewächs Kevin Niedenz schwang sich mit dem ersten Doppelpack seiner Karriere als Profi der Deutschen Eishockey Liga (DEL) in der mit 18.600 Zuschauer wieder einmal ausverkauften Lanxess-Arena zum Spieler des Abends auf. Der 22-Jährige leitete mit seinen beiden Treffern den 20. Sieg in den jüngsten 21 Hauptrundenspielen und die nächste Party im Haie-Becken ein.

KEC-Chefcoach Kari Jalonen nutzte die Partie für die Premiere des nachverpflichteten Verteidigers Markus Nutrivaara. Der Finne spielte an der Seite seines Landsmannes Oliwer Kaski. Mit Veli-Matti Vittasmäki und Valtteri Kemiläinen gab es ein zweites finnisches Pärchen. Felix Brückmann erhielt im Tor Spielpraxis, Janne Juvonen eine wohlverdiente Pause. Brady Austin fehlte diesmal als zweiter überzähliger Importspieler.

Der Haie-Coach stellte auch seine Sturmreihen um. Dominik Bokk wechselte zu Gregor MacLeod und Patrick Russell und Tanner Kero griff an der Seite von Louis-Marc Aubry und Nate Schnarr an. Jalonen probierte aus und sendete damit auch ein Zeichen an die DEL-Konkurrenz in puncto Flexibilität seines tiefen Kaders.

Doppelpack von Niedenz führt die Haie zum nächsten Sieg

Die Augsburger waren mit den Ex-Haien Alexandre Grenier und Tim Wohlgemuth sowie dem Ziel angereist, ihre kleine Chance auf den letzten Playoff-Platz zu wahren. Sechs Punkte betrug der Rückstand der Panther vor dem 48. Spieltag auf die Nürnberg Ice Tigers. Die Hoffnungen der Gäste auf eine Überraschung nährte der Fakt, dass sie den KEC in der Hauptrunde schon zweimal besiegen konnten, einmal in Köln. Das Team von Trainer Bill Peters konnte sich darauf bei insgesamt nur zehn Saisonniederlagen der Haie zurecht etwas einbilden.

Die Hausherren hatten aber nichts zu verschenken, immerhin jagen sie noch den Hauptrunden-Punkterekord der Adler Mannheim aus dem Jahr 2019. Sieben Zähler fehlen noch, um die Bestmarke von 116 zu überbieten. 39 Sekunden dauerte es bis zum ersten Abschluss von MacLeod und als Grenier auf die Strafbank wanderte (5.), lag das 1:0 in der Luft.

Die Haie hielten den Druck aufrecht und gingen in Führung. Youngster Kevin Niedenz nahm einen Abpraller auf und jagte den Puck rechts hoch ins Netz (8.). Die Panther überließen dem KEC aber nicht kampflos das Eis. Felix Brückmann war gefordert und zeigte, was für ein hervorragender Backup er für Juvonen in den Playoffs sein wird. Es gab mehrfach Szenenapplaus für die Paraden des Routiniers. Dann war wieder Niedenz-Zeit. Die Haie legten sich ihren Gegner zurecht. Juhani Tyrväinen fand das 22-jährige Eigengewächs, der sein viertes Saisontor und den ersten Doppelpack seiner DEL-Karriere markierte (20.).

Wir haben einen guten Lauf und sind immer von Beginn an bereit.
Kevin Niedenz, Doppelpacker Kölner Haie

Augsburg wollte nicht klein beigeben und verkürzte zu Beginn des zweiten Drittels durch einen satten Handgelenksschuss Donald Busdeker (22.). Brückmann musste gegen Moritz Elias (25.) und Jason Bast (28.) zweimal sogar das 2:2 verhindern. Auch das 3:1 von Oliwer Kaski (28.) entmutigte die Panther nicht. Brückmann musste gegen Busdeker ran und zeigte einen Monster-Fanghand-Save (29.). Erst das KEC-Powerplay zog dem Tabellenelften den Zahn. Ryan MacInnis veredelte eine Tyrväinen-Vorlage zum 4:1 (36.).

Die Partie war nach zwei Dritteln entschieden. Der Schlussdurchgang bot dennoch gute Unterhaltung. Kemiläinen fälschte als Verteidiger zum 5:1 ab (48.). Das 5:2 von Ryan Button (52.) konterte Kero nur 27 Sekunden später zum Endstand.

„Wir haben einen guten Lauf und sind immer von Beginn an bereit. Die Jungs geben mir schon vor dem Spiel viel Selbstvertrauen und ich nehme es aus der Kabine mit in die Partie“, beschrieb Kevin Niedenz die aktuelle Stärke der Haie und seine eigene gute Form. Sein Premieren-Doppelpack   sei „toll“, aber im Vordergrund stehe die Freude am Spiel. Eine Freude, die der bei den Junghaien von Rodion Pauels ausgebildete Stürmer, am 48. Spieltag der DEL-Saison 2025/26 jeden in der Arena spüren ließ und auch am Freitag (19.30 Uhr/Magenta Sport) bei Adler Mannheim zeigen möchte.


Statistik:

Kölner Haie: Brückmann; Kaski, Nutrivaara; Kemiläinen, Vittasmäki; Müller, Sennhenn; Glötzl; Russell, MacLeod, Bokk; Schnarr, Aubry, Kero; Niedenz, Tyrväinen, Tuomie; van Calster, MacInnis; Uher. —SR.: Rohatsch/Iwert. – Zuschauer: 18.600. —Tore: 1:0 Niedenz (7:05/Tuomie), 2:0 Niedenz (19:55/Tyrväinen, Kaski), 2:1 Busdeker (21:27), 3:1 Kaski (27:23/Uher), 4:1 MacInnis (35:52/Tyrväinen, Bokk, PP1), 5:1 Kemiläinen (47:38/Vittasmäki), 5:2 Button (51:11), 6:2 Kero (51:38/Sennhenn, Vittasmäki). —Strafminuten: Köln 4; Augsburg 4.